Miserere Nobis!

Hilfe für Katholikinnen und Katholiken mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen

Toleranz

Mit dem Wort "Toleranz" wird ja heute recht inflationär umgegangen. Sie wird laufend und unablässig eingefordert - gern von linker Seite - wobei diese Art der Toleranz im Grunde nur für die eigenen Positionen verlangt wird, den "Gegnern" aber verwehrt bleibt. Die werden als reaktionär, rückständig, rassistisch, radikal, fundamentalistisch oder auch gerne mal als Nazis beschimpft.


Sehen wir uns erst einmal an, was Wikipedia zu diesem Thema zu sagen hat:


Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.

Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt. Das Adjektiv tolerant in der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, belegt, ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.

(...)

Der Begriff der Toleranz findet sich ohne konsistente Bedeutung in Rechtslehre, der politischen Theorie, der Soziologie und der Ethik, jeweils im Zusammenhang mit dem Umgang und der Regelung von Konflikten in sozialen Systemen. Viele Erlasse, die in der Geschichte (religiösen) Minderheiten Duldung zusicherten, werden auch als Toleranzedikte bezeichnet.

Entsprechend der Geschichte der Toleranzidee ist der Begriff häufig mit der religiösen Toleranzforderung verknüpft. So betrachtet der Philosoph Max Müller Toleranz als den gegenseitigen Respekt der Einzelnen gegenüber den Ansichten über die „Letzten Dinge“ und sieht eine Verankerung im christlichen Liebesgebot.

Im politischen und gesellschaftlichen Bereich gilt Toleranz auch als die Antwort einer geschlossenen Gesellschaft und ihres verbindlichen Wertesystems gegenüber Minderheiten mit abweichenden Überzeugungen, die sich in das herrschende System nicht ohne weiteres integrieren lassen. Insofern schützt die Toleranz ein bestehendes System, da fremde Auffassungen zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht zwangsläufig übernommen werden. Die Toleranz schützt aber auch die Träger einer Minderheitsmeinung vor Repression und gilt insofern als eine Grundbedingung für Humanität. In diesen Zusammenhängen ist Toleranz auch die Vorbedingung einer friedlichen, theoretischen, Auseinandersetzung um konkurrierende Wahrheitsansprüche. In diesem Sinne definiert Andreas Urs Sommer Toleranz ganz allgemein als „soziales Relativierungsvermögen“, das aber nicht nur positive Aspekte beinhaltet. Der von Herbert Marcuse geprägte Begriff repressive Toleranz kritisiert insbesondere, dass in einer Gesellschaft mit unklarem Wertepluralismus, in der Toleranz als Norm gilt, rationale und berechtigte Kritik wirkungslos bleiben kann.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Toleranz auf ethische Indifferenz, also auf eine Verringerung des Bewusstseins für Gut und Böse hinweisen kann. Nach Kees Schuyt könne man Toleranz auch als unvollkommene Tugend bezeichnen, weil man etwas zulässt, was man eigentlich als schlecht erachtet. Einige Autoren unterscheiden auch zwischen passiver und aktiver Toleranz.

In der Philosophie ist das Problem der Toleranz mit der Frage nach Wahrheit und Freiheit verbunden: Gibt es „die Wahrheit“ im Besitz von Einzelnen oder Gruppen und wie verhält es sich mit Freiheit gegenüber dem als „Wahrheit“ Angesehenen?

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz abgerufen am 17.10.2019)


Für eine funktionierende Gesellschaft muss also folgendes gelten:

  • Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind ein hohes Gut, das jedem - auch und gerade denen, die anderer Meinung wie man selbst sind - gewährt werden muss.
  • Jeder Mensch hat ein Recht darauf, eine eigene Meinung zu haben und diese kund zu tun.
  • Toleranz ist nicht mit moralischem Relativismus gleichzusetzen. Letzterer bedeutet, dass es keinen gesellschaftlichen Konsens mehr darüber gibt, was gut, richtig, wahr, moralisch akzeptabel und verantwortbar ist - all das wird der individuellen Beliebigkeit überlassen. Der Tod einer jeden Gesellschaft.
  • Toleranz heißt weiterhin nicht, dass ich die Meinung eines anderen gut heißen oder teilen muss. Sie bedeutet vielmehr, dass ich ihm/ihr diese zuzugestehen habe, ohne ihnen dabei gleich moralisch verwerfliche Motive zu unterstellen.
  • Selbst wenn ich meine Weltanschauung und meinen Glauben für die einzig wahren halte, muss ich anderen Menschen zugestehen, davon abweichende Überzeugungen zu haben.
  • Es steht mir frei, diese von meinen Ansichten abweichenden Überzeugungen öffentlich zu kritisieren oder gar anzugreifen - dennoch muss ich dafür sorgen, dass die grundgesetzlich zugesicherten Rechte für alle gelten. Wer andere am öffentlichen Reden hindert und sich selbst als moralischer Übermensch darstellt, widerspricht den Grundwerten unserer Gesellschaft.
  • Toleranz ist weiterhin nicht gleichzusetzen mit der Diktatur von Minderheiten, die ihre individuelle Meinung anderen aufzwingen und in Recht und Gesetz schreiben wollen, wobei sie hierbei für sich selbst moralisch hochwertige, für andere aber moralisch verwerfliche Motive unterstellen.
  • Toleranz ist schließlich auch nicht dasselbe wie Gleichgültigkeit. Wer keine eigene Meinung hat, wem alles egal ist, dem ist alles gleichgültig. Ein toleranter Mensch hingegen handelt auf Basis einer Ethik und Philosophie, die das Allgemeinwohl im Blick hat.


Welche Vorurteile haben Schwule und Ex-Gays übereinander und welche alternativen Perspektiven können wir hier entwickeln?


Ex-Gays sind verklemmt, intolerant und homophob. (Alternativ: Tolerant zu sein bedeutet nicht, andere Sichtweisen anzunehmen oder gut zu heißen. Es bedeutet vielmehr, anderen das Recht auf eine andere Meinung zuzugestehen. Andere Sichtweisen sind auch nicht zwangsweise verwerflich und basieren auch nicht unbedingt auf psychischen Problemen. Andere Meinungen können auch ganz einfach auf rationalen Argumenten basieren).


Schwule Beziehungen sind durchschnittlich weitaus weniger monogam und langlebig als heterosexuelle Beziehungen (Alternativ: Stimmt. Hier können Schwule von Heteros lernen. Allerdings steigt die Zahl von heterosexuellen Beziehungen, bei denen das ebenso ist sowie von homosexuellen Beziehungen, die monogam und langlebig sind).


Ex-Gays unterdrücken nur ihre Sexualität, was zu psychischen Erkrankungen führt. (Alternativ: Ex-Gays unterdrücken ihre Sexualität keineswegs, sondern leben ihre sexuelle Energie nur anders aus. Wenn dies zwangsweise zur psychischen Erkrankung führen würde, wären etwa auch alle Priester davon betroffen - was nicht der Fall ist).


Schwule praktizieren immer nur extremen Sex. (Alternativ: Ja, die sexuellen Praktiken von Menschen - insbesondere Männern - mit gleichgeschlechtlichen Neigungen - sind im Durchschnitt kreativer und umfassender als die ihrer heterosexuellen GeschlechtsgenossInnen, was aber keinesfalls heißt, dass jedes homosexuelle Paar die Peitsche schwingt. Manche haben auch einfach nur Blümchensex und sind glücklich damit).


Ex-Gay Organisationen führen Konversionstherapien durch. Sie wollen Schwule umpolen. (Alternativ: Ex-Gay Organisationen betreiben in der Regel keinerlei Therapien, sondern Seelsorge und Selbsthilfe. Ihr Ziel ist auch regelmäßig nicht, Schwule umzupolen, sondern ihnen auf eigenen Wunsch beizustehen, einen alternativen Lebensentwurf zu entwickeln, ohne ihre Neigungen sexuell auszuleben. Daran ist nichts Verwerfliches).

Schwule meinen, "glücklich" sein zu wollen, macht etwas moralisch akzeptabel oder gar normal. (Alternativ: Richtig - glücklich zu sein macht etwas noch nicht richtig. Wer sind wir aber, dass wir es Menschen absprechen wollen, ihr persönliches Glück zu finden?).


Ex-Gays sind christliche Fundamentalisten. (Alternativ: Keineswegs alle Ex-Gays sind ChristInnen. Diejenigen unter ihnen, die es sind, sind auch nicht zwangsweise Fundamentalisten. Fundamentalist zu sein bedeutet im Übrigen auch nicht, radikal oder engstirnig zu sein).

Schwuler Sex führt oft zu ansteckenden Geschlechtskrankheiten. Sex in einer monogamen heterosexuellen Ehe nicht. (Alternativ: Es ist wahr, dass der Anteil etwa von Männern, die Sex mit Männern haben an der Gesamtzahl der Menschen mit ansteckenden Geschlechtskrankheiten unverhältnismäßig hoch ist. Hier können Schwule noch von Heteros lernen. Mögliche Krankheiten machen etwas aber nicht automatisch schlecht und eine Ehe ist nicht alleine deshalb gut, weil die Ehepartner keine Geschlechtskrankheiten haben).



Unterschiedliche Positionen von Gays und Ex-Gays bezüglich des christlichen Glaubens und alternative Möglichkeiten und Perspektiven, aufeinander zu zugehen.


Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind grundsätzlich gegen den christlichen Glauben. Es gibt nichts "Positives", das darin gelebt wird und das wert zu schätzen ist. Das würde ja behaupten, dass jede Beziehung allein deshalb aufgewertet wird, weil darin etwas Gutes gelebt wird. Man stelle sich das mal bei einer pädophilen Beziehung vor! (Alternativ: Können wir als Christinnen und Christen wirklich reinen Herzens behaupten, tiefe Zuneigung, selbstlose Liebe und gegenseitige Fürsorge würden allein deshalb nichts bedeuten, weil sie in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung gelebt werden? Nein, nicht jede Beziehung wird dadurch aufgewertet. Manche Beziehungen - etwa die pädophiler Art - sind allein aufgrund des radikalen Entwicklungsunterschiedes und der daraus folgenden negativen Konsequenzen für den weniger entwickelten Teil derart gestört und deshalb abzulehnen, dass nichts sie "heilt").


Allein die monogame heterosexuelle Ehe wird von der Bibel befürwortet. Das heißt automatisch, dass alles andere nicht dem Willen Gottes entspricht. (Alternativ: Der erste Teil ist zweifellos richtig und jeder Versuch, das Gegenteil zu behaupten, muss scheitern. Wir dürfen nicht einfach Gebote, die uns nicht passen, "uminterpretieren". Bedeutet das aber wirklich, dass der zweite Teil die logisch richtige Konsequenz ist? Es gibt Menschen, die können - aus welchen Gründen auch immer - keine heterosexuelle Ehe eingehen. Sie schaffen es auch nicht, ein Leben lang alleine zu bleiben und ihr Leben Gott zu widmen ohne an Einsamkeit zugrunde zu gehen. Dürfen wir uns als Christinnen und Christen dann wirklich hinstellen und ihnen einen zu schwachen Glauben vorwerfen? Würde es uns da nicht an der Liebe fehlen, die als das wichtigste Gebot überhaupt über allem steht?).


Sexualität in der Bibel ist immer auf ein "du" im Rahmen einer heterosexuellen, monogamen und lebenslangen Ehe hin gerichtet. Dies spiegelt die Lebens-spendende Liebe Jesu zu Seiner Braut, der Kirche, wieder sowie als Ergebnis zweier Menschen, die ein Fleisch werden und Leben schaffen auch die Dreifaltigkeit. Alles andere - einschließlich Masturbation - entspricht nicht diesem Standard und ist deshalb abzulehnen. (Alternativ: Auch hier ist ein Teil zweifellos richtig: Das ist der Standard, der sich durch alle Bücher der Bibel zieht und von Jesus selbst bestätigt wurde. Aber nochmals: Folgt daraus wirklich zwangsweise, dass alles andere falsch ist? Wenn nicht, unter welchen Voraussetzungen nicht? Kann ein Lebensentwurf, der dem nicht entspricht, aber körperlicher wie emotionaler Ausdruck tief empfundener, andauernder und selbstloser Liebe ist, nicht etwa doch dem allgemeinen Liebesgebot entsprechen?).

Wir müssen uns von der Bibel und der Lehrautorität der Kirche leiten lassen und dürfen beides nicht uminterpretieren, damit es unseren Wünschen und Vorstellungen entspricht. (Alternativ: Hier steckt viel Wahrheit drin. Dennoch: die Bibel ist als Ganzes zu sehen. Ein Beispiel: Markus 2,23-28: "Und es geschah, dass er am Sabbat durch die Kornfelder ging; und seine Jünger fingen an, im Gehen die Ähren abzupflücken.Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist? Und er spricht zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er Mangel litt und ihn und die, die bei ihm waren, hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging zur Zeit Abjathars, des Hohenpriesters, und die Schaubrote aß (die niemand essen darf als nur die Priester) und auch denen davon gab, die bei ihm waren? Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen und nicht der Mensch um des Sabbats willen; also ist der Sohn des Menschen Herr auch des Sabbats." Elberfelder Übersetzung (Edition CSV Hückeswagen) © Christliche Schriftenverbreitung, www.csv-bibel.de.
Jesus hat oftmals die wahre Bedeutung der Gebote hervorgehoben. Im vorliegenden Fall stand die Sättigung des Hungers über etwas, das die Juden als überaus heilig ansahen: Die Schaubrote im Haus Gottes (!!) zu essen alleine den Priestern vor zu behalten sowie den Sabbat zu halten. Das gibt uns keinen Freibrief, all das zu tun, was wir für richtig halten. Es bedeutet auch nicht, wir dürften uns einfach so über die kirchliche Lehrmeinung hinwegsetzen. Kann es aber bedeuten, dass es etwas gibt, das über der herzlosen Forderung nach Erfüllung von Geboten alleine wegen der Tatsache, dass sie Gebote sind, steht? Kann es bedeuten, dass jedes Gebot in der jeweiligen Situation abzuwägen ist? Dass ein Gebot keinen Selbstzweck hat, sondern unter dem allumfassenden Liebesgebot steht, das uns zwar nicht alles erlaubt, bei dem wir uns gut und "glücklich" fühlen, aber durchaus bedeutet, dass Gott in unser Herz sieht und deshalb keine militärische Pflichterfüllung, sondern selbstlose Liebe will?).