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Sexsucht

Sexsucht


Hypersexualität

Hypersexualität ist ein in der Medizin, Psychotherapie, klinischer Psychologie und Sexualwissenschaft gebräuchlicher Begriff. Er bezeichnet sowohl ein erhöhtes sexuelles Verlangen als auch ein gesteigertes sexuell motiviertes Handeln. Hypersexualität kann unterschiedliche Ursachen (körperliche wie psychische) haben.


Einordnung nach ICD-10 und DSM

Im medizinischen Diagnosesystem der Weltgesundheitsorganisation (dem ICD-10) kann die Hypersexualität unter verschiedenen Diagnoseschlüsseln kodiert werden. Die wichtigsten werden unter dem Kapitel F52 („Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit“) erwähnt:

F52.7 als „Gesteigertes sexuelles Verlangen“ bzw. als Satyriasis (Mann) oder Nymphomanie (Frau)
F52.8 als „Sonstige sexuelle Funktionsstörung, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit“
F52.9 als „Nicht näher bezeichnete sexuelle Funktionsstörung, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit“
F63.8 als „Störung der Impulskontrollen“

Im DSM-5 aus dem Jahr 2015 wurden die Hypersexualität als psychische Störung gestrichen[1], in den vorhergehenden Versionen DSM -IV und DSM-IV-TR war sie jeweils noch angeführt.
Problematik der Abgrenzung

Bei Hypersexualität scheint es sich zunächst um einen sachlicheren Begriff als jenen der Satyriasis bzw. des „Donjuanismus“ des Mannes und der Nymphomanie der Frau zu handeln. Dennoch wird dieser Begriff heute von einigen Sexualwissenschaftlern abgelehnt, da eine Quantifizierung von sexuellen Motivationen oder Handlungsweisen nach deren Meinung als alleinige Grundlage für eine Normierung des Verhaltens im Bereich der Sexualität nicht ausschließlich herangezogen werden sollte. Wie oft ein Mensch in einer Woche oder an einem Tag sexuell aktiv sein darf, um damit ein noch normales Sexualverhalten an den Tag zu legen, ist mit solchen Angaben alleine nicht immer zu bestimmen. Ungeachtet dessen ist die Anzahl von sexuellen Handlungen in den meisten Fällen ein zuverlässiger Indikator für das Krankheitsbild der Hypersexualität.[2]

Was Alfred Charles Kinsey (1894–1956) 1953 im Kinsey-Report ironisch über die Nymphomanie sagte, gilt entsprechend abgewandelt auch für die Hypersexualität: Eine Hypersexualität kann bei einer Person festgestellt werden, die mehr Sex hat als Sie (A nymphomaniac is a woman „who has more sex than you do.“).[3] Dennoch bleibt festzustellen: Bei der „Hypersexualität“ kann es sich – sofern die Fallstricke einer subjektiven Wertung bei deren Diagnose erkannt wurden – um eine Störung handeln, die ein befriedigendes Leben des Betroffenen aufgrund vielfältiger Ursachen eventuell verhindert – auch wenn in ähnlich erscheinenden Fällen der Lustgewinn aller Beteiligten erhöht ist.

Dieses Verlangen bzw. Verhalten soll sich in unkontrolliertem Genuss von sexuellen Kontaktmitteln wie Pornografie, Telefonsex oder übermäßiger Masturbation, übermäßigen Sexualkontakten (Promiskuität) zeigen, bis hin zum (von manchen Therapeuten) konstatierten suchtartigen Sexualverhalten. Manche „Sexsüchtige“ streben demnach mehrmals täglich Orgasmen an, ohne tatsächlich Befriedigung zu erlangen. Dies alles gehe so weit, dass Familie, Beruf und sexfreie soziale Kontakte vernachlässigt werden. Entgegen stofflichen Süchten wie z. B. Alkoholismus zeigt sich die sog. Sexsucht selten über körperliche Auswirkungen, sondern häufig in erster Linie über negative soziale Folgen wie beispielsweise Konflikte in der Partnerschaft, finanzielle Belastungen oder berufliche Folgen.
Im Rahmen medizinischer Krankheiten

Hypersexualität ist eine insbesondere bei jüngeren Patienten häufig auftretende Nebenwirkung von Dopaminagonisten, einer sehr verbreiteten Medikamentengruppe zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, in geringerem Maße auch von L-Dopa, dem Standardmedikament zur Parkinson-Therapie.[4][5][6][7][8][9]

Als Folge von Veranlagung oder Verletzung haben Menschen mit dem Klüver-Bucy-Syndrom oft einen übersteigerten Sexualtrieb. Ebenso kann in gewissen Fällen eine Hypersexualitäts-Symptomatik auftreten in den Wachphasen des Kleine-Levin-Syndroms.
Zum Begriff „Sexsucht“

Der Begriff „Sexsucht“ wird häufig synonym zum Begriff Hypersexualität gebraucht. Christian Schulte-Cloos definiert diese Form der nichtstofflichen Süchte als „ein außer Kontrolle geratenes Verhalten, das einhergeht mit den klassischen Anzeichen für Sucht – Besessenheit, Machtlosigkeit und die Benutzung von Sex als Schmerzmittel“.[2]

Vor allem in den Vereinigten Staaten wird „Sexsucht“ insbesondere von konservativen Kreisen als eigenständiges Krankheitsbild propagiert und auch dort kontrovers diskutiert. Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sagte, dass es „selbst unter Therapeuten, die sich auf die Behandlung sexueller Probleme spezialisiert haben“ kaum Übereinstimmungen gebe, „wie man eine Sexsucht diagnostizieren könnte“.

Martin Kafka, Psychiater von der Harvard Medical School, definierte Menschen „mit scheinbar wissenschaftlicher Präzision“ als „sexabhängig“, die über einen Zeitraum von sechs Monaten wöchentlich mindestens sieben Orgasmen haben und sich täglich „ein bis zwei Stunden mit solchen Aktivitäten beschäftigen“. Er schränkt allerdings ein, als pathologisch seien nur solche Personen einzustufen, deren sexuelle Phantasien und Verhaltensweisen so viel Raum einnehmen, dass sie für sonstige, nichtsexuelle Aktivitäten und Pflichten kaum noch Zeit finden; entscheidend sei der mit dem übersteigerten sexuellen Verlangen verbundene Leidensdruck.[10]
Geschichte

Das Phänomen des angeblich süchtigen sexuellen Erlebens wurde in der Literatur auch früher beschrieben. Medizinisch wurde es erstmals von den zwei französischen Psychiatern Esquirol und Pinel (ca. 1830) als Störung gesehen und mit „Erotomanie“ bezeichnet. Im weltweit ersten wissenschaftlichen Lehrbuch über Störungen der Sexualität wurde es von Krafft-Ebing (1896) aufgeführt und „sexuelle Hyperästhesie“ genannt. Sexualsucht, Hyperlibido, Hypererotizismus, Sexualzwang und Sexualabhängigkeit sind einige der benutzten Begrifflichkeiten, die seither gefunden wurden, um dieses Phänomen zu benennen. Geschlechtsspezifische Bezeichnungen haben auch Eingang in die Umgangssprache gefunden. So wird bei der Frau von Nymphomanie, beim Mann von Satyriasis gesprochen.


Literatur

P. Briken, A. Hill, W. Berner: Syndrome sexueller Sucht. In: Dominik Batthyány, Alfred Pritz (Hrsg.): Rausch ohne Drogen. Substanzungebundene Süchte. Springer, Wien/ New York 2009, ISBN 978-3-211-88569-7, S. 219–238.
Patrick Carnes: Wenn Sex zur Sucht wird. (Originaltitel: Don't Call It Love. übersetzt von Karin Petersen). Kösel, München 1992, ISBN 3-466-30324-9.
Patrick Carnes: Zerstörerische Lust. Sex als Sucht (Originaltitel: Out of the Shadows. übersetzt von Walter Ahlers). Heyne, München 1987, ISBN 3-453-00622-4.
Katharina Ledermann: Sexsucht: wenn Sex zur Sucht wird. Diplomarbeit. Thusis 2000, OCLC 759444558.
Kornelius Roth: Sexsucht: Störung im Spannungsfeld von Sex, Sucht und Trauma. In: Dominik Batthyány, Alfred Pritz (Hrsg.): Rausch ohne Drogen. Substanzungebundene Süchte. Springer, Wien/ New York 2009, ISBN 978-3-211-88569-7, S. 239–256.
Kornelius Roth: Sexsucht. Krankheit und Trauma im Verborgenen. 2. Auflage. Links, Berlin 2007, ISBN 978-3-86153-442-6 (Erstausgabe 2004: Wenn Sex süchtig macht: einem Phänomen auf der Spur)
Kornelius Roth: Sexsucht. Therapie und Praxis. In: Stefan Poppelreuter, Werner Gross (Hrsg.): Nicht nur Drogen machen süchtig. Beltz, Weinheim 2000, ISBN 3-621-27484-7.
Bernd Schneider, Wilma Funke: Sexsucht. Theorie und Empirie. In: Stefan Poppelreuter, Werner Gross (Hrsg.): Nicht nur Drogen machen süchtig. Beltz, Weinheim 2000, ISBN 3-621-27484-7.
Volkmar Sigusch: Leitsymptome süchtig-perverser Entwicklungen. In: Deutsches Ärzteblatt. 99, Heft 50, 2002, S. A 3420–3423. (PDF)
Godela von Kirchbach: Wenn der Sex zur Sucht wird…. In: Existenzanalyse. 24, 1, 2007, S. 43–48. (Volltext online PDF; 443 KB)
Universimed: Internetsexsucht: Sex im World Wide Web. aufgerufen am 22. Juli 2011.


Einzelnachweise

Peter Falkai und Hans-Ulrich Wittchen: Diagnostische Kriterien DSM-5®: Deutsche Ausgabe 2015
Christian Schulte-Cloos: Sexualität und Sucht. (MS Word; 378 kB)
Alan Marks: Chapter 8 — Love and Romantic Relationships. (Memento vom 9. Juni 2009 im Internet Archive)
K. B. Bhattacharyya, M. Rosa-Grilo: Sexual Dysfunctions in Parkinson's Disease: An Underrated Problem in a Much Discussed Disorder. In: Int Rev Neurobiol. 134, 2017, S. 859–876. PMID 28805586
A. Ramirez-Zamora, L. Gee, J. Boyd, J. Biller: Treatment of impulse control disorders in Parkinson's disease: Practical considerations and future directions. In: Expert Rev Neurother. 16(4), 2016, S. 389–399, Review. PMID 26923084
C. Simonet, B. Fernández, D. M. Cerdán, J. Duarte: Hypersexuality induced by rasagiline in monotherapy in Parkinson's disease. In: Neurol Sci. 37(11), Nov 2016, S. 1889–1890. PMID 27401808
A. Bulbena-Cabré, A. Bulbena: Aripiprazole-Induced Hypersexuality. In: Prim Care Companion CNS Disord. 18(6), 29. Dez 2016. PMID 28033456
D. Mété, C. Dafreville, V. Paitel, P. Wind: Aripiprazole, gambling disorder and compulsive sexuality]. In: Encephale. 42(3), Jun 2016, S. 281–283, French. PMID 26923999
A. Cannas, M. Meloni, M. M. Mascia, P. Solla, G. Orofino, R. Farris, F. Marrosu: Priapism and Hypersexuality Associated With Rotigotine in an Elderly Parkinsonian Patient: A Case Report. . In: Clin Neuropharmacol. 39(3), Mai-Jun 2016, S. 162–163. PMID 27046660
Frank Thadeus: Psychologie: Schlacht am Venushügel. In: Der Spiegel. Nr. 19, 2011, S. 118–120 (online – Vor allem in den USA wird Sexsucht zunehmend als Massenleiden angesehen, das therapiert werden muss wie Alkoholismus. Auch in Deutschland gründen sich Selbsthilfegruppen. Doch Psychologen sehen darin eine von konservativen Moralaposteln erfundene Krankheit).

(Quelle: Wikipedia)


FAQ's Sexsucht

Quelle (u.a.) & Empfohlene Literatur: "The Game Plan" by Joe Dallas
"People suffer from sexual obsession when sexual thoughts control them rather than being able to control the thoughts."
[Earl Wilson, Sexual Sin' , p. 15] "To be controlled by anything other than Jesus Christ is idolatry and
therefore sinful." [ibid., p. 18]


Wann ist ein Mann sexsüchtig? Wie weiß ich, ob ich selbst es bin?

Sexsucht ist ein relativ neuer Begriff. Es bezeichnet das Verhaltensmuster einer sexuellen Aktivität, die außer Kontrolle geraten ist. Nicht jeder Mann aber, der sexuell sündigt oder einen starken Drang zum Sex hat, ist auch sexsüchtig. Grundsätzlich kann man sagen, wenn die Häufigkeit und Intensität eines Mannes sprunghaft ansteigt und seine Finanzen sowie sein Familien- und Berufsleben beherrscht und negativ beeinflusst, sollten alle Alarmglocken klingeln. Das Verhalten wird dann lebensbeherrschend. Oft versucht ein solcher Mann, damit aufzuhören, schafft es aber nicht. Nicht selten wird auch einfach geleugnet, dass man süchtig ist oder ein Problem hat, mit dem man selbst nicht mehr fertig wird. Man ist schlichtweg zu blind, um die Realität noch wahrzunehmen. Und so lügt man sich selbst und andere, die einen lieben, in die Tasche. Die eigene Hilflosigkeit sowie das Problem an sich einzugestehen ist allerdings der erste Schritt zu einer erfolgreichen Therapie.



Vier Anzeichen einer Sucht:

1) Besessenheit
2) Negative Konsequenzen
3) Verlust der Kontrolle
4) Leugnung




"Die Weigerung, anzuerkennen, dass die Dinge außer Kontrolle geraten sind nennt man Leugnen. Leugnen ist nicht dasselbe wie Lügen, denn beim Leugnen glaubt der Betroffene an seine eigene verzerrte Wahrnehmung der Realität." (Abraham Twerski). Und weiter: "Hier ist eine Faustregel: Wenn etwas ein Problem verursacht, ist es ein Problem. Wenn man so tut als wenn es nicht existiert, wird das Problem weiter fortbestehen."



Sechs Arten des Leugnens:

1) Völlige Leugnung (das Weigern, ein bestehendes Problem sich selbst oder anderen gegenüber zuzugeben)
2) Herunterspielen (Man erkennt das Problem zwar an, weigert sich aber, dessen Ernst zu begreifen)
3) Erklärungsversuche (man erkennt das Problem zwar an, sucht aber Entschuldigungen, um es zu rechtfertigen)
4) Einen Schuldigen suchen (man erkennt das Problem zwar an, übernimmt aber nicht die Verantwortung dafür und schiebt jemand anderes die Schuld dafür zu).
5) Sich drücken (das Thema wechseln)
6) Angriff (wütend werden, wenn das Thema diskutiert wird und damit den Kernpunkt vermeiden)


Sexsucht ist ein relativ neuer Begriff. Es bezeichnet das Verhaltensmuster einer sexuellen Aktivität, die außer Kontrolle geraten ist. Nicht jeder Mann aber, der sexuell sündigt oder einen starken Drang zum Sex hat, ist auch sexsüchtig. Grundsätzlich kann man sagen, wenn die Häufigkeit und Intensität eines Mannes sprunghaft ansteigt und seine Finanzen sowie sein Familien- und Berufsleben beherrscht und negativ beeinflusst, sollten alle Alarmglocken klingeln. Das Verhalten wird dann lebensbeherrschend. Oft versucht ein solcher Mann, damit aufzuhören, schafft es aber nicht. Nicht selten wird auch einfach geleugnet, dass man süchtig ist oder ein Problem hat, mit dem man selbst nicht mehr fertig wird. Man ist schlichtweg zu blind, um die Realität noch wahrzunehmen. Und so lügt man sich selbst und andere, die einen lieben, in die Tasche. Die eigene Hilflosigkeit sowie das Problem an sich einzugestehen ist allerdings der erste Schritt zu einer erfolgreichen Therapie.



Sexsucht - Check-up

Wenn dein Leben von deinen sexuellen Sehnsüchten und Aktivitäten kontrolliert wird (und nicht umgekehrt du deine Lust kontrollierst), leidest du unter Sexsucht und solltest Hilfe aufsuchen.

Fragen, anhand derer du feststellen kannst, ob das bei dir der Fall ist:

Ist ein bestimmtes Verhalten bei dir außer Kontrolle geraten (sexuelle Aktivitäten, Porno, Masturbation...)?
Haben deine sexuellen Aktivitäten im letzten Jahr an Häufigkeit zugenommen?
Haben sie an Intensität zugenommen (Bsp.: die Pornos, die dich früher nich heiß gemacht haben, langweilen dich jetzt. Du brauchst mehr und härtere Sachen)?
Hast du - vergeblich - versucht, deine Aktivitäten und dein Verhalten zu stoppen?
Hat all das negative Konsequenzen für deine Finanzen gehabt? Hast du dein Geld für Prostituierte, Pornos usw. ausgegeben?
Hat es negative Konsequenzen für dein Familienleben gehabt? (Hast du etwa Zeit mit deinen sexuellen Aktivitäten verbracht, anstatt mit deiner Familie)?
Hast du damit auf persönlichem, beruflichem oder legalem Gebiet etwas riskiert (Pornos während der Arbeitszeit ansehen, illegalen Sex mit einer Prostituierten haben, eine außereheliche Affaire unterhalten usw.)?
Hältst du gewisse sexuelle oder romantische Aktivitäten vor Menschen, die dir wichtig sind, geheim?
Haben deine sexuellen Bedürfnisse dich schon dazu veranlasst, Sex zu haben an Orten oder in Situationen oder mit Leuten, die du normalerweise nicht wählen würdest?
Hast du dich auch schon dabei ertappt, dass du in Zeitungen, Heftchen oder anderen Medien nach sexuell erregenden Artikeln gesucht hast?
Findest du, dass deine romantischen oder sexuellen Fantasien deine Beziehungen beeinträchtigen oder dich davon abhalten, Problemen ins Auge zu sehen?
Möchtest du dich oft am liebsten gleich vom Partner zurückziehen nach dem Sex? Empfindest du oft Reue, Scham oder Schuldgefühle nach einem sexuellen Kontakt?
Schämst du dich für deinen Körper oder deine Sexualität, sodass du es vermeidest, deinen Körper zu berühren oder dich in eine sexuelle Beziehung hineinzugeben? Hast du Angst, dass du keine sexuellen Gefühle hast, dass du „asexuell“ bist?
Verläuft jede neue Beziehung nach dem gleichen destruktiven Muster, das dich bereits dazu veranlasst hat, die letzte Beziehung abzubrechen?
Brauchst du immer mehr Abwechslung und Häufigkeit von sexuellen und romantischen Aktivitäten als zuvor, um den gleichen Level von Erregung und Erleichterung zu erfahren?
Bist du bereits mit dem Gesetz in Konflikt gekommen wegen Voyeurismus, Exhibitionismus, Prostitution, Sex mit Minderjährigen, unanständigen Telefonanrufen und ähnlichem? Beeinträchtigen deine sexuellen Aktivitäten oder romantischen Beziehungen deine geistliche Entwicklung oder deine Glaubensgrundsätze?
Bergen deine sexuellen Aktivitäten das Risiko von Krankheit, unerwünschter Schwangerschaft, Zwang oder Gewalt, oder haben sie bereits dazu geführt?
Hat dein sexuelles oder romantisches Verhalten schon einmal dazu geführt, dass du dich verzweifelt gefühlt hast, dass du dich von Menschen entfremdet hast oder dass du Selbstmordgedanken hattest?



Dr. Mark Laaser sagt, dass die drei Säulen der Sexsucht folgende sind: Fantasie, Pornographie und Masturbation. „Fantasie wird erzeugt von einem Bedürfnis danach, tiefe Sehnsüchte zu erfüllen. Pornographie zeigt Bilder, wie das getan werden kann. Masturbation ist der physische Ausdruck der vielleicht einzigen Berührung oder Zuwendung, die der Süchtige erhält. Die drei sind in einem Zyklus angeordnet. Pornographie stimuliert Fantasie. Fantasie muss ausgedrückt werden. Masturbation erlaubt eine „Erleichterung“ dieses Bedürfnisses. Es gibt aber ein Problem in diesem Zyklus: Während sie vielleicht das physische Bedürfnis nach Sex befriedigt, befriedigt sie nie den emotionalen oder spirituellen Hunger, der tief in der Seele ruht. Süchtige haben nie gelernt, diesen Hunger auf gesunde Art und Weise zu stillen. Stattdessen versuchen sie, dieses Bedürfnis auf die leichteste und am ehesten durchführbare Methode zu befriedigen. Sex erlaubt dem Süchtigen, zu entkommen und damit zeitlich begrenzt mit diesen Gefühlen fertig zu werden. (...) Immer mehr sexuelle Aktivität jedoch erzeugt auch immer mehr negative Gefühle. Dieser Teufelskreis macht die Sexsucht zu einem degenerierenden Prozess. Sie wird schlimmer.“ (Mark Laaser, The Secret Sin)



Ist das nicht dasselbe wie eine sexuelle Sünde?

Nicht unbedingt. Eine sexuelle Sünde ist zwar ernst und bringt Konsequenzen mit sich, sie bedeutet aber nicht zwangsweise eine Sucht. Genauso wenig wie jeder, der trinkt, auch unbedingt gleich Alkoholiker sein muss, ist jeder, der Pornographie verwendet oder Ehebruch begeht, gleich sexsüchtig. Wenn das Verhalten eskaliert, außer Kontrolle gerät und auf andere Bereiche des Lebens einen negativen Einfluss nimmt, zeichnet sich eine Sucht ab.



Wie überwindet man eine Sexsucht?

Die schlechte Nachricht: wenn man sich einmal soweit in sexuelle Abgründe begeben hat, dass man eine Sexsucht entwickelt, ist man fürs Leben abhängig. Die gute Nachricht: wie anderes Suchtverhalten auch kann man auch dieses unter Kontrolle bringen und sich davon fernhalten. Auch ein Alkoholiker wird sich immer zu Alkohol hingezogen fühlen, kann aber lernen, nicht zu trinken. Auch ein Sexsüchtiger kann sein Verlangen soweit unter Kontrolle bringen, dass er ihm nicht mehr nachgibt. Ihm muss aber klar sein, dass dies immer eine Quelle der Versuchung sein wird und er muss dementsprechende Vorkehrungen treffen.


Wie hilft man einem Sexsüchtigen?

Sexsucht ist keine Krankheit, die man heilen kann, sondern ein Zustand, mit dem man leben lernen muss. So wie auch ein Diabetiker lernen muss, mit seinem Zustand umzugehen, braucht auch der Sexsüchtige Werkzeuge und Ressourcen, die sein Verhalten unter Kontrolle halten, wenn sie regelmäßig angewendet werden. Die Tatsache, dass dies ein Zustand ist, befreit den Betroffenen aber keineswegs von seiner Verantwortung. Es war seine Entscheidung, dem sexuellen Verlangen nachzugeben, das letztendlich zur Sucht geführt hat. Er muss sich nun für die geeigneten Maßnahmen entscheiden, dies unter Kontrolle zu halten. Hierfür muss der Betroffene stabilisiert werden, er muss sein Verhalten verstehen lernen und das nötige Rüstzeug bekommen, um damit umzugehen. Der Klient wird stabiliesert, indem man zunächst den konkreten Umstand angeht, der dazu geführt hat, dass das Verhalten ans Tageslicht kam (entdecken pornographischer Literatur, Verhaftung oder was auch immer). Als nächstes werden seine nun anstehenden Optionen angesprochen und ebenso die momentan eventuell vorhandenen Gefühle wie extreme Scham, Angst, Depression, Verzweiflung usw. Der Klient wird sein Verhalten verstehen lernen, er wird lernen, wieder richtige Beziehungen zu anderen aufzubauen und Vorkehrungen zu treffen, die Ähnliches in Zukunft vermeiden sollen. Maßnahmen wie eine tägliche Struktur, Rechenschaft, regelmäßiges Bibellesen, das Einüben von praktischen Techniken, Selbsthilfegruppen, das Vermitteln psychologischer Hintergründe wird ihr emotionales und spirituelles Leben wieder stabilisiert.


Ist es nicht falsch, sich selbst als "sexsüchtig" zu bezeichnen, wenn man Christ ist?

Wenn man eine sexuelle Bezeichnung annimmt, die einen primär definiert, ist das sicherlich falsch. Die primäre Definition eines Christen ist das Christ sein. Wenn man aber nach irgendetwas süchtig ist und dies zugibt, widerspricht dies in keinster Weise der eigenen - primären - Bezeichnung als Christ. Das heißt nur, das ein Aspekt deines Lebens besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Auch Paulus hat sich mit verschiedenen Begriffen definiert: Apostel, Lehrer, Sünder, Jude, Diener Gottes. Er sagte auch, er sei ein Mann mit einem Problem - einem Dorn im Fleisch. Was auch immer dieser Dorn war, er hat in zugegeben ohne ihn zu seiner primären Identifikation zu machen. Du bist vor allem ein Kind Gottes. Wenn du außerdem ein Sex-Problem hast, ist es sicher klug, dies zuzugeben und entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen.


Willenskraft alleine wird ungewolltes menschliches Verhalten nicht dauerhaft überwinden können. Willenskraft spielt sich im Kopf ab. Das Herz aber ist der Ort, wo Gefühle und Motivation ihren Ursprung haben. So kann man Probleme mit der Selbstkontrolle auch als Kampf zwischen Kopf und Herzen darstellen. Willenskraft alleine kann sogar den Teufelskreis aus Widerstehen, Nachgeben und neuem Entschluss nicht durchbrechen und so die ungewollten Sehnsüchte noch verstärken. Wir müssen die Kraft des Herzens nutzen. Dafür brauchen wir eine höhere Motivation, die das Herz so nachgiebig beeinflusst, dass es die schlechte Einstellung oder Verhaltensweise problemlos ersetzen und überwinden kann. Wir müssen vom wilden Bekämpfen zum Verfolgen von positiven Alternativen kommen.



Was soll man von 12-Schritte-Programmen halten?

Es gibt verschiedene Herangehensweisen an sexuelle Probleme. Als Christ sind aber sexuelle Probleme immer auch ein Ausdruck des gebrochenen Verhältnisses zu Gott - und deshalb ist es wichtig, dies wiederherzustellen. Stelle also klar, dass das Programm, an dem du teilnimmst, auf der Bibel basiert. Lese täglich Gottes Wort, bete und suche die Gemeinschaft mit anderen Christen. Programme, die nicht auf Grundlage der Bibel arbeiten bzw. dieser gar widersprechen, solltest du ablehnen. 12-Schritte Programm aber, die mit der Bibel arbeiten, können sehr sinnvoll sein.



Soll ich mir bei einem Psychologen oder professionellem Seelsorger Hilfe holen?

Jemand, der sexuelle Verfehlungen begangen hat, braucht nicht automatisch professionelle Hilfe. Wenn du aber unter extremen emotionalen Folgen leidest, oder Schwierigkeiten hast, Beziehungen wiederherzustellen oder zu behalten, deine Ehe in Gefahr ist oder Ähnliches - dann kann solch ein Seelsorger oder Psychologe sehr sinnvoll sein.
Stelle aber vorher klar, dass er von einer biblischen Perspektive aus arbeitet. Die Tatsache, dass er sich Christ nennt, heißt nicht automatisch, dass er auch biblisch ist. Frage ihn deshalb folgendes:
1. Sind sie aktives Mitgleid einer örtlichen Gemeinde?
2. Welche Rolle spielt die Bibel in Ihrer Arbeit?
3. Wie ist Ihre Herangehensweise, wenn sie mit einem Menschen mit sexuellen Problemen zu tun haben?
4. Wie viele ähnliche Fälle hatten Sie schon?

Eine Daumenregel: wenn die Methode von der Bibel bestätigt wird, nimm sie an. Wenn nicht - weg damit. Wenn sie weder bestätigt noch abgelehnt wird, kannst du sie zumindest in Betracht ziehen.


Aber ich brauche Sex!

Nein - du hast nur deinen Körper darauf konditioniert, dass er Sex (einen Orgasmus) braucht. Du hast es so oft getan (Sex, Masturbation, Reize durch Pornos usw.), dass er daran gewöhnt wurde, es regelmäßig zu bekommen. Genauso kannst du ihn aber wieder darauf trainieren, ohne aus zu kommen. Kein Mensch braucht Sex zum Wohlbefinden! Sex gehört in eine monogame Ehe zwischen Mann und Frau - und NUR dorthin. Und da kann man/frau ihn auch genießen!

Welche Ziele hat eine Therapie, bei der man jegliche Form von sexueller Unmoral überwinden lernt?
1. Sich von jeder Form der sexuellen Sünde fernzuhalten, die bisher das Leben beherrscht hat.
2. Die Beziehungen zu Mitmenschen wiederherzustellen und den verursachten Schaden wiedergutzumachen.
3. Eine permanente Struktur der Disziplin und Rechenschaft aufrechterhalten.
4. Sexuellen Versuchungen erfolgreich zu widerstehen.
5. Ungesunde Art der Beziehungen zu anderen korrigieren lernen.




Nimm dir einen Zettel und schreibe auf, wie du bisher versucht hast, deine sexuellen Sünden zu verbergen. Welche Auswirkungen hatte das auf deine geistige und emotionale Verfassung sowie allgemein dein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl?
Wie denkst du, hat Gott versucht, deine Aufmerksamkeit auf dieses Verhalten zu lenken (Gewissen, Umstände, Heiliger Geist...)?


Wie trennt man sich von seinem bisherigen sexuell unmoralischen Verhalten?

1. Versprich im Gebet, das Verhalten aufzugeben und dich künftig davon fernzuhalten. Bete um die Stärke, dieses Gelübde zu halten.
2. Unternimm SOFORT etws, wenn es nötig ist. (etwa: Installierung eines Internetfilters, wenn du Pornos online ansiehst, Wegwerfen von pornographischen Material, Abbruch einer sexuellen Beziehung außerhalb einer Ehe usw.).
3. Unternimm VORBEUGEND etwas - etwa durch Rechenschaftsablegung.


Is Homosexuality An Addicition?

I don't see homosexuality as an addiction. Not every homosexual is a sex addict. And even if we talk about behavior or thinking patterns, it's much more than that.

I've done seminars with people from 12-steps groups. Real addicts with eating disorders, alcohol problems, codependency and so on. And while 12-step programs do a great job, I could tell there is a difference between them and "people like us" - even though we sometimes have their problems in addition to ours.

The causes sometimes are the same: family problems and so on. But I wouldn't qualify myself as an addict. Not because I deny things, but because I think there is a LOT more to homosexuality than that. The sex part or even the addictive behavior or thinking part is only the top of the iceberg.

Being a Christian, it ends up the same: sin is sin and Jesus died for us on the cross so sin doesn't have power over us any more.

The biggest problem I had in recovery was not sex or the lack of it. It wasn't really breaking homosexual patterns either (although I don't deny I had a sex or a wrong conditioning problem).

Having had a 12-year relationship with a man, my biggest problem was an emotional one.

You know how that feels like - when you have him in your bed every night? You wake up and turn around and he is laying there, breathing regularly? You wake up in the morning, you have breakfast with him - you simply spend you life with him. And then - BOOM - you're alone. It was male love that I really missed. I know now that this was an illusion and not real love. More some puberty kinda love. But after all it was love. The wrong kind of love, but love.

So during therapy I often found myself REALLY alone. You might call that self-pity, but that's not all. I've always been really disciplined and hard to myself. I know how to work hard and pursue a goal. But boy did I hate being alone. I was alone all of my childhood days and there was nothing that I was yearning for more than love.

Well, to cut it short: now I found healthy relationships. Men and women that God sent me to fill that void in my heart.

And if I learned one thing in all of that: only God can get you out of this.

And it's way more than an addiction. I could have much easier dealt with an addiction, but when it gets to my heart, I am lost.

Any comments on that?

Robert