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Krankheiten

Sexuell übertragbare Erkrankung

Sexuell übertragbare Erkrankungen, englisch sexually transmitted diseases (STD) oder auch sexually transmitted infections (STI) genannt, sind jene Krankheiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Sie können von Viren, Bakterien, Pilzen, Protozoen und parasitischen Arthropoden verursacht werden.

Geschlechtskrankheiten oder Venerische Krankheiten (englisch VD (venereal diseases), früher auch venerische Leiden) im engeren Sinn oder Venerea (Wortherkunft siehe Venerologie) werden nur durch Geschlechtsverkehr übertragen. Es gibt sie beim Menschen und bei Tieren. Bei Tieren werden sie tiermedizinische Deckseuchen genannt. Für sexuell übertragbare Erkrankungen besteht bzw. bestand für die behandelnden Ärzte eine gesetzliche Meldepflicht an die zuständige Behörde (in Deutschland Gesundheitsamt bzw. Veterinäramt). In der Humanmedizin wird lediglich das Auftreten des Krankheitsfalles gemeldet, jedoch nicht der Name der erkrankten Person, denn die Patientenakte unterliegt in jedem Falle dem Datenschutz.

Der Gelehrte und Übersetzer Adelard von Bath (* um 1070; † um 1152) schrieb in einem seiner Werke, dass eine Ansteckung mit Krankheiten durch Geschlechtsverkehr möglich ist.[1] Er beschrieb 1111 eine ansteckende Elephantiasis, die „durch eine klinisch gesunde puella publica“ (Prostituierte) „verbreitet worden sein soll“.[2]

Die als solche erst seit dem Ende des 15. Jahrhunderts in Europa in größerem Umfang beachteten „klassischen Geschlechtskrankheiten“ (Syphilis, Gonorrhoe, Ulcus molle und Lymphogranuloma venereum) hatten bis vor kurzem nur mehr geringe Bedeutung, da sie selten geworden waren.

Wesentlich bedeutender – und teilweise wesentlich schwerer zu behandeln – sind momentan: HIV-Infektion und der dadurch erworbene Immundefekt AIDS, Hepatitis B, Herpes genitalis, Infektionen mit Chlamydien und Trichomonaden-Infektionen mit Trichomonas vaginalis, Filzlausbefall, und die Infektion mit bestimmten (so genannten „high risk“) Humanen Papillomviren (HP-Viren, HPV), von denen einige die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verursachen können. So sind heute in Deutschland ca. 100.000 Frauen durch unbehandelte chlamydienbedingte Infektionen ungewollt kinderlos, und es versterben an Hepatitis B jährlich mehr Menschen als an den anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen zusammengenommen – eine Tatsache, der heute mit der Impfung gegen Hepatitis B im Säuglings- bzw. Kindesalter entgegengetreten wird. Seit 2006 gibt es auch eine Impfung gegen die „high-risk“-HP-Viren, von der man sich ein deutliches Absinken der Häufigkeit des Gebärmutterhalskrebses erhofft.

Deutschlands medizinische Fachgesellschaft für den Bereich sexuell übertragbarer Erkrankungen ist die Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG), die 1902 unter dem Titel Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten (DGBG) gegründet wurde.

Übersicht

Sexuell übertragbare Krankheit: Erreger/Viren:

HIV-Infektion (kann zum Vollbild AIDS führen) HIV-1 und HIV-2
Condylomata acuminata (Feigwarzen, Viruswarzen der Schleimhaut) und Buschke-Löwenstein-Tumor HPV Typ 6 und 11 („low risk“)
Condylomata plana (werden je nach Lokalisation als CIN, VIN, VAIN, AIN und PIN bezeichnet) HPV Typ 6 und 11 („low risk“) sowie 16, 18 und 31 („high risk“)
Cervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN): kann zu Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) führen HPV Typ 16, 18 und 31 („high risk“)
Bowenoide Papulose, meistens bei Männern als Penile intraepitheliale Neoplasie (PIN, Viruswarzen des Penis): kann zu Erythroplasie und Peniskarzinom führen HPV, fast ausschließlich Typ 16 („high risk“)
Vulväre intraepitheliale Neoplasie (VIN, Viruswarzen der Vulva) HPV Typ 16, 18 und 31 („high risk“)
Vaginale intraepitheliale Neoplasie (VAIN, Viruswarzen der Scheidenschleimhaut) HPV Typ 16, 18 und 31 („high risk“)
Anale intraepitheliale Neoplasie (AIN, Viruswarzen des Anus) HPV Typ 16, 18 und 31 („high risk“)
Morbus Heck (Viruswarzen der Mundschleimhaut) HPV Typ 13 und 32 („low risk“)
Molluscum contagiosum (Dellwarze) MCV
Hepatitis A (durch oro-analen Kontakt) HAV
Hepatitis B (Hepatitis D) HBV (HDV)
Hepatitis C HCV
Herpes genitalis HSV
Zytomegalie CMV
Bakterien:
Syphilis (Lues venerea) Treponema pallidum
Gonorrhoe (Tripper) Neisseria gonorrhoeae
Ulcus molle (weicher Schanker) Haemophilus ducreyi
Granuloma inguinale Klebsiella granulomatis (früher Donovania granulomatis)
Lymphogranuloma venereum Chlamydia trachomatis, Serotypen L1 bis L3
Aszendierende Okulogenitale Chlamydieninfektion Chlamydia trachomatis, Serotypen D bis K
Urogenitale Mykoplasmeninfektion siehe: Ureaplasma urealyticum genitale Mycoplasmen
Bakterielle Vaginose aerobe Bakterien
Durchfall (durch oro-analen Kontakt) Darmbakterien: Shigella-, Salmonella-, Campylobacter- Arten
Pilze:
Candidose (Candidiasis) Candida albicans
Urtierchen (Protozoen):
Trichomoniasis Trichomonas vaginalis
Durchfall (durch oro-analen Kontakt) Protozoen des Darmes: Giardia lamblia, Entamoeba histolytica, Cryptosporidium- Arten
Gliedertiere (Arthropoden):
Filzlausbefall (Schamlausbefall, Pediculosis pubis) Filzlaus (Schamlaus, Phthirus pubis)
Krätze (Scabies) Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei)

Teilweise aus:[3]

Meldepflicht

In Deutschland besteht eine Meldepflicht nach § 7 Infektionsschutzgesetz[4] für HIV (nichtnamentlich) an das Robert Koch-Institut (RKI).[5] Für Syphilis besteht eine Meldepflicht für die anonymisierten Daten der Erkrankungsfälle an das Robert Koch-Institut.[3]
In Österreich besteht (nach: Absonderungsverordnung von 1915, Epidemiegesetz von 1950, Geschlechtskrankheitengesetz, AIDS-Gesetz, BGBl 345/1993) eine Meldepflicht für AIDS (nicht für die alleinige HIV-Infektion), Syphilis, Gonorrhoe, Ulcus molle und Lymphogranuloma venereum.[6][7]

Experten

Die Venerologie und die Infektiologie beschäftigen sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten.

Zuständige Fachärzte für die meisten sexuell übertragbaren Krankheiten sind

der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten,
der Urologe und
der Gynäkologe (Frauenarzt).
der Facharzt für Mikrobiologe, Virologie und Infektionsepidemiologie

Experten relevanter Fachbereiche, einschließlich Epidemiologie und Sozialwissenschaften, haben sich in der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) zusammengeschlossen. Die DSTIG organisiert öffentliche Fachkongresse und Fortbildungsveranstaltungen.

Häufigkeit

Die Häufigkeit sexuell übertragener Infektionen hat nach einem Nadir in den 1990er Jahren wieder zugenommen. Insbesondere Gonorrhoe, Syphilis und Chlamydien-Infektionen haben in Ländern mit hohem Einkommen und bei homosexuellen Männern[8] zugenommen.[9] Ein Grund für die Zunahme ist die Resistenzentwicklung z. B. der Gonokokken gegen Antibiotika.[10] Das gilt auch für nicht klassische STIs wie Shigellen.[11] Auch neu entdeckte Erreger wie zum Beispiel das Zika-Virus tragen zum Anstieg bei.[12] Hinzu kommt die Ausbreitung spezieller Sexualpraktiken wie "Chem-Sex" (Steigerung des Sexualerlebens durch Drogen).[13]

Da die Bevölkerung die HIV-Infektion immer noch als Problem von Randgruppen sieht, betrachten viele Menschen diese als kalkulierbares Risiko und geschützter Geschlechtsverkehr mit Kondom wird wieder mehr als Mittel zur Empfängnisverhütung und weniger zur Verhütung von Ansteckungen mit Geschlechtskrankheiten angesehen.

Daher stieg nach jüngsten Erhebungen z. B. in England die Zahl der Syphilis-Erkrankungen binnen weniger als sechs Jahren um das 13fache,[14] die Fälle von Gonorrhoe nahmen um 86 Prozent zu, die Zahl der Chlamydia-Infektionen verdoppelte sich. In den Niederlanden verzeichneten die Gesundheitsbehörden binnen zwölf Monaten eine Syphilis-Zunahme um 80 Prozent. In Deutschland verdoppelte sich die Zahl der Syphilis-Erkrankungen zwischen 2000 und 2002 auf rund 2.300 Fälle. Alle Bundesländer verzeichnen dabei einen Anstieg, wobei die Ballungsgebiete und Großstädte wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Köln besonders betroffen sind. Mehr als 85 Prozent der Neuinfizierten sind Männer, vor allem in der Altersgruppe von 25 bis 39 Jahren. Am höchsten ist die Zunahme der Neuinfektionen bei homosexuellen Männern.

Nach dem Ende des Kommunismus in Osteuropa wurden die „klassischen Geschlechtskrankheiten“ in den ehemaligen Ostblockstaaten wieder sehr häufig, was sich auch mit mehr Erkrankungsfällen in deren Nachbarländern auswirkt.

Bei den in Untersuchungen vernachlässigten höheren Altersgruppen stieg die Infektionsrate ebenfalls.[15]

Auch unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen kann eine Ansteckung nicht ausgeschlossen werden, wenn einer der Partner – möglicherweise ohne es zu wissen – eine Infektion hat. Eine bedeutende Rolle für das Risiko einer Ansteckung durch Intimkontakt spielen Partnerwechsel. Gesunde sexuell aktive Menschen, die in monogamen Beziehungen leben, sind davon nicht betroffen. Die Möglichkeit sich anzustecken wird von vielen Menschen als zu akzeptierendes Grundrisiko betrachtet und die mögliche Prävention durch ärztliche Vorsorge außer Acht gelassen. Die Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten kann durch den ständigen Gebrauch von Kondomen signifikant eingeschränkt werden. Jedem verantwortungsbewussten Menschen steht jedoch auch die Möglichkeit offen, sich vor einem ersten Intimkontakt mit einem neuen Partner vorsorglich von einem Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten bzw. einem Gynäkologen (Frauenarzt) untersuchen und erforderlichenfalls behandeln zu lassen und beim Gesundheitsamt kostenlos und anonym einen HIV-Test zu machen. Wird diese Sicherheitsvorkehrung von beiden Partnern angewandt, entfällt der Hauptübertragungsweg für diese Art von Infektionen, sodass auf die Verwendung von Kondomen als Infektionsschutz verzichtet werden kann.

Die Impfung gegen Hepatitis B verringert das Risiko einer Infektion mit Hepatitis B und senkt gleichzeitig bei einer Infektion den Schweregrad der Erkrankung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat deshalb die Hepatitis-B-Impfung in ihre Empfehlungen für den regelmäßigen Impfschutz von Kindern und Jugendlichen aufgenommen.

Durch die Einführung von Antibiotika ist bei den vielen dieser Erkrankungen eine erfolgreiche Behandlung möglich, besonders wenn sie frühzeitig erkannt werden (die HIV-Infektion bildet eine Ausnahme). Allerdings müssen die vom Facharzt verordneten Medikamente konsequent von beiden Partnern gleichzeitig angewendet werden, um eine Reinfektion durch den Ping-Pong-Effekt zu verhindern.

Prävention durch Information

Durch frühzeitige Information an Schulen und öffentliche Werbekampagnen ("Kondome schützen"), soll ein verantwortungsvoller Umgang mit den Gefahren sexuell übertragbarer Krankheiten gefördert werden. Keine öffentliche Aufklärung wird darüber betrieben, welche Fachärzte für Mädchen und Frauen bzw. Jungen und Männer für vorsorgliche Untersuchungen oder Untersuchungen im Verdachtsfall zuständig sind und dass Patientenakten grundsätzlich unter Datenschutz stehen.
STD oder STI?

Insbesondere im englischsprachigen Raum wird der Begriff STI (sexually transmitted infection) vermehrt an Stelle des Begriffs STD (sexually transmitted disease) verwendet. Die Befürworter dieser Wortverwendung argumentieren, dass bereits infizierte Personen weitere Personen infizieren können, ohne dass bei den Infizierten bereits irgendwelche Krankheitssymptome aufgetreten sind, und dies somit eine weiterfassende Definition darstellt. Die Gegner der Umbenennung erwidern dagegen, dass der Begriff Krankheit auf nicht-infizierte Personen bedrohlicher als der Begriff Infektion klingt und daher vorgezogen werden sollte.

Literatur

Birgit Adam: Die Strafe der Venus. Eine Kulturgeschichte der Geschlechtskrankheiten. Orbis, München 2001, ISBN 3-572-01268-6.
Gundolf Keil: Geschlechtskrankheiten (Antike und Mittelalter). In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. de Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 482 f.
René Burgun, Paul Laugier: Die Geschichte der Geschlechtskrankheiten. In: Illustrierte Geschichte der Medizin. Deutsche Bearbeitung von Richard Toellner u. a. Sonderauflage. Salzburg 1986, Band III, S. 1448–1511.
Dominique Puenzieux, Brigitte Ruckstuhl: Sexualität, Medizin und Moral. Die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten Syphilis und Gonorrhö. Zürich 1994.
Lutz Sauerteig: Krankheit, Sexualität, Gesellschaft, Geschlechtskrankheiten und Gesundheitspolitik in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert. Stuttgart 1999.

Historische Literatur

Julius Rosenbaum: Geschichte der Lustseuche im Alterthume für Ärzte, Philologen und Altertumsforscher dargestellt. Halle 1839; 7., revidierte und mit einem Anhange vermehrte Auflage, Verlag von H[ermann] Barsdorf, Berlin 1904 (Titel: Geschichte der Lustseuche im Altertume nebst ausführlichen Untersuchungen über den Venus- und Phalluskultus, Bordelle, Νοῦσος ϑήλεια der Skythen, Paederastie und andere geschlechtliche Ausschweifungen der Alten als Beiträge zur richtigen Erklärung ihrer Schriften dargestellt.). Nachdruck: Zentralantiquariat der Deutschen Demokratischen Republik, Leipzig 1971 (Ausgabe für S. Karger, Basel/München/…).

Einzelnachweise

1) Birgit Adam: Die Strafe der Venus. Eine Kulturgeschichte der Geschlechtskrankheiten. Orbis, München 2001, ISBN 3-572-01268-6, S. 92.
2) Wilhelm Doerr, Günter Quadbeck: Allgemeine Pathologie (Springer 2013), S. 134 (Abschnitt Lymphogranuloma inguinale)
3) Peter Fritsch: Dermatologie und Venerologie. 2. Auflage. Springer Verlag, 2004, ISBN 3-540-00332-0.
4) ifsg Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) Bundesministerium für Gesundheit der BRD
5) Umsetzung der Meldung gemäß § 7 Abs. 3 des Infektionsschutzgesetzes
6) Die Renaissance der Geschlechtskrankheiten. auf: medizinpopulaer.at
7) Meldepflichtige Krankheiten. (Memento vom 13. März 2013 im Internet Archive; PDF; 227 kB) Bundesministerium für Gesundheit und Frauen der Republik Österreich
8) R. N. Werner, M. Gaskins, A. Nast, C. Dressler: Incidence of Sexually Transmitted Infections in Men Who Have Sex With Men and Who Are at Substantial Risk of HIV Infection - A Meta-Analysis of Data From Trials and Observational Studies of HIV Pre-Exposure Prophylaxis. 3. Dezember 2018, abgerufen am 1. Juni 2020 (englisch).
9) Deborah A. Williamson, Marcus Y. Chen: Emerging and Reemerging Sexually Transmitted Infections. In: New England Journal of Medicine. Band 382, Nr. 21, 21. Mai 2020, ISSN 0028-4793, S. 2023–2032, doi:10.1056/NEJMra1907194 (nejm.org [abgerufen am 1. Juni 2020]).
10) David W Eyre, Katy Town, Teresa Street, Leanne Barker, Nicholas Sanderson: Detection in the United Kingdom of the Neisseria gonorrhoeae FC428 clone, with ceftriaxone resistance and intermediate resistance to azithromycin, October to December 2018. In: Eurosurveillance. Band 24, Nr. 10, 7. März 2019, ISSN 1025-496X, doi:10.2807/1560-7917.ES.2019.24.10.1900147, PMID 30862336, PMC 6415501 (freier Volltext).
11) Kenya Murray, Vasudha Reddy, John S. Kornblum, HaeNa Waechter, Ludwin F. Chicaiza: Increasing Antibiotic Resistance in Shigella spp. from Infected New York City Residents, New York, USA. In: Emerging Infectious Diseases. Band 23, Nr. 2, 2017, ISSN 1080-6040, S. 332–335, doi:10.3201/eid2302.161203, PMID 28098543, PMC 5324786 (freier Volltext).
12) E. D'Ortenzio, S. Matheron, Y. Yazdanpanah, X. de Lamballerie, B. Hubert: Evidence of Sexual Transmission of Zika Virus. 2. Juni 2016, abgerufen am 1. Juni 2020 (englisch).
13) V L Gilbart, I Simms, C Jenkins, M Furegato, M Gobin: Sex, drugs and smart phone applications: findings from semistructured interviews with men who have sex with men diagnosed with Shigella flexneri 3a in England and Wales: Table 1. In: Sexually Transmitted Infections. Band 91, Nr. 8, Dezember 2015, ISSN 1368-4973, S. 598–602, doi:10.1136/sextrans-2015-052014 (bmj.com [abgerufen am 1. Juni 2020]).
14) L. J. Brant, A. Bukasa, K. L. Davison, J. Newham, J. A. Barbara: Increase in recently acquired syphilis infections in English, Welsh and Northern Irish blood donors. In: Vox Sanguinis. Band 93, Nr. 1, Juli 2007, S. 19–26. doi:10.1111/j.1423-0410.2007.00923.x
15) A. T. Bodley-Tickell, B. Olowokure, S. Bhaduri, D. J. White, D. Ward, J. D. C. Ross, G. Smith, H. V. Duggal, P. Gool: Trends in sexually transmitted infections (other than HIV) in older people: analysis of data from an enhanced surveillance system. In: Sexually Transmitted Infections. Band 84, 2008, S. 312–317, doi:10.1136/sti.2007.027847
16) J. Mati: Family planning, sexually transmitted diseases and AIDS. In: Family planning, health and family well-being. United Nations, Population Division, 1996, S. 213–223, abstract (Memento vom 10. Dezember 2008 im Internet Archive)

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sexuell_%C3%BCbertragbare_Erkrankung. Aberufen am 02.11.2021)


Sechs Jahre STD-Sentinel-Surveillance in Deutschland – Zahlen und Fakten

Chlamydien- und humane Papillomviren-Infektionen zählen in Deutschland zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Bis zum Jahr 2000 regelte das „Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten“ die Meldepflicht der STIs: Syphilis, Gonorrhö, Ulcus molle und Lympho granuloma venereum. Seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001 sind jedoch nur noch Syphilis und HIV meldepflichtig. Um trotzdem einen Überblick über die epidemiologische Situation der STIs in Deutschland zu behalten, wurde Ende 2002 mit der Einrichtung eines Sentinel-Surveillance-Systems begonnen. In allen Regionen Deutschlands wurden Gesundheitseinrichtungen ausgewählt, die seit her kontinuierlich Daten zu STIs berichten.
Gerade bei Frauen stellen STIs durch Chlamydien häufig ein Problem dar, denn sie können in bis zu 80 % der Fälle asymptomatisch verlaufen und unbehandelt schwerwiegende gesundheitliche Folgen hervorrufen. Aus diesem Grund wurde zum
1.1.2008 für alle sexuell aktiven Frauen unter 25 Jahren ein nationales Chlamydien-Screeningprogramm eingeführt.
In vielen europäischen Ländern wurde in den letzten Jahren, ca. seit dem Jahr 2000, über eine Zunahme von STIs berichtet. Die Infektionszahlen aus den deutschen Melde aten für Syphilis und HIV zeigen insbesondere bei Män nern, die Sex mit Männern haben (MSM), einen Anstieg in den letzten Jahren.

(...) Bei den Männern hatten insgesamt 90 % Kontakte mit ihrem festen Partner oder ihrer festen Partnerin, aber 58 % hatten auch zusätzlich Kontakte mit „anderen Partnern“.
Sieht man sich jetzt noch einmal heterosexuelle Männer und Männer, die (auch) Sex mit Männern hatten (MSM), getrennt an, so hatten 61 % der MSM zusätzlich Kontakte außerhalb ihrer Beziehung, verglichen mit 43 % der hetero sexuellen Männer. 7 % der heterosexuellen Männer hatten Kontakte mit Prostituierten, während 2 % der MSM Kontakte mit Freiern angaben, also in der Sexarbeit tätig waren. (...) 50 % der männlichen Sentinel-Patienten, die seit mindestens 6 Monaten in einer festen Beziehung lebten, waren MSM. Verglichen mit heterosexuellen Männern, hat ten MSM erwartungsgemäß auch in festen Beziehungen höhere Partnerzahlen, Median 3 zu 1 Partner in den letzten 6 Monaten. (...) 16 % der MSM verwendeten keine Kondome mit Prostituierten, Strichern oder Freiern. (...) 1 % aller MSM gaben auch an, nie Kondome mit „anderen Partnern“ zu verwenden. (...) 70 % aller männlichen Patienten hatten Sex mit Männern, was die bereits bekannte STI-Risikogruppe MSM auch von den Sentineldaten her bestätigt.

(Robert Koch Institut)

PrEP

Die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bezeichnet die Einnahme systemisch wirksamer antiviraler Medikamente durch HIV-negative Personen in Erwartung einer potenziellen HIV-Exposition aus bekannten oder unbekannten Quellen, um die HIV-Übertragung zu verhindern. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die PrEP seit September 2019 „als zusätzliche Präventionsmöglichkeit für Menschen mit einem erheblichen HIV-Infektionsrisiko als Teil von kombinierten HIV-Präventionsansätzen“. Zur PrEP sind in der Europäischen Union seit 2016 Kombinationspräperate mit den Wirkstoffen Emtricitabin und Tenofovir zugelassen. Die Präexpositionsprophylaxe ist eine von mehreren Präventionsmaßnahmen gegen HIV neben beispielsweise Kondomen, einer antiretroviralen Therapie und der HIV-Postexpositionsprophylaxe. Im Gegensatz zu Kondomen schützt die PrEP nicht gegen andere sexuell übertragbare Erkrankungen.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4expositionsprophylaxe. Abgerufen am 02.11.2021)

Antiretrovirale Therapie

Die antiretrovirale Therapie (ART) (auch hochaktive antiretrovirale Therapie, kurz HAART (englisch highly active antiretroviral therapy) oder auch antiretrovirale Kombinationstherapie, kurz cART (englisch combined antiretroviral therapy)) ist die medikamentöse Behandlung bei Menschen mit einer HIV-Infektion. Sie verringert die Viruslast, erhält die Funktion des Immunsystems aufrecht und verhindert opportunistische Infektionen, die häufig zum Tod führen. Außerdem verhindert sie auch die Übertragung von HIV zwischen serodiskordanten Personen, solange die HIV-positive Person eine nicht nachweisbare Viruslast aufrechterhält. Im Regelfall verhindert eine antiretrovirale Therapie auch die Übertragung einer HIV-Infektion von einer schwangeren Frau auf das ungeborene Kind.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Antiretrovirale_Therapie. Abgerufen am 02.11.2021)


"Epidemio­lo­gische Daten des Robert Koch-Instituts zeigen, dass Sex unter Männern mit einem besonders hohen Übertragungs­risiko für verschiedene Infektionen einhergeht. So entfallen mehr als zwei Drittel der jährlichen Neu­in­fek­tionen mit HIV auf die Gruppe der MSM. Auch bei Syphilis­erkrankungen mit bekanntem Infektions­weg wurden 85% aller Erkran­kungen auf Sex unter Männern zurückgeführt. Aus der Diskrepanz zwischen der Infektions­häufigkeit bei MSM und dem Anteil von MSM an der Bevölkerung (ca. 3-5%) resultiert das gegen­über der Allgemein­bevölkerung deutlich erhöhte Infektions­risiko.
Stand: 21.08.2017"
(Quelle: www.rki.de)


"Chlamydia trachomatis Untersuchungen bei Männern
Ergebnisse des Laborsentinels für 2008 – 2013

(...) Insgesamt stellten wir einen Anteil von 10 % positiver Untersuchungen fest, wobei Sachsen mit 6 % den niedrigsten und Nordrhein-Westfalen mit 12 % den höchsten Positivenanteil aufweisen. Die beobachteten hohen Positivenanteile inProben von jungen Männern korrelieren mit dem Alter der größten sexuellen Aktivität, dem 2. und 3. Lebensjahrzehnt (...) Unter den angegebenen Probenarten hatten Rektalabstriche den höchsten Positivenanteil mit 12 %. Diese Proben
stammen alle aus Berlin und obwohl im Datensatz keine Angaben zu Sexualverhalten enthalten waren, sind sieMännern, die (rezeptiven) Sex mit Männern (MSM) haben,zuzuordnen, da ein anderer Transmissionsweg für eine rektale Infektion nahezu ausschließbar ist. Der festgestellte hohe Anteil positiver Untersuchungen liegt etwas höher als bei anderen Studien über MSM. Bei Ko-Infektionen mit anderen STI oder HIV kann der C.-trachomatis-Positivenanteil jedoch höher liegen. Da in unserem Datensatz keine Informationen dazu vorliegen, können wir hierzu keine Aussage treffen. Grundsätzlich allerdings erhöhen rektale bakterielle Infektionen das Risiko einer HIV-Infektion, wodurch diesem Ergebnis hohe Bedeutung zukommt.
Besonders erhöht (um das 8-fache) ist dieses Risiko bei einer Ko-Infektion mit Gonokokken. Aus dem untersuchten Datensatz ist jedoch nicht erkennbar, wie häufig positive Proben ebenfalls Gonokokken-positiv waren.

(...) Der zunehmende Trend im Positivenanteil von Abstrichen ohne weitere Spezifikation ist am stärksten, jedoch nicht einfach zu interpretieren. Da der Anstieg vor allem in Proben aus Berlin und Nordrhein-Westfalen zu beobachten ist, verbergen sich vermutlich viele positive Rektaltupfer von MSM dahinter.
Es sind nur wenige Informationsquellen zu Infektionen mit Chlamydia trachomatis bei Männern in Deutschland vorhanden. Mit dem Laborsentinel konnte ein großer Datensatz mit Ergebnissen von Untersuchungen von Männern aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands analysiert werden. Die dargestellte Datenanalyse ist auf fünf Bundesländer mit repräsentativen Daten limitiert, unter denen sich zwei befinden, die sich durch einen hohen Anteil an MSM von den restlichen Bundesländern unterscheiden.

Daher sind generelle Ergebnisse über Positivenanteile und Trends trotz gegebener Repräsentativität vorsichtig zu interpretieren. Der Datensatz enthält keine Informationen zu sexuellem Verhalten oder Testgründen sowie keine Details zu Testmethoden. Dadurch sind die identifizierten Zusammenhänge, teilweise von theoretischem Charakter und könnten in der Realität anders aussehen. Dennoch konnten wir beobachten, dass eine vermehrte Testung von Urinproben bei jungen Männern insgesamt zu einem Abfall des Positivenanteils zwischen 2008 und 2013 geführt hat.

Eindeutigere Ergebnisse liefern die Untersuchungen von Rektalabstrichen von MSM aus Berlin. Der beobachtete hohe Anteil an Infektionen und das damit verbundene, erhöhte Risiko für eine HIV-Infektion stellen ein Problem mit Public-Health-Relevanz dar, an das Ärzte während der Gesundheitsversorgung von MSM denken sollten."

(Robert Koch Institut)


"Von den 3.674 HIV-Neudiagnosen im Jahr 2015 entfielen 1.851 Neudiagnosen auf die Transmissionsgruppe Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Unter MSM wurden im Gegensatz zum Vorjahr (n = 1.894) in absoluten Zahlen 43 Neudiagnosen weniger gestellt, dies entspricht einem leichten Abfall von 2 %. Mit einem relativen Anteil von 50,4 % aller HIV-Neudiagnosen in 2015 (inklusive der Meldungen ohne Angaben zum Infektionsweg) stellten MSM, wie auch schon in den Vorjahren, die größte Gruppe unter den HIV-Neudiagnosen dar."

(Robert Koch Institut)



Ist "Homosexualität" eine Krankheit?

Allein diese Frage würde Schwule schon auf die Palme bringen. Wie ein Kniereflex kommt es von deren Seite: "Homosexualität ist keine Krankheit und bedarf deshalb keiner Therapie".

Ist dem so?

In den 70ern wurde Homosexualität in den USA - und daraufhin auch in anderen Ländern - von der Liste der psychischen Störungen genommen. Ursache hierfür waren keineswegs neue medizinische Erkenntnisse (die gab es seinerzeit nicht und die gibt es heute nicht), sondern allein politischer Druck.

Sehen wir uns die Definition von Krankheit an, wie sie uns Wikipedia liefert:

"Krankheit ist ein Zustand verminderter Leistungsfähigkeit, der auf Funktionsstörungen von einem oder mehreren Organen, der Psyche oder des gesamten Organismus beruht und zurückgeht. Diese Störungen werden ihrerseits durch strukturelle Veränderungen von Zellen und Geweben hervorgerufen.
Die Lehre von den Krankheiten ist die Pathologie, während die Nosologie sich mit der systematischen Einteilung von Krankheiten beschäftigt.
(...)
Krankheit wird oft im Gegensatz zu Gesundheit definiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat allerdings Gesundheit auch schon 1946 als idealen Zustand optimalen Wohlbefindens definiert. Zudem ist Krankheit nicht die einzige mögliche Ursache für mangelhafte Gesundheit. Die Übergänge zwischen „Gesundheit“ und „Krankheit“ sind fließend. Vieles mag letztlich einfach eine Frage der Sichtweise sein, zumal der Ausdruck Krankheit keine biologische Konstante, sondern ein kulturelles wertbezogenes Konstrukt darstellt. So hat sich der Begriff Befindlichkeitsstörung für Einschränkungen des leiblichen oder seelischen Wohlbefindens ohne objektivierbaren medizinischen Krankheitswert eingebürgert. Andererseits können als krankhaft definierbare Zustände auch ohne subjektiven Leidensdruck vorliegen.

Die normale Funktion eines Organismus ergibt sich aus der Regelhaftigkeit der Lebensvorgänge; in unterschiedlichem Ausmaß beinhaltet sie die Fähigkeit zur Anpassung an veränderte innere und äußere Bedingungen. Ihre Beurteilung durch Menschen weist auch Abhängigkeit von deren Normvorstellungen auf.

Als Funktionsstörung kann Krankheit verschiedene Bereiche lebendigen Seins betreffen und sich in deren Wechselwirkungen entwickeln. Physiologische Funktionen sind wesentliche Eigenschaft des Lebens. Organismen existieren in komplexen Umwelten und erhalten, erneuern und verändern sich durch beständigen stofflichen und energetischen Austausch. Viele Arten von Organismen leben in sozialen Zusammenhängen. Zu den Funktionen des Lebens gehört auch Verhalten und höherentwickelte Organismen weisen emotionale Funktionen auf. Die Personalität und Sozialität von Menschen funktioniert auch in Abhängigkeit von ihrer kulturellen Welt.
(...)
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 21. März 1958 definiert: „Krankheit ist jede Störung der normalen Beschaffenheit oder der normalen Tätigkeit des Körpers, die geheilt, d. h. beseitigt oder gelindert werden kann.“ Nach einer neueren Formulierung des Bundessozialgerichts (BSG) wird im Kranken- und Unfallversicherungswesen unter Krankheit „ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der ärztlicher Behandlung bedarf und/oder Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat“ verstanden. Dadurch ist der medizinische Krankheitsbegriff nicht deckungsgleich mit dem sozialrechtlichen. Entscheidende Kriterien für die Beurteilung als Krankheit im Sozialrecht sind:

Behandlungsbedürftigkeit (nicht bei altersbedingten Erscheinungen; kosmetischen Behandlungen, die rein ästhetischer Natur sind (wie beispielsweise Haartransplantation), sehr wohl jedoch, wenn eine anerkannte medizinische Notwendigkeit vorliegt (wie beispielsweise Korrektur der Nasenscheidewand oder Behandlung von Narben))
Wahrnehmbarkeit nach außen (z. B. Disharmonien der genetischen Werte erfüllen den Sachverhalt nicht)
Besserung des Leidens oder Verhütung von Verschlimmerungen (die Behandlung muss nach den Grundsätzen der ärztlichen Wissenschaft erfolgversprechend sein)"

Ist Homosexualität eine Funktionsstörung der Psyche oder liegt ihr eine Zellveränderung zugrunde? Das zu beantworten, wird wohl noch einige Jahrzehnte dauern.

Krankheit als Gegensatz zu Gesundheit bzw. zu optimalem Wohlbefinden zu definieren, ist eine mehr als zweifelhafte Definition. Folgt man der Logik dieser Argumentation, führt dies zu absurden Ergebnissen. Wenn alleine das subjektive Wohlbefinden über Krankheit oder Gesundheit entscheidet, so bedeutet das zum einen, dass Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen, die darunter leiden, Anspruch auf eine Therapie haben. Es würde weiterhin bedeuten, dass Menschen mit wie auch immer gearteten sexuellen (oder sonstigen) Normabweichungen anführen können, dies sei nicht krankhaft, da sie sich subjektiv "wohl" fühlen.

Mit dieser Argumentation begibt man sich also auf Glatteis.

Wie sieht es mit dem Bezug auf "Normvorstellungen" aus? Norm kann vieles sein - das, was die Mehrheit tut oder eine mehrheitlich anerkannte Werte- und/oder Verhaltensgrundlage. Die Mehrheit der Bevölkerung hat keine gleichgeschlechtlichen Neigungen und praktiziert keinen gleichgeschlechtlichen Sex. Was die Akzeptanz, moralische Wertschätzung oder zumindest Gleichgültigkeit des überwiegenden Teils der Bevölkerung angeht, so wage ich hier keine Schätzung. Meine Erfahrung ist, dass selbst diejenigen, die nach außen eine "leben und leben lassen"-Mentalität haben, bei näherem Nachfragen bzw. wenn es die eigenen Kinder betrifft, doch schnell eine Ablehnung homosexuellen Handels aufweisen.

Ist Homosexualität "natürlich"?

Erneut eine Definitionsfrage. Wenn hiermit "sich aus den Gesetzen der Natur ergebend" gemeint ist, wohl eher nicht. Ist sie "in der Natur des Menschen begründet"? Wer vermag das zu beantworten?
Dient sie der Arterhaltung? Auch hier ein klares Nein.
Diese Frage eröffnet mehr weitere Fragen als dass sie Antworten liefert.

Ist Homosexualität eine "Störung der normalen Beschaffenheit des Körpers oder der Psyche" - und damit doch eine Krankheit?

Nun, sie entspricht zumindest nicht der normalen - also in der Mehrheit der Menschen vorzufindenden - Beschaffenheit. So gesehen also durchaus eine "Störung" oder "Regelwidrigkeit" (wie auch immer man diese Worte definieren mag).

Zusammenfassend kann man also durchaus sagen, dass die momentane Rechtslage und gelte politisch korrekte Meinung durchaus Anlass zu Rückfragen gibt. Diese Rückfragen müssen erlaubt sein - auch und gerade im Sinne der Betroffenen. Man hilft niemanden, wenn man alles schön redet oder der Wissenschaft einen politischen und juristischen Knebel verpasst.


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