Miserere Nobis!

Hilfe für Katholikinnen und Katholiken mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen

Fragen


Was ist das eigentlich, Homosexualität?

Über den Begriff "Homosexualität" gibt es ja die unterschiedlichsten Vorstellungen. Der Begriff selbst wurde 1869 von Karl-Maria Kertbeny erfunden (siehe auch Wikipedia) und ist eine Mischung aus dem griechischen Wort "homo" (bedeutet soviel wie gleich oder gleichartig) und dem Lateinischen Wort "sexus" (was das männliche oder weibliche Geschlecht bezeichnet). Umgangssprachlich redet man eher von "schwul" oder "lesbisch", je nachdem ob Männer oder Frauen gemeint sind.


Nun gibt es die unterschiedlichsten Auffassungen, wer wann und ob überhaupt "homosexuell" ist.

Gehen wir kurz auf einige Fragen ein:


Ich habe in meiner Jugend mit anderen Jungs masturbiert. Bin ich jetzt schwul?


Nein. Allein sexuelle Aktivitäten mit dem selben Geschlecht zu haben, macht einen noch nicht "schwul". Bei Jugendlichen wird oft mal etwas ausprobiert. Nicht jeder Jugendliche, der daran teilnahm, hat gleichgeschlechtliche Neigungen oder entwickelt solche später (gleichwohl sind solche "Aktivitäten" nicht so harmlos, wie manche meinen!). In anderen Fällen (Gefängnisse, Armee usw.) kann es auch mangels anderer Gelegenheiten zu sexuellen Kontakten mit dem eigenen Geschlecht kommen. Auch hier haben die Betroffenen nicht zwangsweise gleichgeschlechtliche Empfindungen.


Aber ich bin doch schwul, wenn ich Sex mit anderen Männern habe?


Nicht unbedingt (siehe oben).


Nicht unbedingt? Aber wann bin ich dann schwul, wenn nicht beim Sex mit anderen Männern?


Zunächst einmal würde ich das Wort "schwul" vermeiden. Was gleichgeschlechtliche sexuelle Anziehung angeht, so kommt es hier auch darauf an, ob sie überwiegend dem gleichen Geschlecht gilt und auch über einen längeren Zeitraum (bis lebenslang) andauert.


Wenn ich also lange keinen Sex mit Männern habe, bin ich auch nicht schwul, oder?


Das kann man so nicht sagen. Zum einen kann durchaus eine sexuelle Anziehung gegeben sein, ohne dass es zum Sex kommt. Zum anderen kann ich ein ganzes Leben lang gleichgeschlechtliche Empfindungen haben und trotzdem keinen Sex mit anderen Männern haben.


Kein Sex und trotzdem schwul? Wie geht denn das?


Gleichgeschlechtliche Gefühle betreffen nicht nur die Sexualität, sondern auch und gerade eine emotionale Anziehung. Diese Anziehung ("Liebe") ist aus der Sicht der Betroffenen durchaus offen und aufrichtig und darf nicht lächerlich gemacht werden: sie lieben einen Menschen ihres gleichen Geschlechts aus tiefstem Herzen. Das Problem hierbei: Liebe alleine heißt nicht unbedingt, dass die Beziehung moralisch in Ordnung ist. Aus christlicher Sicht ist jede Liebe falsch, die sich über die Liebe zu Gott stellt. Ich kann auch als verheirateter Mann eine andere Frau "lieben", für sie meine Familie verlassen und mit ihr bis ans Ende meiner Tage "glücklich" sein - aus christlicher Sicht bleibt es trotzdem Ehebruch. Bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen spielen aber manchmal (!) noch andere Elemente mit, die aus "Liebe" schnell emotionale Abhängigkeit werden lassen und die Grenzen der Beziehung weit über das ausdehnen, was eine traditionelle heterosexuelle Ehe gut heißen würde. Es ist leider so, dass die durchschnittliche homosexuelle Beziehung weitaus weniger monogam ist und hinsichtlich der praktizierten Form der Sexualität eher "kreativer" (andere würden sagen extremer) als die traditionelle heterosexuelle Ehe. Ja, es gibt Ausnahmen (wenn auch nicht allzu viele!), aber aus christlicher Sicht wären auch diese Ausnahmen, in denen die Beteiligten eine monogame Beziehung leben und versuchen, dem bürgerlichen Vorbild zu entsprechen, nicht akzeptabel. Ja, auch heterosexuelle Paare holen hier leider auf und überschreiten Grenzen - zweimal falsch ergibt aus christlicher Sicht aber nicht richtig.


Wieso vermeidest du das Wort "schwul"?


Es gibt Menschen mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen, die sehen sich nicht als "homosexuell" oder gar "schwul", sondern als heterosexuell. Wie kann das angehen? Nun, ich kann mich sehr wohl als heterosexueller Mann sehen, der - aus welchen Gründen auch immer (und seien sie "genetisch bedingt"!) - gleichgeschlechtlich empfindet, dies aber nicht auslebt. Das ist eine grundsätzlich andere Sichtweise als eben genannte. Als Christen sind wir im Ebenbild Gottes geschaffen - ein Teil Seiner Schöpfung. Und Gottes Plan war es in unseren Augen nicht, dass wir mit Menschen desselben Geschlechts Beziehungen führen, die der christlichen Ehe entsprechen sollen oder Sex mit demselben Geschlecht haben.


Ist das nicht Diskriminierung? Homophobie?


Mit dem Vorwurf der "Diskriminierung" kann man sehr schnell alle anderen Sichtweisen in eine radikale Ecke drängen. Wir lehnen nicht die Menschen an sich ab (schließlich haben wir selbst gleichgeschlechtliche Empfindungen!), sondern fühlen uns dem christlichen Menschenbild und der christlichen Glaubenslehre verpflichtet und lehnen deshalb ein "schwules Leben" ab. Wir denken nicht, dass wir deshalb bessere Menschen oder bessere Christen sind als die, die ihre Neigungen voll ausleben. Allerdings behalten wir uns durchaus dasselbe Recht auf freie Meinungsäußerung vor, dass auch andere für sich einfordern. Was "Homophobie" (ebenfalls eine sehr junge Wortschöpfung, die eigentlich eine Furcht beschreibt, mit Menschen, die gleichgeschlechtlich empfinden, im selben Raum zu sein - und bald auf alles ausgedehnt wurde, das anderer Meinung ist) angeht, so können wir per se nicht "homophob" sein, da wir selbst so fühlen. Es ist auch nicht ehrenhaft, andere Meinungen als "homophob" zu bezeichnen und ihnen damit jegliche Daseinsberechtigung nehmen zu wollen sowie die Betroffenen hiermit zu radikalisieren. Hier lässt man es schnell an der "Toleranz" mangeln, die man immer für sich selbst eingefordert hat. Die eigene Position sollte doch genügend Selbstbewusstsein haben, um eine andere Auffassung zu vertragen!


Es gibt doch aber so viele Selbstmorde unter Homosexuellen - gerade unter Jugendlichen! Sollte man da nicht schwule Gruppen an die Schulen lassen, damit Verständnis für die Situation von schwulen Jugendlichen geschaffen wird?


Dieses Programm ist irgendwann aus den USA nach Europa geschwappt - und hat die dortigen Argumente gleich mitgenommen. Natürlich gibt es (leider!!) Jugendliche mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen, die Selbstmord begehen und leider gibt es bestimmt auch Diskriminierung von gleichgeschlechtlich fühlenden Jugendlichen durch Gleichaltrige. Nur ist das mit den Selbstmorden so eine Sache: Zum einen sind ist es schwer nachzuvollziehen, warum ein gleichgeschlechtlich empfindender Jugendlicher Selbstmord begeht und ob dafür wirklich die Diskriminierung durch andere ursächlich war. Zum anderen ist das Gefühlsleben bei gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen ein anderes als bei heterosexuell empfindenden - ein Aspekt, der hier durchaus auch mit hineinspielt. Selbstverständlich soll man Jugendlichen beibringen, sie dürfen keine anderen Menschen diskriminieren - man darf dabei aber nicht nach Gruppen unterteilen. Abgesehen davon sollte man dann auch "Ex-Gay Ministries", also Einrichtungen von Menschen, die für sich entschieden haben, ihre gleichgeschlechtlichen Empfindungen nicht auszuleben und die sich gegenseitig - etwa im Rahmen von Selbsthilfegruppen - unterstützen, an die Schulen lassen. Dies geschieht aber in der Regel nicht. Homosexuelle Gruppen führen oft an, das sei doch nicht so schlimm, wenn sie an die Schulen gehen - man kann ja einen Jugendlichen nicht "schwul" machen, wenn er es nicht schon vorher war. Dies ist aber eine etwas naive, wenn auch bestimmt gut gemeinte Sichtweise: Jugendliche, die in ihrer sexuellen Entwicklung noch sehr unreif sind, probieren schnell mal etwas aus. Wenn ihnen dann ständig unter die Nase gerieben wird, wie "schön", "toll" und natürlich Homosexualität sein, experimentieren sie vielleicht auch in dieser Richtung - was sie wohl sonst nicht gemacht hätten. Was durchaus dazu führen kann, dass ihr Leben einen völlig anderen Verlauf nimmt. Hinzu kommt, dass man das Recht von Eltern akzeptieren sollte, ihren Kindern traditionell christliche Familienwerte zu vermitteln, die vielleicht eine andere Sichtweise zum Thema Homosexualität haben.


Wie seht ihr dann Schwule, die ihre Homosexualität voll ausleben?


Wir sehen uns nicht als besser oder schlechter als sie, sondern akzeptieren und respektieren ihre Entscheidung, wenngleich wir sie nicht für gut heißen. Gleichwohl fordern wir dasselbe Maß an Respekt und Toleranz für unsere Entscheidung und Meinung, das man für sich selbst verlangt. Wir sind Christinnen und Christen und müssen uns unseres Glaubens nicht schämen.



Was sind "Ex-Gays"?

Ex-Gays sind Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die ihr schwules Leben hinter sich gelassen haben bzw. gar nicht ein solches beginnen möchten, sondern für sich selbst einen anderen Weg gefunden haben. Manche gründen Familien, andere bleiben Single. Ex-Gay zu sein bedeutet also keineswegs, keinerlei gleichgeschlechtliche Neigungen mehr zu empfinden. Die sexuelle Energie wird hier jedoch in andere Bahnen gelenkt und als kreative Kraft gesehen, die dabei hilft, die eigenen Gaben und Talente zum Blühen zu bringen.


Warum habt ihr euch nicht einfach der bestehende katholischen Einrichtung "Courage" angeschlossen?


Wir sehen uns solidarisch mit Courage, denken aber, dass wir unsere Gaben am besten in einer unabhängigen Organisation zur Geltung bringen können. Insofern haben wir uns nicht "gegen Courage", sondern "für Miserere Nobis" entschieden. Beide Einrichtungen ergänzen sich bestenfalls, was mit Sicherheit von Vorteil für die Menschen ist, denen wir dienen.



Ihr seid doch für Menschen mit "ungewollten" gleichgeschlechtlichen Neigungen da. Heißt das nicht automatisch, dass diese Menschen dann ihre Neigungen dann ändern wollen? Führt das nicht logischerweise zur "Konversionstherapie"?

Keineswegs. Viele von uns hatten in frühester Jugend mit dem Anbruch der Pubertät und den ersten gleichgeschlechtlichen sexuellen Empfindungen eine tiefe Ablehnung diesen Neigungen gegenüber. Diese Ablehnung hat sich dann oft ihr ganzes Leben lang nicht geändert. Andere sind erst in späteren Jahren zu diesem Entschluss gekommen. Das heißt aber nicht automatisch, dass sie dann "heterosexuell" sein wollen. Für diejenigen unter uns etwa, die Christinnen und Christen sind, ist diese Frage unerheblich. Wir wollen mit ganzem Herzen Jesus Christus nachfolgen. Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben in vielerlei Hinsicht aus der Norm fallende Gaben und Talente. Sie müssen ihre sexuelle Energie also nicht zwangsweise in gleichgeschlechtlichen sexuellen Begegnungen ausleben, sondern können sie verwenden, um diese Gaben und Talente zu stärken und fördern. Nicht nur in der freien Wirtschaft kann es von Vorteil sein, die Dinge anders als alle anderen Menschen zu sehen und anzugehen. Mit "ungewollten" gleichgeschlechtlichen Neigungen meinen wir also, dass wir diese nicht ausleben wollen - weder in der schwulen Szene noch in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Das bedeutet nicht, dass wir unsere Neigungen deshalb verleugnen, unterdrücken oder was auch immer. Wir definieren uns nur nicht über sie und haben für uns entschieden, dass wir ein anderes Leben führen möchten. Gleichzeitig bieten wir den Menschen Unterstützung an, die ebenso denken und empfinden.

Diese unsere freie Entscheidung bitten wir doch zu respektieren. Es ist in hohem Maße verwerflich, wenn uns von psychischen Krankheiten bis zur Selbstverleugnung alles Mögliche unterstellt wird, ohne jemals mit uns Kontakt aufgenommen zu haben.

Mit der Toleranz und dem Respekt ist es nämlich so eine Sache - die kann man nicht einfach nur für sich selbst einfordern, die muss man auch anderen gewähren.


Ist "Homosexualität" eine Krankheit?

13.06.2019 – Robert Gollwitzer



Allein die Fragestellung dürfte jeden politisch korrekten Menschen nach Luft schnappen lassen. Wie kann man das nur in Betracht ziehen?

Man kann, darf – und muss vielleicht sogar. Wissenschaft und Therapie sind schon lange nicht mehr frei. Sie sind dem Zeitgeist und der politischen Korrektheit unterworfen. Mediziner und Therapeuten plappern nach, was ihnen vorgesagt wird – und die meisten Menschen glauben ihnen, ohne ihren gesunden Menschenverstand zu benutzen. Ganz so einfach und logisch ist die Angelegenheit nämlich keineswegs.




„Homosexualität“ wurde erst ab den 70ern von der Liste der psychischen Störungen genommen. Nicht etwa aufgrund neuer medizinischer Erkenntnisse, sondern einzig und allein wegen des politischen Drucks der Schwulenbewegung.



Um oben genannte Frage zu beantworten, bedarf es vorab einer Begriffsklärung: Was meinen wir, wenn wir über „Homosexualität“ reden und was ist eine „Krankheit“?



Mit „Homosexualität“ bezeichnen wir die Tatsache, dass sich jemand überwiegend und über einen längeren Zeitraum hinweg in sexueller und/oder emotionaler Hinsicht zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt. Manche bevorzugen aber den Begriff "gleichgeschlechtliche Neigungen" und sehen „Homosexualität“ nicht als eigenständige Identität an.



„Krankheit“ wiederum wird von Wikipedia wie folgt definiert:

"Krankheit ist ein Zustand verminderter Leistungsfähigkeit, der auf Funktionsstörungen von einem oder mehreren Organen, der Psyche oder des gesamten Organismus beruht und zurückgeht.

(...)

Krankheit wird oft im Gegensatz zu Gesundheit definiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat allerdings Gesundheit auch schon 1946 als idealen Zustand optimalen Wohlbefindens definiert. Zudem ist Krankheit nicht die einzige mögliche Ursache für mangelhafte Gesundheit. Die Übergänge zwischen „Gesundheit“ und „Krankheit“ sind fließend. Vieles mag letztlich einfach eine Frage der Sichtweise sein, zumal der Ausdruck Krankheit keine biologische Konstante, sondern ein kulturelles wertbezogenes Konstrukt darstellt. (...)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 21. März 1958 definiert: „Krankheit ist jede Störung der normalen Beschaffenheit oder der normalen Tätigkeit des Körpers, die geheilt, d. h. beseitigt oder gelindert werden kann.“ Nach einer neueren Formulierung des Bundessozialgerichts (BSG) wird im Kranken- und Unfallversicherungswesen unter Krankheit „ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der ärztlicher Behandlung bedarf und/oder Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat“ verstanden. Dadurch ist der medizinische Krankheitsbegriff nicht deckungsgleich mit dem sozialrechtlichen.“



Viele Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen fühlen sich damit nicht wohl – unabhängig vom Urteil der Gesellschaft. Ihr „optimales Wohlbefinden“ wäre also zumindest gestört.

Krankheit als Gegensatz zur Gesundheit bzw. zum optimalem Wohlbefinden zu definieren, ist eine mehr als zweifelhafte Definition. Folgt man der Logik dieser Argumentation, führt dies zu absurden Ergebnissen. Wenn alleine das subjektive Wohlbefinden über Krankheit oder Gesundheit entscheidet, so bedeutet das zum einen, dass Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen, die darunter leiden, Anspruch auf eine Therapie hätten. Es würde weiterhin bedeuten, dass Menschen mit wie auch immer gearteten sexuellen (oder sonstigen) Normabweichungen anführen könnten, dies sei nicht krankhaft, da sie sich subjektiv "wohl" fühlen.

Norm kann im Übrigen vieles sein - das, was die Mehrheit tut oder eine mehrheitlich anerkannte Werte- und/oder Verhaltensgrundlage. Die Mehrheit der Bevölkerung hat keine gleichgeschlechtlichen Neigungen und praktiziert keinen gleichgeschlechtlichen Sex. Was die Akzeptanz, moralische Wertschätzung oder zumindest Gleichgültigkeit des überwiegenden Teils der Bevölkerung angeht, so wage ich hier keine Schätzung. Meine Erfahrung ist, dass selbst diejenigen, die nach außen eine "leben und leben lassen"-Mentalität haben, bei näherem Nachfragen bzw. wenn es die eigenen Kinder betrifft doch schnell eine Ablehnung homosexuellen Handels aufweisen.



Da der BGH bei der Bewertung von Krankheit ausdrücklich auf die „normale“ Beschaffenheit und Tätigkeit des Körpers Bezug genommen hat, muss im vorliegenden Fall geklärt werden, ob „Homosexualität“ zur „normalen“ oder „natürlichen“ Beschaffenheit oder Tätigkeit des Körpers zählt.



Wenn mit „natürlich“ "sich aus den Gesetzen der Natur ergebend" gemeint ist, so ist dies eher zu verneinen. Ist sie dann "in der Natur des Menschen begründet"? Wer vermag das zu beantworten?

Dient sie der Arterhaltung? Auch hier ein klares Nein. Bedeutet das also, dass hier ein von der Norm abweichender Körper- oder Geisteszustand vorliegt? Ist Homosexualität eine "Störung der normalen Beschaffenheit des Körpers oder der Psyche"?

Nun, sie entspricht zumindest nicht der normalen - also in der Mehrheit der Menschen vorzufindenden - Beschaffenheit. So gesehen also durchaus eine "Störung" oder "Regelwidrigkeit" (wie auch immer man diese Worte definieren mag).

Bedarf „Homosexualität“ deshalb der ärztlichen Behandlung und führt zur Arbeitsunfähigkeit? Mit derselben Logik könnte man fragen, ob „Transsexuelle“ einer ärztlichen Behandlung bedürfen und möglicherweise arbeitsunfähig werden. Ein Bewertungskriterium hierfür dürfte wohl die persönliche Wahrnehmung sein. Fühlt sich der Klient bzw. die Klientin durch ihren momentanen Zustand nicht nur geringfügig belastet? Ist die Belastung unter Umständen so groß, dass sie zur Arbeitsunfähigkeit führt?

Für gewöhnlich lautet die Argumentation wie folgt: „Homosexualität“ ist keine Krankheit. Damit kann (und darf) sie nicht therapiert werden. Dies würde außerdem zu psychischen Störungen führen. Es gibt auch keine „Heilung“.

Diese ist aber beim Vorhandensein einer „Krankheit“ keineswegs notwendig. Allein die Möglichkeit einer Linderung – etwa des persönlichen Leidensdrucks – wäre ausreichend. Wer sich durch seine gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht nur geringfügig belastet fühlt und eine Linderung des Leidensdrucks wünscht, würde also unter diese Kategorie fallen.

Die oft angeführten „psychischen Schäden“, die durch eine therapeutische Begleitung entstehen würden, sind bei näherem Hinsehen doch etwas anders zu bewerten: In den 15 Jahren, die mittlerweile vergangen sind, seitdem ich meine langjährige Zeit in der schwulen Szene beendet habe, durfte ich viele Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen („Ex-Gays“) begleiten. Nicht eine/r davon trug dadurch psychische Schäden davon. Gleichwohl habe ich eine Menge meiner schwulen Freunde verloren, die an den Folgen ihres Lebenswandels gestorben sind – Drogen, ansteckende Geschlechtskrankheiten etc. Ein Blick auf die Statistiken des Robert-Koch Instituts bestätigt dies: ein verschwindend geringer Prozentsatz der Bevölkerung („Männer, die Sex mit Männern haben“) hat doch einen enorm hohen Anteil an eben diesen Geschlechtskrankheiten. „Safer Sex“ schützt beileibe nicht vor allem.



Wer meint, im Körper des falschen Geschlechts geboren worden zu sein, darunter leidet und die erforderlichen psychologischen Gutachten beibringt sowie zusätzliche Voraussetzungen erfüllt, darf gegebenenfalls eine „geschlechtsangleichende Operation“ vornehmen lassen. Hier werden also psychische Leiden „therapiert“, indem man gesunde Körper verstümmelt. Dieser offenbare Bruch des hippokratischen Eides scheint aber kaum jemanden zu stören. Wer aber für sich in Anspruch nimmt, unter seinen gleichgeschlechtlichen Neigungen zu leiden, dem soll eine therapeutische Unterstützung untersagt werden, weil hier ja keine „Krankheit“ vorliege, sondern „nur“ der subjektive Wunsch des Leidenden und dieser subjektive Wunsch zwangsweise zu psychischen Störungen führen muss? Ist nicht euer Ernst.



Robert Gollwitzer



www.jason-international.org

www.misererenobis.org

www.homosexuals-anonymous.com



Warum soll man Menschen nicht so annehmen, wie sie sind?


Natürlich soll man Menschen so annehmen wie sie sind. Die Frage ist nur, was man darunter versteht. Wenn ein Mensch gleichgeschlechtliche Neigungen hat, soll man ihn selbstverständlich als Menschen annehmen, wertschätzen und lieben. Das heißt aber keineswegs, dass ich als Christ das Ausleben dieser Neigungen gut heißen oder gar fördern muss. Für Christen - und zwar für alle Christen unabhängig von ihren Neigungen! - gelten die Gebote Gottes. Das heißt, dass wir bestimmte moralische Standards und Richtlinien für unser Leben haben. Nirgendwo in der Bibel steht, dass man dieses und jenes nicht tun soll, außer man hat bestimmte Neigungen dafür. Wir alle haben Versuchungen, mit denen wir zu kämpfen haben. Was für eine Lebenseinstellung wäre es, einfach nur seinen Versuchungen nachzugeben, weil sie eben da sind!

Als Christen sind wir auch der festen Überzeugung, dass niemand Schaden nimmt, wenn er/sie die Gebote Gottes befolgt. Ebenso ist es uns aufgetragen, unsere Kinder im christlichen Glauben zu erziehen. Gerade weil wir sie lieben, werden und können wir nicht einfach so Dinge gut heißen, die unserem Glauben widersprechen und von denen wir der Ansicht sind, dass sie letztlich negative spirituelle (und möglicherweise auch negative psychische und körperliche) Konsequenzen haben werden. Gott lässt sich nicht verspotten. Auch sind wir uns bewusst, dass Er uns bestimmte Gebote nicht deshalb gegeben hat, weil Er uns gerne herum kommandiert, sondern weil Er uns liebt und weiß, wohin es führt, wenn wir unser Gesicht von Ihm abwenden.



Sind gleichgeschlechtliche Neigungen ein Suchtproblem?


Oft werden gleichgeschlechtliche Neigungen auf der selben Ebene wie Suchterkrankungen gesehen. Das ist eindeutig abzulehnen. Suchtprobleme (Sexsucht oder andere Suchterkrankungen) können zwar Bestandteil von gleichgeschlechtlichen Neigungen sein, das ist aber nicht zwangsweise so - und selbst wenn ein Suchtproblem hinzukommt, sind gleichgeschlechtliche Neigungen doch weitaus mehr als "nur" Suchtprobleme. So gibt es auch Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die diese nicht ausleben oder nur wenig sexuelle Erfahrung auf diesem Gebiet haben. Hier kann man schwerlich von einer Suchtproblematik sprechen.

Ein seelsorgerischer und/oder therapeutischer Ansatz, der rein auf Basis von Suchterkrankungen arbeitet, greift ganz klar zu kurz und wird auch nicht zum gewünschten Ergebnis führen.



Homosexualität ist nicht falsch - schließlich ist mittlerweile klar, dass Schwule so geboren worden sind! Da müsste Gott ja einen Fehler gemacht haben!

Zum einen gibt es bis jetzt noch keinen einzigen beweis dafür, dass Homosexualität angeboren ist - warum also annehmen, Gott hätte uns "schwul" gemacht? Sexualität wird für gewöhnlich durch ein Bündel verschiedenster Faktoren beeinflusst, wobei die Gene nur einen Teil ausmachen. Zum anderen ist es für einen Christen unerheblich, ob man so "geboren" wurde oder nicht. Wir sind nicht Sklaven unseres Gencodes und außerdem ist die Tatsache, dass etwas "angeboren" ist kein Hinweis dafür, ob es auch moralisch richtig ist. Gesetzt den Fall, es gäbe tatsächlich ein "schwules Gen": als Christen müssen wir dann eben lernen, damit zu leben. Für uns ist die Bibel ausschlaggebend und das, was Gott uns darin sagt.


Ich habe mir meine Gefühle doch nicht ausgesucht!

Das mag so sein. Es gibt aber weitaus mehr Gefühle, die wir uns nicht aussuchen. Manchmal sind wir vielleicht wütend oder eifersüchtig. Diese Gefühle haben wir uns auch nicht ausgesucht - wir können uns aber sehr wohl aussuchen, ob wir ihnen freien Lauf geben und sie ausleben!


Ich bin schon homosexuell, seitdem ich denken kann!

Vielleicht hast du tatsächlich schon seit frühester Kindheit gemerkt, dass du "anders" bist (wobei wir hier ausdrücklich "anders" betonen - kann es nicht auch sein, dass du nur rückwirkend alles in diesem Licht interpretierst - was weiß ein Kleinkind denn schon von Homosexualität?). Vielleicht kannst du dich einfach nicht mehr erinnern. Wie dem auch immer - selbst das macht etwas nicht richtig oder falsch.


Gott hat mir also diese Gefühle gegeben - und jetzt will Er, dass ich ihnen nicht nachgebe??

Nur weil du bestimmte Gefühle hast, muss das nicht gleich heißen, dass Gott sie dir gegeben hat. Alle Menschen haben Gefühle, die auszuleben dem christlichen Glauben widersprechen würde. Na und? Auch Jesus wurde versucht - und hat der Versuchung widerstanden!


Wie auch immer - aber ich kann doch meine Sexualität nicht einfach ändern! Wollt ihr mich umpolen?

Wir zwingen niemanden, etwas zu tun oder nicht zu tun und wir wollen erst recht niemanden "umpolen". Als Christinnen und Christen glauben wir tatsächlich daran, dass das, was Menschen unmöglich ist, sehr wohl für Gott möglich ist. Und zu Ihm wenden wir uns um Hilfe. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere gleichgeschlechtlichen Neigungen sowohl in ihrer Häufigkeit wie auch in ihrer Intensität erheblich nachgelassen haben. Bei einigen sind sie gar ganz verschwunden. Manche unter uns haben heterosexuelle Gefühle entwickelt oder diese verstärkt - und eine Familie gegründet. Andere blieben Singles. Allen gemeinsam aber ist, dass sie ein enges Verhältnis zu Gott aufgebaut haben und ihr Leben an dem orientieren, was er uns in der Bibel sagt. Es mag sein, dass wir noch gleichgeschlechtliche Gefühle haben, aber sie beherrschen uns nicht mehr. Wir haben unser altes Leben aufgegeben und ein neues in Christus begonnen. Gehorsam dem Herrn gegenüber ist für uns wichtiger als alles andere. Im übrigen gibt es weltweit Wissenschaftler, die sehr wohl daran glauben, dass Homosexuelle therapeutisch begleitet werden können.



Warum sollte Gott denn wollen, dass ich etwas verändere, dass ich mein ganzes Leben lang gehabt habe? Ich habe ja versucht, es zu verändern, war aber nichts. Das klingt doch überhaupt nicht nach Gott!

Das klingt sogar sehr nach Gott! Er fordert von dir nichts anderes als von allen von uns: uns selbst zu verleugnen, ja aufzugeben. Unser Kreuz auf uns zu nehmen und Ihm nach zu folgen! Er weiß, dass du versucht hast, dich zu ändern und das aus eigener Kraft nicht kannst! Er hat auch nicht gesagt, dass DU dich ändern musst. Er hat gesagt, du musst Ihm nachfolgen und gehorsam leben. Die Veränderung in unseren Herzen, also im Inneren, ist Sein Job - der Gehorsam allerdings unserer. Wir sind nicht hier, um unser "Selbst" zu befriedigen, sondern es zu verlieren. Nichts von uns und alles von Ihm!


Es ist doch inzwischen bewiesen, dass homosexuelles Verhalten sogar im Tierreich weit verbreitet ist. Was für ein Problem habt ihr also damit?

Nun, ich will mal nicht so sehr auf die wissenschaftliche Seite eingehen (meiner Kenntnis nach sind derartige Fälle bei weitem nicht so verbreitet wie angenommen und erst recht selten unter natürlichen Bedingungen anzutreffen. Aber dem mag jeder selbst nachgehen. Ich denke aber doch, dass man solchen Berichten einmal objektiv nachgehen sollte, anstatt etwas nachzuplappern, was man irgendwo aufgeschnappt hat).

Aber gehen wir doch um der Diskussion willen einmal davon aus: nehmen wir an, es gibt Fälle homosexuellen Verhaltens im Tierreich. NA UND?? Will man tatsächlich tierisches Verhalten dafür hernehmen, um menschliches Verhalten zu rechtfertigen? Würde dies unser eigenes Verhalten irgendwie "moralischer", "richtiger" oder "natürlicher" machen? Im Tierreich gibt es eine Menge von Verhaltensweisen, die nachzuvollziehen für Menschen wohl kaum annehmbar wäre.

Ist es nicht ein Armutszeugnis, wenn man derartige Vergleiche als Rechtfertigung seiner eigenen Position verwenden muss?


Die Diskriminierung von Schwulen ist schuld am erhöhten Risiko dieser Menschen, psychisch krank zu werden!

Auch wenn derartige Thesen sogar von Fachleuten immer wieder verbreitet werden, ist diese Behauptung schlicht unwissenschaftlich oder anders gesagt: in ihrer Vereinfachung falsch.

Es ist selten nur ein Faktor am Entstehen einer psychischen Erkrankung schuld. Pauschale Schuldzuweisungen auf einen einzigen externen Faktor sind somit Unsinn.

Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben grundsätzlich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, psychisch zu erkranken. Dies hat unterschiedliche Ursachen - sowohl interne wie externe.

Angesichts des hohen Drogenkonsums, der teilweise in der schwulen Szene vorherrscht, dem promisken Lebensstil vieler Homosexueller und der oft extremen Sexualpraktiken ist es nicht seriös, mit dem Finger auf eine vermutete „Diskriminierung“ zu zeigen (die in Deutschland zudem kaum mehr vorhanden sein dürfte).

Warum werden dann immer noch solche platten Aussagen verbreitet? Der Grund hierfür ist wohl weniger im medizinischen denn im politischen Bereich zu suchen. Wenn man etwas oft genug sagt, glauben es die Menschen. Was also nicht ins politisch korrekte Weltbild passt, das wird passend gemacht - und wenn es auf Kosten einer Wissenschaft geht, die schon lange aufgehört hat, frei zu sein.


Ich habe gehört, dass Homosexualität bei Naturvölkern weit verbreitet ist. Es scheint dort ganz normal zu sein, dass etwa Männer mit Jungen Sex haben. Und deshalb werden dort auch nicht mehr Jungen homosexuell als anderswo.

Gleich zu Anfang: Hast du dies Fakten wirklich überprüft? Oder wird hier wieder kritiklos irgend etwas weiter gegeben, ohne sich von dessen Wahrheitsgehalt und vollem Hintergrund zu überzeugen?

Aber gehen wir der lieben Diskussion willen einmal davon aus, es sei wirklich so.

Was will man damit eigentlich rechtfertigen oder begründen/erklären? Was, wenn es für ein "Naturvolk" "normal" ist und das sie nichts Verwerfliches dabei finden, Angehörige des Nachbarstammes umzubringen? Heißt das dann, bei uns ist das auch in Ordnung?

Auch hier gilt: die Tatsache, dass "Naturvölker" etwas tun, macht etwas nicht "natürlich" im Sinne von "normal" oder gar "moralisch richtig". Wir haben unser eigenes Wertesystem, das sich - gerade in Europa - aus christlichen Traditionen und Moralvorstellungen entwickelt hat (was ja heute wieder sehr kritisiert wird. Nur was uns da als "Ersatz" präsentiert wird, ist in meinen Augen oft nicht akzeptierbar). Was für andere in Ordnung geht, muss für mich/uns noch lange nicht richtig sein.

Es kann auch nicht angehen, dass jeder für sich persönlich entscheidet, was gut, richtig, moralisch in Ordnung und sittlich richtig ist. Wenn dies eine individuelle Entscheidung sein soll und nicht ein gesellschaftlicher Konsens über das, was wahr und richtig ist, kann das nur den moralischen Untergang jeder Gesellschaftsordnung bedeuten.

Ganz abgesehen davon: was will man eigentlich mit solchen Aussagen ausdrücken? Dass Jungen doch einmal Sex  mit anderen Jungen oder gar Männern haben sollen - sie würden dadurch schon nicht schwul? Dass etwas dadurch richtig wird, dass es andere auch tun?

Als Christen gründet sich unsere Vorstellung von Werten und Moral zuallererst auf die Bibel. Wir wissen, dass Gott uns liebt - und wenn er uns sagt, wir sollten bestimmte Dinge tun oder uns im Gegenzug ausdrücklich davor warnt, andere zu tun, dann nicht, weil Er uns gerne herum kommandiert, sondern weil Er uns liebt und vor möglichen Konsequenzen unseres Handelns bewahren will.

Und im Zweifelsfall glauben und vertrauen wir doch eher dem Schöpfer des Universums als dem, was andere uns glauben machen wollen. Dies ist eine persönliche Entscheidung unsererseits und wir verlangen keineswegs, dass jeder so denkt. Aber es ist unsere Entscheidung. Wir stehen dazu und werden diese auch öffentlich vertreten.

Wir schämen uns nicht unserer Werte - egal, was andere tun, denken oder sagen.


Was sind Charakteristika von "ungewollten" gleichgeschlechtlichen Neigungen?

Typische Ausdrucksformen wären etwa ein subjektiver und/oder objektiver Kontrollverlust (etwa hinsichtlich der Sexualkontakte oder von Pornographie) oder auch das subjektive Empfinden von Leid. Dies sitzt in der Regel so tief, dass ich den Betroffenen nicht einfach zu einer Therapie raten kann und darf, die ihnen dieses Leid "ausredet" (ein solches Vorgehen ohne Einverständnis des Betroffenen halten wir auch für zutiefst unethisch).
Oft wollen Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen auch nicht unbedingt die Neigungen an sich "los werden", sondern die Kontrolle darüber wieder erlangen (also nicht mehr ein Sklave der Lust zu sein und seine Identität auch nicht mehr allein über das "Schwul-sein" zu bestimmen) und möglicherweise die Intensität und Häufigkeit dieser Neigungen herunterzuschrauben. In der Regel wollen sie - trotz oder auch gerade wegen dieser Neigungen - ein erfülltes Leben führen, so wie sie sich das für sich vorstellen. Jenseits von schwuler Szene und Partnerschaft.

Es steht uns nicht zu, darüber zu urteilen. Noch weniger steht es uns zu, ihnen psychische Störungen deswegen einreden zu wollen (vielleicht wegen des eigenen schlechten Gewissens?), die sie nicht haben.


Ist die sexuelle Neigung nun festgeschrieben oder veränderlich?

Hier widersprechen sich momentan einige wissenschaftliche Theorien, Forschungen und selbst Argumente von schwulen Aktivisten.

Hatte man bisher darauf gepocht, dass die menschliche Sexualität in Stein gemeißelt und damit unveränderbar ist, sprechen heute viele Wissenschaftler (und auch Schwule) von einer "Fluidität" der sexuellen bzw. auch der geschlechtlichen Identität.

Gestützt wird diese These neben wissenschaftlichen Forschungen auch von vielen Lebensberichten von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen bzw. von Menschen allgemein. Sie berichten davon, dass sich ihre sexuelle Orientierung hinsichtlich der Intensität und Häufigkeit, aber auch hinsichtlich des Objekts der Begierde (homosexuell vs. heterosexuell) während ihres Lebens verschoben hat - von minimalen Änderungen bzw. hin zu dramatischen Wechseln.

Es wäre nicht wissenschaftlich und zudem ethisch verwerflich, die Authentizität dieser Aussagen generell in Zweifel zu ziehen bzw. außer Acht zu lassen.


Was bedeutet Scham in Verbindung mit Homosexualität? Schämen sich Schwule dafür, dass sie so sind, wie sie sind?

Das ist hiermit nicht notwendigerweise gemeint. Zwar lässt sich durchaus bei vielen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen in ihrer frühen Pubertät, wenn die ersten sexuellen und emotionalen Gefühle für Menschen des gleichen Geschlechts auftreten, feststellen, dass hier eine gewisse Scham auftritt und sich die Betroffenen oft innerst zutiefst dagegen sträuben. Dies lässt sich auch nicht einfach auf die Diskriminierung durch die Gesellschaft schieben. Viele junge Menschen, die dies durchmachen, weigern sich innerlich, ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen einfach so anzunehmen und wollen nichts mehr, als heterosexuelle Neigungen zu entwickeln. Irgendwann geben sie diesen Kampf aber dann auf - unter anderem deshalb, weil die Gesellschaft ihnen ständig unter die Nase reibt, wie toll und normal es ist, diese Neigungen auszuleben - oder weil sie keine Unterstützung bei diesem inneren Kampf um ihre Identität gefunden haben.

Tatsächlich ist dieses Schamgefühl jedoch bereits vor den gleichgeschlechtlichen Neigungen vorhanden. Bereits sehr früh denken Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, wenn mich jemand anderes so sehen könnte, wie ich wirklich bin, würde er/sie mich abweisen.

(Quelle: u.a. Dr. Joseph Nicolosi)



Ist "Homosexualität" eine Krankheit?

Allein diese Frage würde Schwule schon auf die Palme bringen. Wie ein Kniereflex kommt es von deren Seite: "Homosexualität ist keine Krankheit und bedarf deshalb keiner Therapie".

Ist dem so?

In den 70ern wurde Homosexualität in den USA - und daraufhin auch in anderen Ländern - von der Liste der psychischen Störungen genommen. Ursache hierfür waren keineswegs neue medizinische Erkenntnisse (die gab es seinerzeit nicht und die gibt es heute nicht), sondern allein politischer Druck.

Sehen wir uns die Definition von Krankheit an, wie sie uns Wikipedia liefert:

"Krankheit ist ein Zustand verminderter Leistungsfähigkeit, der auf Funktionsstörungen von einem oder mehreren Organen, der Psyche oder des gesamten Organismus beruht und zurückgeht. Diese Störungen werden ihrerseits durch strukturelle Veränderungen von Zellen und Geweben hervorgerufen.
Die Lehre von den Krankheiten ist die Pathologie, während die Nosologie sich mit der systematischen Einteilung von Krankheiten beschäftigt.
(...)
Krankheit wird oft im Gegensatz zu Gesundheit definiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat allerdings Gesundheit auch schon 1946 als idealen Zustand optimalen Wohlbefindens definiert. Zudem ist Krankheit nicht die einzige mögliche Ursache für mangelhafte Gesundheit. Die Übergänge zwischen „Gesundheit“ und „Krankheit“ sind fließend. Vieles mag letztlich einfach eine Frage der Sichtweise sein, zumal der Ausdruck Krankheit keine biologische Konstante, sondern ein kulturelles wertbezogenes Konstrukt darstellt. So hat sich der Begriff Befindlichkeitsstörung für Einschränkungen des leiblichen oder seelischen Wohlbefindens ohne objektivierbaren medizinischen Krankheitswert eingebürgert. Andererseits können als krankhaft definierbare Zustände auch ohne subjektiven Leidensdruck vorliegen.

Die normale Funktion eines Organismus ergibt sich aus der Regelhaftigkeit der Lebensvorgänge; in unterschiedlichem Ausmaß beinhaltet sie die Fähigkeit zur Anpassung an veränderte innere und äußere Bedingungen. Ihre Beurteilung durch Menschen weist auch Abhängigkeit von deren Normvorstellungen auf.

Als Funktionsstörung kann Krankheit verschiedene Bereiche lebendigen Seins betreffen und sich in deren Wechselwirkungen entwickeln. Physiologische Funktionen sind wesentliche Eigenschaft des Lebens. Organismen existieren in komplexen Umwelten und erhalten, erneuern und verändern sich durch beständigen stofflichen und energetischen Austausch. Viele Arten von Organismen leben in sozialen Zusammenhängen. Zu den Funktionen des Lebens gehört auch Verhalten und höherentwickelte Organismen weisen emotionale Funktionen auf. Die Personalität und Sozialität von Menschen funktioniert auch in Abhängigkeit von ihrer kulturellen Welt.
(...)
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 21. März 1958 definiert: „Krankheit ist jede Störung der normalen Beschaffenheit oder der normalen Tätigkeit des Körpers, die geheilt, d. h. beseitigt oder gelindert werden kann.“ Nach einer neueren Formulierung des Bundessozialgerichts (BSG) wird im Kranken- und Unfallversicherungswesen unter Krankheit „ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der ärztlicher Behandlung bedarf und/oder Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat“ verstanden. Dadurch ist der medizinische Krankheitsbegriff nicht deckungsgleich mit dem sozialrechtlichen. Entscheidende Kriterien für die Beurteilung als Krankheit im Sozialrecht sind:

Behandlungsbedürftigkeit (nicht bei altersbedingten Erscheinungen; kosmetischen Behandlungen, die rein ästhetischer Natur sind (wie beispielsweise Haartransplantation), sehr wohl jedoch, wenn eine anerkannte medizinische Notwendigkeit vorliegt (wie beispielsweise Korrektur der Nasenscheidewand oder Behandlung von Narben))
Wahrnehmbarkeit nach außen (z. B. Disharmonien der genetischen Werte erfüllen den Sachverhalt nicht)
Besserung des Leidens oder Verhütung von Verschlimmerungen (die Behandlung muss nach den Grundsätzen der ärztlichen Wissenschaft erfolgversprechend sein)"

Ist Homosexualität eine Funktionsstörung der Psyche oder liegt ihr eine Zellveränderung zugrunde? Das zu beantworten, wird wohl noch einige Jahrzehnte dauern.

Krankheit als Gegensatz zu Gesundheit bzw. zu optimalem Wohlbefinden zu definieren, ist eine mehr als zweifelhafte Definition. Folgt man der Logik dieser Argumentation, führt dies zu absurden Ergebnissen. Wenn alleine das subjektive Wohlbefinden über Krankheit oder Gesundheit entscheidet, so bedeutet das zum einen, dass Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen, die darunter leiden, Anspruch auf eine Therapie haben. Es würde weiterhin bedeuten, dass Menschen mit wie auch immer gearteten sexuellen (oder sonstigen) Normabweichungen anführen können, dies sei nicht krankhaft, da sie sich subjektiv "wohl" fühlen.

Mit dieser Argumentation begibt man sich also auf Glatteis.

Wie sieht es mit dem Bezug auf "Normvorstellungen" aus? Norm kann vieles sein - das, was die Mehrheit tut oder eine mehrheitlich anerkannte Werte- und/oder Verhaltensgrundlage. Die Mehrheit der Bevölkerung hat keine gleichgeschlechtlichen Neigungen und praktiziert keinen gleichgeschlechtlichen Sex. Was die Akzeptanz, moralische Wertschätzung oder zumindest Gleichgültigkeit des überwiegenden Teils der Bevölkerung angeht, so wage ich hier keine Schätzung. Meine Erfahrung ist, dass selbst diejenigen, die nach außen eine "leben und leben lassen"-Mentalität haben, bei näherem Nachfragen bzw. wenn es die eigenen Kinder betrifft, doch schnell eine Ablehnung homosexuellen Handels aufweisen.

Ist Homosexualität "natürlich"?

Erneut eine Definitionsfrage. Wenn hiermit "sich aus den Gesetzen der Natur ergebend" gemeint ist, wohl eher nicht. Ist sie "in der Natur des Menschen begründet"? Wer vermag das zu beantworten?
Dient sie der Arterhaltung? Auch hier ein klares Nein.
Diese Frage eröffnet mehr weitere Fragen als dass sie Antworten liefert.

Ist Homosexualität eine "Störung der normalen Beschaffenheit des Körpers oder der Psyche" - und damit doch eine Krankheit?

Nun, sie entspricht zumindest nicht der normalen - also in der Mehrheit der Menschen vorzufindenenden - Beschaffenheit. So gesehen also durchaus eine "Störung" oder "Regelwidrigkeit" (wie auch immer man diese Worte definieren mag).

Zusammenfassend kann man also durchaus sagen, dass die momentane Rechtslage und gelte politisch korrekte Meinung durchaus Anlass zu Rückfragen gibt. Diese Rückfragen müssen erlaubt sein - auch und gerade im Sinne der Betroffenen. Man hilft niemanden, wenn man alles schön redet oder der Wissenschaft einen politischen und juristischen Knebel verpasst.


Unwanted same-sex attractions: Stereotypes & other erroneous beliefs

When it comes to unwanted same-sex attractions, often times a set program loads up when certain buttons are pushed, especially when we are talking about men. You get to hear the story of the little boy who did not have a good relationship with his father and thus resulted in developing a gender-identity disorder. Or the adult man who admires in other men what he lacks in himself – the masculine traits. Other examples: A life in the gay scene that resulted in hitting rock bottom (like mental, social, professional, relational and/or health problems or disillusions), shame and guilt all along the way or broken families.


All of that could be the case. Note: it could be – but it does not necessarily have to be the case. Human sexuality is caused by a whole bunch of different factors and the mixture thereof. Also the human brain keeps on changing every minute of the day by our actions, words and deeds – all of that leaves traces. To put up one stereotyped and simplified scenario and generalize that for everyone might lead to wrong conclusions and perceptions. Not every boy who later on developed same-sex attractions had a bad or missing relationship with his father – or was sexually, emotionally, verbally or physically abused. And from those who were not everyone developed same-sex attractions. Also you cannot simplify those attractions as a “gender-identity disorder”. That definition would only cover part of it – and only for a part of those who have those attractions. People with same-sex attractions are not just “sick”. They don’t necessarily need our pity because they had a bad childhood. They are not simply “messed up”.


Also not every man with same-sex attractions ended up in the gay scene – and did not necessarily end up with many different sex partners, practicing extreme forms of sexuality, not finding a long-term monogamous relationship. Yes, all of that happens quite often – but setting up a simple pattern that makes things easy to explain and forcing them on all those who have same-sex attractions is simply not acceptable.
Not every man with same-sex attractions is desiring men who have what he thinks he does not have (for example a physically weak man with a low self-esteem that desired strong and assertive men). Some men look for similar men (even though those who tend to look and act similar from the outside are not so similar if you take a closer look). Others look for younger, tender men.


Yes, many men with same-sex attractions have a gender-identity disorder, but is this a must? Aside from that: A gender-identity disorder only covers a small part of the human being. Humans according to the Bible are an entity of body, psyche and soul. A GID only refers to the psyche (with implications on the other two though).
So what should we do? As much as patterns can be useful to describe what we experience, see and feel, we need to keep in mind that human beings don’t always follow patterns. Each person is different and needs to be seen as individual. Also those who have same-sex attractions should not just accept other people’s labels for them and see themselves as “sick” or “disordered” or try to explain their own attractions in simplified patterns and brains. Those who try to assist people with unwanted same-sex attractions on their way to freedom should keep in mind that there is no simple system with simple rules for stereotyped persons. It just does not work that way. If you try to do that, you might become disillusioned in no time and might also disillusion those you try to help – and in the end things could be a lot worse than ever before.


For everyone involved: Get information, talk to others, find out about the true and legitimate emotional and relational needs of the person with same-sex attractions and listen closely his or her story. Find out in which areas the inner struggle lies and seek help there. If your tooth aches you wouldn’t call the pastor, right? Same with same-sex attractions: If your problem is a relational one, you can’t just “pray away the gay”. Most of all, however, we need to rely on God and trust in Him – especially in those situations where we do not see any sense or purpose, where we are scared and have no clue where this is leading us, where it all looks dark with no light in sight. Put your last bit of trust in Him. He created you and He will call you home one day – and He is the one who will never ever let you down, who can bring good out of all that trouble you might have gone through, who can heal you and whose love will never fail. Jesus died for us so the power of sin is broken. We are free!!


Robert



Was heisst hier "reparative Therapie"? Wollt ihr uns reparieren wie ein kaputtes Auto?

Das hat überhaupt nichts mit der reparativen Therapie zu tun. Die "Reparatur" geht hier vielmehr zunächst vom Homosexuellen selbst aus, der mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen und Handlungen versucht, Verletzungen aus der Kindheit zu "reparieren". Sex allerdings wird den Betroffenen nicht das geben, was sie wirklich suchen, sondern allerhöchstens den Schmerz kurzfristig betäuben oder davon ablenken. Tatsächlich aber wird das Ganze nur noch schlimmer - man löscht Feuer mit Benzin und sucht an den falschen Orten nach Liebe und Bestätigung durch das eigene Geschlecht. Bei der reparativen Therapie lernen die Betroffenen unter anderem, dass man sehr wohl authentische emotionale Beziehungen zum eigenen Geschlecht aufbauen und somit die gleichgeschlechtlichen Neigungen reduzieren kann.


Gleichgeschlechtliche Empfindungen und Handlungen haben auch sehr viel mit Neid zu tun. Ein Mann will etwa wie ein anderer Mann sein, den er als besonders maskulin empfindet. Da er aber nicht wie er sein kann, will er ihn haben/besitzen - durch Sex. Viele Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen wollen etwa einen "richtigen Mann". Ein richtiger Mann will aber eine Frau. Wenn ein Mann, den man als besonders männlich ansieht, tatsächlich auf ein sexuelles Angebot mit einem anderen Mann eingeht, hat er in Wirklichkeit dasselbe Problem wie man selbst.

Viele Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen wollen auch besonders männlich aussehen. Sie trainieren sich Muskeln an, schneiden ihre Haare kurz, lassen sich Bärte wachsen, tragen Militär- und/oder Armeekleidung usw. Im Grunde wollen sie damit nur erreichen, dass andere Männer ihren männlichen Körper bewundern, sie so als Männer ansehen und in ihrer Männlichkeit bestätigen. Tatsächlich aber ist dies eine völlig überzeichnete Form von Männlichkeit und ein verzweifelter Versuch, auf diese Art und Weise von anderen Männern in ihrer Mitte als einer der ihren angesehen zu werden - ein Versuch, dessen Wurzeln teilweise bis auf die Kindheit zurückgehen.

(Quelle: u.a. Dr. Joseph Nicolosi)



Wir müssen endlich aufräumen mit den Vorurteilen, die auch und gerade in unseren Kirchen immer noch gegenüber Homosexuellen vorherrschen!

Diese Aussage mag zwar gut gemeint sein, beinhaltet aber – gewollt oder ungewollt – dass jegliche Meinung, die nicht vollumfassend akzeptiert, dass das Ausleben gleichgeschlechtlicher Neigungen gleichwertig mit der in einer heterosexuellen Ehe gelebten liebenden und lebensschenkenden Sexualitaet ist, auf Vorurteilen basiert. Hier wird jegliches vernünftige Argument gegen homosexuelle Akte und jegliche Sichtweise zu dem Thema gleichgeschlechtliche Neigungen, die nicht dem gesellschaftlichen Mainstream entspricht, von vorneherein ausgeschlossen. Solche Praktiken grenzen an die Praktiken totalitärer Systeme.

Selbstverständlich sollten wir grundsätzlich niemandem mit Vorurteilen begegnen. Aussagen wie die oben genannte meinen aber in der Regel nicht, einfach jeden Menschen bedingungslos zu lieben und ohne Vorbehalte zu begegnen, sondern sie zielen zumeist darauf ab, von anderen die uneingeschränkte Akzeptanz von Homosexualität zu fordern, andernfalls hätte man eben "Vorurteile". Das ist eine arrogante Sichtweise und wir wehren uns ausdrücklich gegen solche Bestrebungen.



Die Gesundheit homosexueller Menschen ist nicht anders wie die von heterosexuellen! Psychische Störungen kommen vielleicht von der falschen Art und Weise, mit Homosexuellen umzugehen oder von diesen Therapie- und Umpolungsversuchen von Fundamentalisten!

Ohne hier zu sehr auf den wissenschaftlichen Hintergrund einzugehen (viele nützliche Artikel hierzu finden sich etwa auf www.dijg.de), können wir nur aufgrund unserer eigenen Erfahrung sowohl in unseren eigenen Lebensläufen als auch in den vielen Gesprächen und Kontakten mit anderen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen sagen, dass dem nicht so ist. Wir widersprechen zwar ausdrücklich der Behauptung, Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen ständig nur als “Kranke” zu sehen. Unsere Neigungen sehen wir keineswegs nur als etwas Negatives, sondern als Segen. Wir sind anders und das ist gut so. Gott hat uns andere Gaben mit- und aufgegeben und diese Gaben wollen wir reiche Frucht tragen lassen. Wir müssen nicht Kopien anderer Menschen werden, um Gott zu gefallen. Trotzdem sind wir nicht dasselbe wie Menschen, die rein heterosexuell empfinden. Hier geht es nicht nur um Begriffe wie “Gesundheit” oder “Krankheit”. Sagen wir es einmal so: Viele von uns sind in der Lage, Gefühle weitaus tiefer zu empfinden wie ihre rein heterosexuell empfindenden Geschlechtsgenossen. Es ist, als wenn unser “Schalter” für Empfindungen weiter aufgedreht ist und uns Gefühle tiefer und intensiver empfinden lässt, als es vielleicht viele andere können. Das kann ein Geschenk wie auch ein Fluch sein – nicht umsonst gelten gerade Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen oft als “verweichlicht”. Die Gefahr dabei ist, dass so manches außer Kontrolle oder unerträglich werden kann, was durchaus zu psychischen Problemen wie Depressionen, Angsterkrankungen oder Suizid-Versuchen führen mag. Hierfür kann man nicht einfach der Gesellschaft die Schuld geben. Genauso wenig kann man dies leugnen und behaupten, wir seien aus demselben Material gestrickt wie alle anderen. Auch das ist eine Form der Diskriminierung! Dies leugnet unser wahres Selbst und ist einfach nicht wahr! Derartige Behauptungen werden denn auch zumeist von Menschen gemacht, die selbst nicht gleichgeschlechtlich empfinden und keine Ahnung haben, wie es ist, so zu leben und zu empfinden!

Selbstverständlich gibt es auch eine falsche Art und Weise, mit Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen umzugehen. Zumeist wird aber unter “falsch” das verstanden, was der politische korrekten Auffassung widerspricht, es solle doch jeder und jede seine/ihre Neigungen nach Lust und Laune ausleben und dies bedingungs- und kritiklos akzeptiert werden. Damit hilft man niemanden – ganz im Gegenteil. Aus unserer eigenen Erfahrung heraus (eine Erfahrung, die Menschen, die solche Thesen verbreiten, zumeist nicht haben!) können wir nur davor warnen, hier zu naiv zu sein. Wir wollen hier keine Horrorszenarien beschreiben, was Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen so treiben, aber glauben sie uns, dass die durchschnittliche gleichgeschlechtliche Beziehung weitaus weniger monogam (nur auf einen Partner bezogen) und sexuell weitaus ausschweifender ist als die durchschnittliche heterosexuelle (wenngleich letztere aufholen), von spontanen und anonymen Sex-Kontakten ganz zu schweigen. Als Christinnen und Christen sind wir der tiefen Überzeugung, dass es Konsequenzen haben wird, wenn wir uns von Gottes Geboten abwenden und es schmerzt uns, dabei zuzusehen, wenn Menschen, die wir lieben, das tun. Gerade weil wir sie lieben, möchten wir ihnen sagen, warum wir uns für ein anderes Leben entschieden haben. Wir zwingen dies anderen nicht auf, möchten ihnen aber durchaus Alternativen aufzeigen. In gleicher Weise möchten wir Menschen mit rein heterosexuellen Neigungen schulen, wie sie anderen eine biblische und auf dem christlichen Glauben gegründete Sichtweise von Ehe, Familie und Sexualität geben können und ihnen dabei mit Liebe und Respekt begegnen, ohne jedoch von ihren Glaubensüberzeugungen abzuweichen. Man hilft niemandem, wenn man ihn oder sie um des lieben Friedens willen in etwas bestärkt, von dem man zutiefst überzeugt ist, dass es Gottes Willen widerspricht.

Auch halten wir es für unehrenhaft, immer wieder dasselbe nachzuplappern, was andere vorgeplappert haben, ohne sich selbst jemals mit Menschen wie uns getroffen und offen auseinandergesetzt zu haben. Wir polen niemanden um. Allein diese Ausdrucksweise empfinden wir schon als diskriminierend, umso mehr, wenn sie von Menschen kommt, die sich selbst als Christen bezeichnen. Was das Schlagwort "Therapie" angeht, so wird dieses meist so verwendet, also wolle man jemanden von einer Krankheit heilen. Wir sind zum einen eine Selbsthilfegruppe, machen also keine Psychotherapie oder ähnliches. Unser Programm kann von jedem bezogen und gelesen werden (ausschnittsweise auch online). Gleichwohl treten wir für das Recht eines jeden Menschen ein, sein Therapieziel mit einem qualifizierten Fachmenschen (und die gibt es auch in der Ex-Gay Bewegung!) selbst zu bestimmen. Wir verweisen auf die unzähligen wissenschaftlichen Abhandlungen zu diesem Thema wie auf die vielen internationalen anerkannten Therapeuten, die auf diesem Gebiet seit Jahrzehnten arbeiten und ebenso anerkannte wissenschaftliche Studien sowie Standardwerke verfasst haben. Diese Menschen einfach in eine radikale und "fundamentalistische" (ein Wort, das man heutzutage für alles verwendet, was einem nicht passt) Ecke zu schieben und ihre Methoden anzuzweifeln, ohne selbst ein Fachmann auf diesem Gebiet zu sein oder ohne sich selbst jemals damit beschäftigt oder mit Betroffenen ein offenes Gespräch geführt zu haben, lehnen wir als zutiefst unehrenhaft und auch unchristlich ab.

Wir "unterdrücken" unsere Neigungen auch nicht, sondern sind uns dieser Neigungen wohl bewusst. Gleichwohl haben wir gelernt, ein erfülltes Leben zu führen, ohne diese Neigungen auszuleben. Wir haben gelernt, bedeutsame gleichgeschlechtliche Freundschaften ohne jeden sexuellen Hintergrund aufzubauen und wir haben ebenso gelernt, darauf zu achten, was wir lesen, was wir im Fernsehen, im Internet oder sonstwo ansehen oder mit welchen Menschen wir Umgang haben und schließlich haben wir gelernt, Gott zum Zentrum unseres Lebens zu machen.

Menschen, die uns nie getroffen haben und uns nicht kennen, unterstellen uns nun, wir würden durch "Therapieversuche" (als ob es von vorneherein klar wäre, dass es keine Therapien geben kann, da nicht sein kann, was nicht sein darf!) psychisch krank werden. Was gibt diesen Menschen das recht, das zu tun? Wir haben viele eigene Erfahrungen und haben mittlerweile auch mit sehr vielen Gleichgesinnten Kontakt gehabt – national und international. Wir sind dem Herrn zutiefst dankbar, dass wir in dieser langen Zeit mit vielen unterschiedlichsten Menschen nicht einen einzigen getroffen haben, der/die durch das, was er/sie bei und durch uns und Menschen/Gruppen wie die unsere erfahren hat, psychisch krank wurde. Ganz im Gegenteil: wir durften viele Menschen begleiten, die ihr ganzes Leben verändert und an der Entwicklung ihrer Identität wie ihres Verhältnisses zu Gott zusammen mit Gleichgesinnten wie Fachleuten gearbeitet haben. Viele von ihnen sind mittlerweile verheiratet und haben Kinder. Eine große Anzahl von uns kann aus eigenen Erfahrungen berichten, dass wir zwar unter anderem wohl auch aufgrund unseres früheren Lebens in der schwulen Szene oder in schwulen Sex-Kontakten sowie aufgrund der unterschiedlichsten Faktoren, die einen Einfluss auf die Entwicklung unserer Neigungen Einfluss genommen haben, psychische Probleme bekommen haben, jedoch auch durch die enormen Veränderungen, die sich in uns selbst wie in unserem Leben vollzogen haben, psychisch wieder stabilisiert wurden und ein erfülltes Leben gefunden haben. Dies wurde bei so manchem von uns auch von Psychotherapeuten, Psychiatern oder Psychologen - oder auch Geistlichen und christlichen Brüdern und Schwestern - bestätigt, die uns jahrelang begleitet haben. Was gibt euch eigentlich das Recht, solche Behauptungen über uns aufzustellen? Ist es nicht ein Armutszeugnis, Menschen keine andere Alternative geben zu können und ihnen irgendwann einfach zu sagen, sie sollen doch leben, wie sie wollen, da sie es eh nicht schaffen werden, ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu führen? Wir haben es geschafft, und zu behaupten, wir würden nicht existieren oder "Ausnahmen" würde es nicht geben, empfinden wir sowohl als Diskriminierung als auch als persönliche Beleidigung. Es gibt Tausende von uns, aber unsere Existenz anzuerkennen, würde ja heißen, dass man die eigenen Thesen und die eigene verdrehte "Theologie" - so gut sie auch gemeint gewesen sein mochten - schließlich doch grundsätzlich überdenken muss! Anzuerkennen, dass es einen einzigen Menschen gibt, der/die es geschafft hat, ein anderes Leben zu wählen, selbst wenn er/sie immer noch gleichgeschlechtliche Empfindungen hat - wenn auch weit weniger häufig und intensiv -, bedeutet für andere Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nichts anderes, als dass man selbst keine Ausrede mehr hat. Welche theologische Sichtweise ist dies im übrigen, zu behaupten, dass man sich sowieso nicht ändern kann und somit Jesus umsonst am Kreuz gestorben ist! Oder im Gegensatz die Bibel und die kirchlichen Lehr-Aussagen solange umzudrehen und umzuinterpretieren, bis sie das gewünschte Ergebnis liefern?


Es gibt uns und ihr habt nun keine Ausreden mehr. Ihr könnt uns beschimpfen, radikalisieren oder gar kriminalisieren, aber es gibt uns immer noch.


Wo bleibt eigentlich das kirchliche Lehramt, wo bleibt das Magisterium, wenn es darum geht, das zu überprüfen, was so manche Theologinnen und Theologen mit kirchlichen Lehrauftrag - wenn auch mit den besten Absichten - von sich geben und was in so manchen Lehrmaterialien steht?



Es gibt Homosexuelle und es gibt Heterosexuelle. Beides sind eigenständige Formen der Sexualität und haben keinen gemeinsamen Ursprung.

Traurig, dass solche Thesen von christlichen Theologen vertreten werden. Warum? Weil es aus christlicher Sicht schlichtweg falsch - und selbst aus säkularer Sicht eine Position mit Konsequenzen ist. Aus eigener Erfahrung können wir euch sagen, dass es einen enormen Unterschied macht, welchen Blickpunkt man einnimmt. Wer sich etwa als "gay" bezeichnet, kauft sozusagen das ganze Paket: er/sie erzählt jedem, ob er es hören will oder nicht, dass er/sie schwul oder lesbisch ist. Nicht nur das: man fordert von der gesamten Welt, die gleiche Einstellung zur Homosexualität zu haben wie man selbst, ansonsten ist man schnell dabei, die "Gegenseite" mit Schimpfwörtern zu überhäufen und öffentlich durch den Dreck zu ziehen und in eine radikale, "fundamentalistische" Ecke zu drängen. Die Zugehörigkeit zur "Szene" wird außerdem nicht nur Öffentlichkeits-wirksam erklärt, sondern auch praktiziert - inklusive eines Sexualverhaltens mit oft (wenn auch nicht immer!) wechselnden Partnern und tendenziell weitaus extremeren oder zumindest "wilderen" Sex als der Rest der Welt. Man ist 24 Stunden am Tag "gay" und das ganze Leben scheint sich nur mehr darum zu drehen (wir überzeichnen hier bewusst, um die Unterschiede klarer herauszuarbeiten).
Dann gibt es die, die sich als "homosexuell" bezeichnen. Das sind Menschen, die nicht unbedingt etwas mit der schwul-/lesbischen Szene am Hut haben, sondern dieser sogar oft ablehnend gegenüberstehen und mit der offenen Zurschaustellung einen lauten, schrillen Form von Homosexualität nichts anfangen können. Sie sehen meist aus wie Otto Normalverbraucher und leben zumeist auch so. Hier finden sich auch längerfristigere Partnerschaften und auch sexuell ist man in der Regel gemäßigter als die erste Gruppe.
Schließlich gibt es noch die, die sich als das sehen, als das sie Gott geschaffen hat: heterosexuelle Menschen. Heterosexuelle Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer (und selbst wenn diese genetischer Art sein mögen!) - gleichgeschlechtliche Neigungen haben. Für diese letzte Gruppe gibt es so etwas wie Homosexualität als eigenständige Form der Sexualität nicht (dieser Begriff ist im Übrigen noch relative jung!). Diese Gruppe vertritt im Grunde nichts anderes als das biblische Menschenbild - wofür sie auch ständig angegriffen und niedergemacht werden. Hier ist man sich offenbar für nichts zu schade. Man darf aber fragen, warum dies so ist. Wenn ich mir meiner eigenen Sexualität so sicher bin und sie wirklich für so natürlich und normal halte, wie dies Schwule und Lesben immer wieder behaupten, kann es mir erstens egal sein, ob diese nun "angeboren" ist oder nicht (ich würde hierauf keinen Gedanken verschwenden!), zweites könnte es mir völlig gleichgültig sein, ob es da Menschen gibt, die nicht so leben möchten. Warum sollte mich das auch stören? Mir geht es ja mit dem gut, was ich zu haben glaube und zu sein meine. Eine derartige Aggressivität gegenüber Ex-Gay Gruppierungen oder einfach nur traditionellen, konservativen Christinnen und Christen macht nur Sinn, wenn ich mir selbst absolut nicht so sicher bin, ob das, was ich da tue und zu sein vorgebe, wirklich mit einem rein heterosexuellen Leben zu vergleichen ist. Wenn ich tief in mir drin nicht so sein und so empfinden möchte, aber irgendwann aufgegeben und mich einem schwulen Leben hingegeben habe. Und jetzt kommen da Leute, die sagen, sie wollen nicht so leben und die offenbar sogar langfristig ihr Leben ändern können. Da tue ich mir natürlich schwer mit Ausreden mir selbst und anderen gegenüber. "Ich kann nicht anders", "ich bin so wie ich eben bin" usw. Klingt da auf einmal schal und leer.



Die Geschlechtsidentität entwickelt sich bereits in der Kindheit und kann weder verändert noch beeinflusst werden. Wer versucht, Homosexuelle zu therapieren, handelt unmenschlich, da er Homosexuelle zwingt, ihre Identität zu verleugnen. "Bekehrungen" oder "Veränderungen", wie sie von Fundamentalisten verkündet werden sind nichts anderes als Gehirnwäsche und unterdrückte Empfindungen. Erfolge gibt es nicht.

Unglaublich, dass auch solche Thesen von christlichen Theologen vertreten und verbreitet werden. Dies ist eine zutiefst christliche Einstellung und eine ebenso unchristliche Haltung anderen gegenüber - und vom biblischen und Hintergrund sowie von der überwiegenden Lehre des Christentums in den letzten 2.000 Jahren her schlichtweg falsch.

Selbstverständlich beginnt die Entwicklung der Geschlechtsidentität eines Menschen bereits in frühester Kindheit. Nicht umsonst wenden wir uns ausdrücklich gegen das heutzutage so populäre "Gender-Mainstreaming", das nette Worte verwendet, im Grunde aber die Grenzen zwischen den Geschlechtern leugnet und verschwinden lassen will. Auch muss man nur Standardwerke von Nicolosi, Satinover und anderen lesen, die nichts anderes behaupten. Oder man spricht mit Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen selbst. Wissen Sie, wie viele Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen Problem mit ihrem Vater seit frühester Kindheit hatten? Ein Vater, den sie oft als emotional oder physisch abwesend oder zumindest nicht zugänglich wahrgenommen haben und der sie dazu brachte, den für sie so notwendigen Anschluss an die Welt der Männer nicht zu finden?

Schwule Gruppen, die an Schulen gehen möchten und dort den Kindern und Jugendlichen erzählen wollen, wie schön und toll ein homosexuelles Leben doch sei und wie wertvoll homosexuelle Erfahrungen sind etc., behaupten ja ebenso wie oben angeführte Thesen, man müsse nicht Angst haben, dass sie die Jugendlichen verführen wollen oder aus heterosexuellen Jugendlichen homosexuelle machen würden, da dies ja eh nicht gehen würde. Netter Versuch. Die Wahrheit sieht aber anders aus: Kinder und Jugendliche sind, was ihre sexuelle Identität und damit auch ihre Geschlechtsidentität angeht, noch in der Entwicklungsphase. Reibt man ihnen in dieser Zeit ständig unter die Nase, wie toll und befriedigend und unglaublich schwuler Sex ist, werden sie das natürlich irgendwann mal vielleicht auch ausprobieren wollen. Mit Konsequenzen unter Umständen für ihr weiteres Leben. Das können Konsequenzen gesundheitlicher Art sein (welcher Jugendliche kümmert sich schon jedes Mal um Kondome, selbst wenn man es ihm/ihr immer wieder sagt?), aber auch ihren gesamten weiteren Lebenslauf betreffen (ein Beispiel von vielen, das zeigt, wohin frühe homosexuelle Erfahrungen führen können: Joe Dallas - www.joedallas.com).

Es war schon immer eine Strategie der Schwulenbewegung, Gays in der Öffentlichkeit als ganz normale Menschen wie du und ich darzustellen. Natürlich gibt es auch solche in der schwulen Szene. Jeder, der aber selbst Kontakt mit der Szene hatte - und viele von uns haben hier einen reichen Erfahrungsschatz, wird Ihnen bestätigen könne, dass eine langfristige und monogame Beziehung mit "ganz normalen Sex" und einem Lebensstil wie Otto Normalverbraucher in der Szene eine sehr große Ausnahme ist. Die schwule Szene zelebriert Sex - auch und gerade extremen Sex. In der Regel findet niemand Anstoß an schwulen Pornos, an Gruppensex in Saunas oder auf irgendwelchen Toiletten, Sado-Maso Praktiken, an Praktiken, die Ausscheidungen wie Urin beinhalten, an gemeinsamen Sex in dunklen Parks und vielem mehr. Hier soll nicht ein übertriebenes negatives Bild gezeichnet werden. Natürlich gibt es auch Schwule, die dies nicht tun. Die Tendenz zu extremeren und wilderen bzw. ausgefalleneren Sex ist weitaus deutlicher als bei heterosexuellen Paaren. Auch die Zahl der Sexpartner ist durchschnittlich höher. Dies wird von der schwulen Szene auch nicht als schlecht gesehen – man stellt sich aber ungern so in der Öffentlichkeit dar. Schließlich will man dort ein Ziel erreichen: die eigene Sichtweise zum allgemeinen Gesetz erheben und alle, die diese nicht teilen, in eine radikale, “fundamentalistische” und extreme Ecke zu drängen. Es ist schon interessant, dass man Ex-Gay Bewegungen und Therapieformen “Gehirnwäsche” vorwirft. Für uns hört sich die Taktik der Schwulenbewegung weitaus öfter nach Gehirnwäsche an als alles, was wir jemals getan haben.

Leider ist es auch bei einigen - wenn auch nicht bei allen - von uns so, dass sie als Kinder missbraucht wurden. Dies sind Tatsachen, die sich nun mal nicht leugnen lassen, wenngleich auch nicht jeder Mensch mit gleichgeschlechtlichen Neigungen in der Kindheit sexuellen Missbrauch erfahren hat, so kommt doch körperlicher, verbaler oder emotionaler Missbrauch schon öfter vor.

Nun heißt es z.B. auch, dass man Homosexuelle nicht mit Pädophilen verwechseln darf und im Grunde stimmen wir dem auch zu. Jedoch finden sich mittlerweile immer wieder auch Anhänger der Schwulenbewegung, die eine Herabsetzung des Alters für sexuelle Kontakte zwischen Menschen desselben Geschlechts befürworten - bis hin zu sexuellen Kontakten mit Kindern, sofern die Kinder und die Eltern zustimmen und das Ganze in "verantwortungsvoller" Atmosphäre geschieht (wenngleich es noch die große Ausnahme darstellt, dass Gays sexuelle Kontakte mit Kindern befürworten). Solche Entwicklungen geben uns sehr zu denken, vor allem auch im Hinblick darauf, was denn dann noch so alles hinter dem Vorhang wartet. Auch finden wir es sehr merkwürdig, dass vieles an den Forderungen und Taktiken der Pädophilen dem ähnelt, was die Schwulenbewegung in ihren Anfängen getan hat. Nein, man kann beides nicht vergleichen. Irgendwie scheint aber hinter beidem etwas weitaus Größeres zu stehen, als alles, was wir uns in unseren kühnsten Traumen vor nicht allzu langer Zeit erwartet hätten. Es ist beinahe so, als hätte man etwas losgelassen, das man nun nicht mehr unter Kontrolle bringt. Eine Tür geöffnet, die sich kaum mehr zu schließen lässt und vieles - gewollt oder ungewollt - mit hereinlässt, das niemand jemals wollte. Oder doch?

Wenn man einmal einen bestimmten Weg beschreitet, wird man es schwer haben, an einem bestimmten Punkt vernünftige und logisch-nachvollziehbare Argumente anzuführen, warum man jetzt stehen bleiben und nicht doch noch einen Schritt weiter gehen sollte. Wir unterstellen keineswegs der Schwulenbewegung, dass sie derartiges will, warnen aber vor der offenen Tür, die sich nun kaum mehr schließen lässt. Ist ein Tabu gebrochen, fällt es beim nächsten umso leichter, die Grenzen zu überschreiten – eine weitere unserer Erfahrungen.

Uns wird auch vorgeworfen, wir würden Menschen zur Ehelosigkeit "verdammen". Dass derartige Vorwürfe auch von Christinnen und Christen kommen, ist erschreckend. Zum einen sind viele unter uns glücklich verheiratet und haben auch Kinder. Zum anderen ist Ehelosigkeit - auch für Menschen mit rein heterosexuellen Empfindungen - aus christlicher Sicht keine "Verdammnis", sondern ein Geschenk. Eine ganze Reihe unserer Mitglieder lebt so – und sie haben ein erfülltes und sinnvolles Leben gefunden, auch - oder gerade weil? - sie ihr altes Leben hinter sich gelassen haben. Nicht zuletzt Jesus selbst hat so gelebt und viele seiner Anhänger ebenso. Im Neuen Testament wird Ehelosigkeit im Übrigen ausdrücklich positiv erwähnt. Wir empfinden es als beleidigend und diskriminierend, unsere Art zu Leben als "Verdammnis" zu bezeichnen.

Werden wir nun umgepolt? Verleugnen wir unsere Identität? Unterdrücken wir unsere Empfindungen? Sagen wir es einmal so: es gab Zeiten, wo viele von uns sich als "gay" oder "homosexuell" bezeichnet haben - immer wieder mit dem Hinweis versehen, sie seien schon immer schwul gewesen. Heute wissen wir, dass wir schon immer "anders" waren, dieses "Anders-Sein" dann irgendwann als "schwul" bezeichnet und rückwirkend unsere ganze Vorgeschichte als "schwul" umdefiniert und alles aus diesem Blickwinkel betrachtet haben. Was aber weis ein Vierjähriger bitteschön von Homosexualität, außer man reibt es ihm unter die Nase oder man lässt Pornos herumliegen? Wir haben unsere wahre Identität in dem gefunden, in dessen Ebenbild wir erschaffen wurden: in Gott. Wir unterdrücken unsere Empfindungen keineswegs und denken auch nicht, dass ihr Vorhandensein uns zu schlechten Menschen macht. Wir sind uns dieser Empfindungen bewusst, was aber keineswegs heißt, dass wir uns von ihnen beherrschen lassen. Dafür müssen wir sie nicht "unterdrücken" oder uns "verleugnen". Wir wissen sehr gut über unser Inneres Bescheid und brauchen keine Hobby-Psychologen, die selbst keine Ahnung haben, wovon sie hier eigentlich reden und die sich anmaßen, über uns zu urteilen. Ebenso wenig brauchen wir Fachleute, die nur das vertreten, was politisch korrekt ist. Viele von uns haben sich in den Jahren, die sie in der schwulen Szene verbracht haben, völlig verändert: ihre Art und Weise zu reden, ihr Aussehen, ihre Mimik und Gestik, ihre Wortwahl, selbst ihre Moralvorstellungen und Freundinnen und Freunde haben sich oft radikal verändert. Nein, das muss nicht zwangsweise so sein, viele von uns haben aber genau diese Erfahrungen gemacht. In den Jahren nach unserem Ausstieg aus diesem Leben haben wir eine Entwicklung durchgemacht und eine tiefgehende Veränderung erfahren dürfen. Heute verstehen wir, dass das, was wir seinerzeit als unsere “wahre Identität” gesehen haben, ein verzerrtes Bild unserer selbst war. Ein Bild, das im Laufe der Jahre immer verzerrter wurde und uns eine Brille übergestülpt hat, die uns den Blick auf unser tatsächliches Selbst verwehrt hat.

Wir schreiben unsere Sichtweise und unser Leben niemandem vor. Aber wir wehren uns gegen Beleidigungen und Unterstellungen, was uns betrifft. Die Freiheit, zu leben wie wir wollen und dies auch öffentlich kund zu tun, genau diese Freiheit, die die Schwulenbewegung jahrzehntelang für sich selbst gefordert hat, fordern wir auch für uns ein. Wir messen euch mit eurem eigenen Maßstab!

Gebetsmühlenartig werden uns "Umpolung", Menschen-verachtende Praktiken der Gehirnwäsche und fundamentalistische Propaganda unterstellt. Allein die gebetsmühlenartige Wiederholung dieser haltlosen Behauptungen grenzt an sich schon selbst an Gehirnwäsche.

Auch wenn man etwas immer wieder wiederholt, wird es dadurch nicht richtiger. Es bleibt aber irgendwann im Kopf der Menschen hängen - ob dies nun gewollt ist oder nicht (wobei man wohl bei vielen eher davon ausgehen kann, dass genau dies beabsichtigt ist - unabhängig vom Wahrheitsgehalt derartiger Aussagen).

Die wenigsten, die all das ungeprüft und kritiklos nachplappern, was man ihnen vorplappert und sich dabei wohl noch sehr schlau und "zeitgemäß" vorkommen, begreifen, dass sie damit genau in die Falle getappt sind, die die Schwulenbewegung schon vor langer Zeit aufgestellt und geplant hat: Schwule und Lesben sind als nette und normale Menschen wie du und ich darzustellen (wobei bewusst verschiedene Aspekte des schwulen Lebens totgeschwiegen wurden und werden). Menschen jedoch, die nicht diese Meinung teilen, sind als radikal, fundamentalistisch, homophob, rückständig, Menschen-verachtend und noch vieles mehr darzustellen – wobei es auch hier auf den Wahrheitsgehalt nicht anzukommen scheint. Selbst Theologen und andere Menschen, die sich für sehr gelehrt halten, fallen blind in diese Grube. Vor allem Ex-Gays werden hier scharf angegriffen, da hier ja die "Gefahr" von innen heraus kommt, von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen selbst. Und was nicht sein darf, das kann auch nicht sein.

Wie ein Mantra wird immer wieder angeführt, Schwule seien so geboren. Und wenn schon? Ohne hier Vergleiche anstrengen zu wollen, aber jeder Mensch kann sich selbst ausdenken, was alles in gewisser Art und Weise von genetischen Vorbedingungen mit beeinflusst wird. Ist es allein damit schon “normal” oder "natürlich"? Wohl kaum. Wir sind nicht die Sklaven unseres Gencodes. Niemand zwingt uns zu einem bestimmten Verhalten. Gott hat jedem von uns die völlige Freiheit geschenkt, sich für oder gegen Ihn zu entscheiden. Was für ein ärmliches Bild von einem Menschen wäre das, zu behaupten, man sei als etwas Bestimmtes geboren und könne gar nicht anders als sich auch so zu verhalten! Das würde aus Menschen willenlose Roboter machen! Sexualität wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Einige davon sind genetischer Natur. Die Tatsache aber, dass etwas einen genetischen Hintergrund hat, macht es aber nicht “gut” oder “schlecht” oder auch “moralisch akzeptabel” oder “inakzeptabel”. Was wäre, wenn Pädophile morgen mit demselben Argument kommen: wir sind so geboren und können nicht anders? (nochmals: wir wollen damit keine direkten Vergleiche anstrengen, wagen aber doch zu behaupten, dass ein bestimmter Argumentationsstil schwer in Grenzen gehalten werden kann, wenn man ihn einmal verwendet).

Manchmal wird uns auch - selbst von christlicher Seite! - unterstellt, wir würden früher oder später doch unsere Neigungen ausleben, da wir sie nicht ewig unterdrücken können. Nochmals: was für ein ärmliches Menschenbild steckt hinter solchen Aussagen? Viele von uns leben seit Jahren oder gar Jahrzehnten ohne homosexuelle Kontakte, aber mit einem erfüllten Leben. Wer seid ihr, dass ihr über uns urteilen könnt oder euch herausnehmt, in unser Innerstes zu schauen? Was gibt euch das Recht, zu behaupten, wir hätten kein erfülltes Leben, wir würden unser "wahres Ich" unterdrücken usw. Seid ihr Gott??

Ist es nicht eher so, dass ihr hofft (!), wir würden wieder homosexuelle Kontakte haben oder uns als "Ex-Ex-Gays" outen, also als Menschen, die es aufgegeben haben, Freiheit von Homosexualität sowie ein gottgefälliges Leben anzustreben und nun in der Öffentlichkeit Lügenmärchen über uns verbreiten (wer glaubt im übrigen jemandem, der erst für die schwule Sache eingetreten ist, dann Freiheit propagiert hat und schließlich wieder den Rückzieher vom Rückzieher auf seinen Fahnen schreibt - um dann morgen vielleicht wieder umzuschwenken? Solche Menschen sollten wohl eher mal in sich gehen und zur Ruhe kommen. Manch einer scheint hier gerne im Mittelpunkt zu stehen)? Denn wenn wir das tun, könnt ihr mit dem Finger auf uns zeigen und sagen: "Seht ihr - wir haben es ja gleich gesagt!". Wenn dies aber nicht geschieht und viele von uns auch weiterhin ein erfülltes Leben führen, ohne ihre Neigungen auszuleben, dann steht ihr mit euren Thesen unweigerlich ziemlich allein und verloren da - vor anderen, aber auch und gerade vor euch selbst.

Für einen Christen ist es aber beschämend, anderen zu prophezeien, sie würden früher oder später sowieso wieder in ihr altes Leben zurückfallen und sündigen (und auf nichts anderes läuft es hinaus, wenn man solche Thesen verbreitet - ob man das nun beabsichtigt hat oder nicht). Jesus ist am Kreuz gestorben, um die Macht der Sünde zu brechen und uns Freiheit zu schenken. Niemand wird gezwungen, Versuchungen nachzugeben - gleich, welche Empfindungen er/sie hat.

Noch beschämender aber ist es, biblische Aussagen bzw. Aussagen des kirchlichen Lehramts so lange zu drehen und zu wenden und sie so lange zu "interpretieren" und mit tausend Wenn und Aber und diversen Extras zu versehen, bis sie das gewünschte Ergebnis erzielen - in diesem Fall eine Akzeptanz des homosexuellen Lebens. Da ist man sich offenbar ebenfalls für nichts zu schade. Wenn ein Theologe sagt, die Bibel wurde ja nicht homosexuelle Neigungen, sondern nur Handlungen verurteilen und die Handlungen seien überdies im Licht der Zeit zu sehen und nicht für alle Zeiten gültig, so steckt hier wie in allen Irrlehren ein Kern Wahrheit. Ein Kern, der das Ganze sehr gefährlich macht. Ja, die Neigungen an sich sind nicht abzulehnen, da in der Regel niemand sich diese Neigungen aussucht. Mit derartigen Thesen soll aber bewusst oder unbewusst ein Schlupfloch gefunden werden, die die klaren Aussagen der Bibel und des Lehramts als etwas darstellen, das für die "moderne" Form der Homosexualität und im Licht "moderner" Wissenschaft nicht mehr gilt.

Was die Wissenschaft angeht, so ist diese heutzutage nicht mehr frei, da nur mehr das geforscht und verbreitet werden darf, was auch "politisch korrekt" ist. Unzählige Wissenschaftler verschiedenster Fachgebiete weltweit (!) teilen aber nicht diese Auffassung. Manche gehen damit auch an die Öffentlichkeit, andere verschweigen ihre Meinung lieber aus Angst vor Repressalien.

Wenn aber von Theologen ernsthaft behauptet wird, ein homosexuelles Leben sei mit den Aussagen der Bibel und des Lehramts vereinbar, so entbehrt dies nicht nur jeder Grundlage, es verdreht - bewusst oder unbewusst - die Wahrheit in einer Art und Weise, die selbst schon mit dem verglichen werden kann, was die politisch korrekte Meinung als "Fundamentalismus" oder sogar grenzend an "Gehirnwäsche" betrachtet (es mag nicht an sich Gehirnwäsche sein, erinnert aber in manchem daran).

Nicht zuletzt die Bibel selbst hat uns gesagt, dass ihre Weisheit den Gelehrten verborgen bleiben mag, einfachen Menschen oder Menschen, die wie Kinder sind, jedoch das Himmelreich gehört (nein, wir wollen nicht sagen, Theologen kommen nicht in den Himmel. Was wir aber ausdrücken wollen, ist, dass ein Doktortitel auch nicht vor Irrtum schützt und im Gegensatz dazu tiefer Glaube und Gottvertrauen mehr erfahren kann als alle Weisheit der Universitäten).

Nirgendwo in der Bibel wird Homosexualität positiv erwähnt - das Gegenteil ist der Fall: Homosexualität als solche gibt es in der Bibel nicht. Wenn sich Menschen aber homosexuell verhalten oder Menschen des eigenen Geschlechts in Begierde zueinander vergehen, wird dies immer in scharfen Tönen verurteilt und wir werden ausdrücklich davor gewarnt. Dies durch die gesamte Bibel hindurch - in verschiedensten Kulturen und Zeitepochen, sodass niemand ernsthaft behaupten kann, hier würde nur ein kulturelles Verhalten einer bestimmten Zeit angesprochen. Der Verweis, die Bibel sei zwar von Gott inspiriert, aber von fehlbaren Menschen geschrieben, die nur im Licht der eigenen Kultur schreiben konnten, ist höchst gefährlich: zum einen würde er sogar trotz allem die Ablehnung von Homosexualität unterstreichen, da diese durch alle Kulturen hindurch abgelehnt wurde. Zum anderen lässt sich auch diese Tür, wenn sie einmal geöffnet ist, kaum mehr schließen und jede Aussage der Bibel lässt sich nach Belieben und im Licht aktueller Wissenschaft neu “interpretieren”. Das bedeutet aber nichts anderes, als dass man sich selbst zu Gott macht und meint, man wäre schlauer als der Schöpfer des Universums. Den Fehler haben bereits Adam und Eva gemacht. Auch sie haben bereits gezweifelt, ob Gott wirklich gemeint und gesagt hat, was Er gesagt hat…


Wenn dann Theologen oder Wissenschaftler behaupten, dass die vielen Erfolge, die Gruppen wie die unsere verzeichnen darf, ihre Thesen nicht widerlegen, dass all die Menschen, die ihr Leben völlig verändert und Glück und Erfüllung in ihrem neuen Leben gefunden haben, nicht existieren oder sich bestenfalls selbst belügen, dann grenzt das selbst an unselige Praktiken. Hier wird die eigene Meinung verabsolutiert und alles, was dem widerspricht, von vorneherein ausgeschlossen - ohne dem überhaupt nachzugehen. Wie würden Sie das nennen?

"Ihr verändert ja nur euer Verhalten - innerlich bleibt ihr doch dieselben!" heißt es oft. Was gibt euch das Recht, das zu sagen? Könnt ihr in uns hineinschauen? Und selbst eine Verhaltensänderung ist nicht einfach "nur" eine Verhaltensänderung. Wenn etwa ein Alkoholiker (nein, wir wollen nicht Schwule mit Alkoholikern vergleichen) aufhört zu trinken, so hat er damit nicht nur sein Verhalten geändert. Diese Entscheidung beeinflusst sein gesamtes Leben: seinen Beruf, seine Familie, seine Psyche, sein Verhältnis zu Gott und letztlich auch seine Identität. Wir gehen hier aber noch erheblich weiter und erfahren Veränderungen in verschiedensten Bereichen: in unserem Verhältnis zu Menschen des eigenen wie des anderen Geschlechts, in unserem Verhältnis zu Familienangehörigen und Freunden, in unserem Verhältnis zu uns selbst und zu Gott, aber auch in der Art und Weise, wie wir uns selbst sehen, wie wir leben, welche Filme wir ansehen, welche Bücher wir lesen, wie wir reden, wie wir denken sowie in der Entwicklung unserer Männlichkeit/Weiblichkeit und ebenso mitunter in unseren sexuellen und emotionalen Empfindungen. Zu behaupten, dass jemand das nicht tun könne, weil man selbst das nicht kann oder will oder das jemand psychisch krank würde, weil er/sie tut, was man selbst nicht tun kann oder will, ist unehrenhaft.


Die Bibel warnt uns davor, dass Zeiten kommen werden, in denen Irrlehrer auftreten werden und die Menschen die Wahrheit zu ihrem eigenen Verderben verdrehen oder für sie taub werden. Zeiten, in denen Christen verfolgt werden, wenn sie für diese Wahrheit eintreten. Wenn die Menschen selbst Jesus, den Sohn Gottes verfolgt und ans Kreuz geschlagen haben, warum sollte es denen, die Ihm nachfolgen, besser gehen? Solche Zeiten werden kommen und so wie das Fallen des Laubes den Herbst ankündigt werden diese Zeichen das Ende aller Zeiten ankündigen. Nur wenige werden dies begreifen und sich bereit halten. Die meisten werden über sie lachen und sie weiter verfolgen. Uns wurde aber auch gesagt, dass wir uns nicht zu fürchten brauchen. Dies muss so geschehen, aber Jesus wird bis ans Ende aller Zeiten bei Seinen Jüngern bleiben. Er hat versprochen, Seiner Kirche einen Wächter - den Heiligen Geist zurück zu lassen, der in uns wohnt und uns führen und leiten sowie Kraft, Mut und Weisheit schenken wird. Wir sind frei, unsere Wahl zu treffen: entscheiden wir uns für oder gegen Ihn? Entscheiden wir uns für das ewige Leben oder investieren wir lieber in eine "gute Zeit" und "Spaß" in die wenigen Jahre, die wir hier auf Erden haben?

Nur mal angenommen - nur einfach der Diskussion willen: was wäre, wenn Gott tatsächlich gemeint hätte, was Er uns in der Bibel gesagt hat? Wenn das nicht nur fundamentalistische Propaganda und Gehirnwäsche, sondern die pure Wahrheit wäre? Wenn wir eines Tages vor dem Thron Gottes stehen und wer weiß was geben würden, wenn wir nochmals eine Chance bekommen würden und alles anders machen könnten – dies uns aber versagt bleibt, weil wir unsere Chance bereits hatten und nicht genutzt haben?

Was wäre, wenn Jesus tatsächlich lebt?



Das "Coming Out" heißt doch nichts anderes, als dass Homosexuelle ihre Identität finden und auch nach außen dazu stehen müssen. Entsprechende schwule Emanzipierungs-Gruppierungen sind von kirchlicher Seite zu unterstützen und nicht abzulehnen!

Hier zeigt sich das ganze Drama, das die Kirche im Umgang mit Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen an den Tag legt: weil man keine Ahnung hat, wie man aus christlicher Sicht mit diesem Thema umgehen soll, öffnet man der Schwulenbewegung gewollt oder ungewollt Tür und Tor. Die Betroffenen bleiben jedoch trotz bester Absichten auf der Strecke.

Warum? Nun, sehen wir uns doch einmal diese Betroffenen an:

Zumeist haben Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen keinen Ansprechpartner, der ihnen Verständnis- und liebevoll begegnet, ohne dabei von christlichen Grundwerten abzuweichen. Die Kirche schweigt das Thema in der Regel weiter tot und so sind die einzigen Ansprechpartner früher oder später schwule Gruppierungen, die als einzige Option das Ausleben dieser Neigungen nach Lust und Laune propagieren. Eine andere Botschaft bekommen diese jungen Menschen selten – mal abgesehen von der grundsätzlichen Ablehnung, die nicht vermittelt wird und als Ablehnung der eigenen Person und der eigenen Identität wahrgenommen wird.

Auch in der Kirche selbst spiegelt sich dieses Drama wieder: wenn man denn überhaupt offen für dieses Thema ist, sieht man ebenfalls nur eine Option: Standpunkte der Schwulenbewegung zu übernehmen. Die schwule Propaganda - seit langem vorbereitet und sehr gut strukturiert und geplant – trägt reiche Frucht. Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen aus den eigenen Reihen, die es durch Gottes Gnade und die Unterstützung Gleichgesinnter geschafft haben, einen anderen Weg zu gehen werden nicht selten als "Fundamentalisten" oder als Menschen, die sich selbst verleugnen und bei anderen mit unmenschlichen Methoden Gehirnwäsche betreiben, diffamiert. Was um alles in der Welt ist hier geschehen? Um es einmal ganz deutlich zu sagen: Ex-Gay Ministries müsste es nicht geben, wenn die Kirche ihren Job machen würde. Leider hat sie hier zum überwiegenden Teil bisher versagt.

Jedoch sind wir nicht hier, um anzuklagen und mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern um zu helfen.

Leider jedoch wird uns zumeist der Zugang zu den Gemeinden verwehrt. Die einzelnen Gemeindeglieder finden jedoch oft trotzdem den Weg zu uns - ebenso wie Pastoren, Priester, Ordens-Angehörige und andere christliche Amtsträger oder Angehörige bestimmter Gruppierungen. Menschen, die uns immer wieder sagen, sie würden sich nicht trauen, zu ihresgleichen zu gehen und über das zu sprechen, was in ihnen vorgeht – aus Angst, dann mit anderen Augen gesehen zu werden oder mit der noch größeren Angst, eine Botschaft zu bekommen, die sie nicht mit ihrem Glauben vereinbaren können: dass sie ihre Neigungen ruhig ausleben sollen.

Wenn ein Mensch also in jungen Jahren gleichgeschlechtliche Neigungen empfindet, kommt es sehr darauf an, wie er dies selbst sieht und welche Botschaft er/sie nun von der Familie und Kirche zu hören bekommt:

1) Gibt er/sie zu, gleichgeschlechtliche Neigungen zu haben, ist sich aber noch nicht sicher, wie er/sie damit umgehen soll oder ob er/sie diese ausleben soll?
2) Oder sagt er/sie von vorneherein, er/sie möchte diese Neigungen auch ausleben - unabhängig davon, was andere darüber denken?
3) Oder kommt die dritte Möglichkeit in Betracht: er/sie gibt zu solche Neigungen zu haben, sagt aber auch, diese nicht ausleben zu wollen und sucht Unterstützung hierbei?

Gerade bei jungen Menschen sollte man zuerst einmal fragen, was der Betroffene denn überhaupt zu diesem Thema weiß. Auch sollte man sich klar sein, dass es hier nicht um eine vorschnelle Entscheidung geht, sondern dass dies schon seit Jahren im Inneren des jungen Menschen präsent war und er/sie nun endlich den Mut gefunden hat, darüber zu reden. Verletzende Kommentare, Beschimpfungen oder gar Beleidigungen - oder einfach nur ein vorschnelles Wort - würden nun einen verheerenden, kaum mehr gut zu machenden Schaden verursachen. Zunächst einmal sollte man daher den Betreffenden für seinen Mut loben. Auch sollte man sich bewusst sein, dass man ihn oder sie nicht schwul „gemacht“ hat, dass also niemand daran "schuld" ist, wenngleich der familiäre Hintergrund und gerade das Verhältnis zum gleichgeschlechtlichen Elternteil einen erheblichen Anteil an der Entwicklung der Sexualität und Geschlechtsidentität hat.

Wenn der junge Mensch nun die Botschaft bekommt, dass es auch eine andere Option gibt, nämlich Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die sich entschieden haben, diese nicht auszuleben und die Unterstützung von anderen (Familie, Kirche, Ex-Gay Ministries, Therapeuten, Freunden...) in Anspruch genommen haben, dann kann das Auswirkungen auf sein/ihr gesamtes zukünftiges Leben haben. Ex-Gay Ministries schulen etwa auch Familienangehörige im liebevollen und zwanglosen Umgang mit den Empfindungen ihres Kindes oder Geschwisterteils – etwa was die Möglichkeiten angeht, die besonderen Begabungen des jungen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen in Bahnen zu lenken, die ihn/sie in ihrer Geschlechtsidentität bekräftigen und nicht noch mehr verwirren. Keinesfalls jedoch sollte der junge Mensch zu etwas gezwungen werden. Wenn er/sie sich für ein schwules Leben entscheidet, sind Möglichkeiten zu vereinbaren, unter vorher bestimmten Bedingungen und Grundsätzen, die es auch den Familienangehörigen erlauben, keine Kompromisse hinsichtlich ihres Glaubens einzugehen, ein liebevolles und respektvolles Miteinander zu gestalten.

"Coming Out" heißt für viele immer noch, man müsse seine Neigungen nicht nur vor sich selbst und anderen eingestehen, sondern auch ausleben und dies auch noch gut heißen, da man eben so ist. Dies ist eine Botschaft, die mehr auf Hilflosigkeit gründet denn auf christliche Nächstenliebe. Man weiß nicht, was genau in diesem Menschen los ist und noch viel weniger weiß man, wie man als Christ damit umgehen soll, also sagt man ihm/ihr im Grunde, dem Ganzen doch freien Lauf zu lassen, wenn es denn nicht anders geht. Das ist billige Theologie. Wir schulden unseren Kindern und den Gliedern des Leibes Christi mehr als das!

Ja, jungen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen fehlen Identifikationsmöglichkeiten. Damit meinen wir aber nicht durch die Medien bekannte Persönlichkeiten, die diese Neigungen publikumswirksam ausleben, sondern vielmehr christliche Vorbilder von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die erfolgreich einen anderen Weg gegangen sind und trotzdem - oder gerade deswegen! - mit ihren ganz besonderen Fähigkeiten ein erfülltes Leben in Familie, Beruf, Gesellschaft und Kirche gefunden haben. Das ist die Botschaft, die zu vermitteln wir als Christinnen und Christen verpflichtet sind!



Wer Homosexuelle diskriminiert, hat doch nur Angst. Angst vor seinen eigenen gleichgeschlechtlichen Empfindungen, die es ja in beinahe jedem Menschen gibt und Angst davor, dass die Vorstellung von dem, was einen Mann ausmacht, durch Homosexuelle und deren Verhalten ins Wanken kommt!

Hier wird in bester Hobby-Psychologen-Manier vieles in einen Topf geworfen, was nicht dorthin gehört und dann einmal kräftig umgerührt. Das Ganze hört sich ganz gut und vernünftig - und vor allem wissenschaftlich an und scheint keinen Widerspruch zuzulassen - zumindest keinen vernünftigen.

Ist dies wirklich so?

Natürlich kommt es leider immer noch vor, dass Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen diskriminiert werden. Diskriminierung ist grundsätzlich abzulehnen und zu bekämpfen – in jeder Form, auch was Ex-Gays betrifft, bei denen man sich oft ebenso wenig mit abwertenden Kommentaren oder gar körperlichen Angriffen zurückhält. Heute wird jedoch mit dem "Diskriminierungs-Vorwurf" gegen jeden vorgegangen, der nicht vollumfänglich Homosexualität und das Ausleben homosexueller Neigungen akzeptiert. Dass eine abweichende Meinung auf vernünftigen Argumenten und christlichen Glaubensgrundsätzen basieren kann, wird von vorneherein geleugnet, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Da muss schon eine diffuse "Angst" herhalten. Man stellt die Gegenseite als emotional verkümmertes Etwas mit unterdrückten Gefühlen dar - was an sich schon eine Diskriminierung darstellen kann. Nicht jeder Mensch, der andere diskriminiert, tut dies aus verklemmten Neigungen heraus. Manchmal ist es purer Hass oder Unzufriedenheit mit dem eigenen verkorksten Leben, der Menschen dazu treibt. Nicht jeder Mensch, der zum Thema homosexuelles Verhalten eine andere Sichtweise einnimmt, tut dies aus Angstgefühlen welcher Art auch immer. Das ist eine unzulässige und unehrenhafte Verkürzung und Einengung eines weitaus komplexeren Problems. Nur weil sich etwas gut anhört, ist es noch lange nicht richtig.

Aus unserer eigenen Erfahrung können wir euch im übrigen sagen, dass es in der schwulen Szene Gang und Gebe war - und auch mit einer gehörigen Portion Selbstironie oft zum Gegenstand von Witzen wurde -, dass man jedem Mann (vor allem den gut aussehenden!) unterstellte, homosexuelle Anteile zu haben. Hier war wohl eher der Wunsch Mutter des Gedanken und dies war uns auch durchaus bewusst, hielt uns aber nicht davon ab, gerade Männer anzubaggern, die einen "heterosexuellen" Eindruck machten. Wenn wir schon nicht selbst so sein konnten, wollten wir wahre Männlichkeit (oder was wir dafür hielten) zumindest besitzen. Allerdings war uns im tiefsten Inneren durchaus klar (wenngleich wir das nie zugegeben hätten), dass ein richtiger Mann keinen Sex mit anderen hat - und wenn doch, hat er wohl dasselbe Problem wie wir selbst.

Mit dem Männlichkeits-Ideal ist das so eine Sache. Das größte Problem, das sich Männern heute stellt, ist nicht, dass sie sich durch homosexuelles Verhalten in ihrer Männlichkeit angegriffen fühlen, sondern dass ihnen mehr und mehr die Vorstellung fehlt, was einen richtigen Mann ausmacht. Welche Rolle er in Beruf, Familie, Gesellschaft und der Kirche hat. Eine Definition von einem richtigen Mann kann heute kaum mehr jemand geben. Männer sind in ihrer Geschlechtsidentität zutiefst verwirrt - und verwirrte Männer können eine Menge Unheil anrichten (man sehe sich nur mal die Anzahl männlicher Strafgefangener im Vergleich zu den weiblichen an, oder die steigende Zahl vaterloser Familien usw.). Männliche Qualitäten wie die Übernahme von Verantwortung, die Zurückweisung von Passivität, das mutige Führen anderer bei Bedarf sowie Jesus Christus als Zentrum im Leben eines jeden Mannes gehen schrittweise verloren und werden vergessen bzw. von der Gesellschaft geleugnet und bekämpft. Männer sind sich in ihrer Rolle als Familienoberhaupt, als geistige Führer sowie in ihrer Beziehung zum eigenen wie zum anderen Geschlecht unsicher. Sie haben keine Momente mehr mit anderen Männern (bereits die Bibel weist uns in Sprichwörter 27,17 darauf hin, dass Männer durch andere Männer geprägt werden und deren Gesellschaft brauchen!), wissen nicht, wann sie eigentlich zum Mann geworden sind und ob sie überhaupt einer sind - oder sein dürfen. Das "Gender-Mainstreaming", das vorgibt, für die Rechte von Frauen zu kämpfen, tatsächlich aber die Grenzen der Geschlechter an sich leugnet und damit den Frauen mehr Schaden zufügt als alles bisher dagewesene, setzt den Männern in ihrem Innersten zu. Das beste nämlich, dass einer Frau passieren kann, ist ein richtiger Mann, der sie liebt und ehrt, für sie sorgt und sogar sein Leben für sie geben würde. Der anerkennt, dass Mann und Frau zwar gleich viel wert, aber nicht dasselbe sind - und dass dieser Unterschied gottgewollt und gut ist!

Um eines nochmals klar zu stellen: Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen sind nicht weniger wert als Menschen mit rein heterosexuellen Empfindungen. Sie sind anders - und dieses Anders-Sein kann man als eine Gabe sehen, die man zum Wohle für sein eigenes Leben, die Familie, Gesellschaft und Kirche nutzen kann - oder als eine Form sexueller Anziehung, die ausgelebt werden will. Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen sind nicht "krank" im Sinne von "geisteskrank". Allerdings ist bei so manchen Menschen mit gleichgeschlechtlichen etwas schief gelaufen - zumeist schon in frühester Kindheit. Hier geht es nicht darum, wer daran "schuld" ist, sondern wie man jetzt damit umgeht. Oft hat dies dazu geführt, dass diese Menschen eine verzerrte Sichtweise von sich selbst und dem, der sie eigentlich sind, bekommen haben und diese Verzerrung als das wahre Ich gesehen haben. Oder dass sie ihre legitimen Bedürfnisse auf eine Art und Weise zu befriedigen suche, die die Bedürfnisse nicht stillt, sondern sie höchstens vergessen lässt und langfristig noch weitaus stärker hervortreten lässt. Schließlich hatten viele von uns einen großen Schmerz tief in uns drin zu verkraften und wir sahen oft keine andere Möglichkeit, als diesen Schmerz dadurch zu betäuben, dass wir ein homosexuelles Leben geführt haben. Wobei sich dieser Schmerz aber nur eine Zeit lang betäuben lässt, irgendwann aber ein Ventil sucht, um zu explodieren.



Die Kirche muss Ergebnisse moderner Wissenschaft anerkennen und darf homosexuelles Verhalten nicht einfach ablehnen!

Ist dem wirklich so? Mal ganz abgesehen davon, dass es bisher nicht einen einzigen Beweis dafür gibt, woher homosexuelle Neigungen eigentlich kommen (wohl aber viele Hinweise auf die Bedeutung der Familie, Erziehung sowie eine genetische Veranlagung, die es uns unter bestimmten Bedingungen erleichtert, uns so und nicht anders zu verhalten. Allerdings gibt es bis heute keinen Hinweis auf ein "schwules Gen". Selbst wenn es dieses aber geben würde, würde es dem Ganzen keinen Abbruch tun, da wir mehr sind als nur Sklaven eines Gencodes!), hätte die Kirche ein Problem, wenn sie ihre Grundsätze sowie die Bibel jedes Mal umschreiben müsste, wenn "neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder Theorien" veröffentlicht werden. Die Kirche hat immer die enge Verbindung von Glaube und Vernunft betont. Glaube muss vernünftig sein, um ihn vor sich selbst und anderen begründen zu können, geht aber über rein menschliches Vernunft-Empfinden hinaus. Auch kann die Kirche kein Spielball von Wissenschaftlern sein - noch dazu, wenn sich diese gerade bei diesem Thema uneinig sind. Ein zeitgemäßer Glaube ist etwas anderes als ein Glaube, der sich dem Zeitgeist unterwirft. Eine Kirche, die klare biblische Aussagen "uminterpretiert" oder gleich verwirft, hilft Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht - ganz im Gegenteil. Homosexuelles Verhalten wurde in der überwiegenden Anzahl menschlicher Kulturen weltweit und zu allen Zeiten abgelehnt - und das lässt sich nicht alleine auf mangelndes Wissen oder die gesellschaftliche Diskriminierung schieben. Viele Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen berichten, wie sehr sich ihr Innerstes dagegen gesträubt hat, als sie diese Neigungen in ihrer frühen Jugend das erste Mal wahrgenommen haben. Und noch Jahre später berichten sie, dass dies unabhängig vom gesellschaftlichen Einfluss so war. Es scheint, als sei Heterosexualität als Standard von unserem Schöpfer so tief in unser Innerstes eingeschlossen worden, dass selbst hartnäckige Versuche, bereits Kinder und Jugendliche zu indoktrinieren und von der Attraktivität homosexuellen Verhaltens überzeugen zu wollen, nur sehr kurzfristige Erfolge haben, langfristig aber auf inneren Widerstand stoßen.

Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen ist mit Verständnis und Liebe zu begegnen. Es ist aber auch unsere Verantwortung als Christinnen und Christen, unsere Geschwister im Glauben zu ermahnen, wenn sie vom Weg abkommen und sich von Gott abwenden. Man kann nicht beides haben. Die Bibel sagt uns nicht: Du darfst nicht mit einem Mann liegen, wie man mit einer Frau liegt, außer du bist so geboren worden. Sie hat uns den Standard der heterosexuellen, monogamen Ehe vorgegeben – und diesen über Jahrtausende hinweg aufrecht erhalten. Es steht uns nicht zu, Gott spielen zu wollen und Seinen Willen eigenmächtig und willkürlich zu missachten oder nach Belieben umzuinterpretieren, wenn wir ihn nicht mehr als "zeitgemäß" ansehen.



In der Bibel steht nichts von liebenden und verantwortungsvollen gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Empfindungen. Das war den Autoren der Bibel wohl unbekannt. Allein das homosexuelle Verhalten wurde abgelehnt - und das nur im Kontext der damaligen patriarchalen Gesellschaft bzw. wenn es von Heterosexuellen ausgeführt wurde. Kein ernst zu nehmender Bibelwissenschaftler würde das heute leugnen. Allenfalls Fundamentalisten behaupten, dass Bibelverse, die angeblich Homosexualität verurteilen, vergessen hierbei aber den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund. Warum aber sollte es einen Standard geben, der für alle Zeiten gilt?

Der "Autor" der Bibel ist Gott. Dem Schöpfer des Universums aber unterstellen zu wollen, Er hätte keine Ahnung von dem gehabt, grenzt an Gotteslästerung. Meist wird nun gebetsmühlenartig angeführt, die Bibel sei zwar von Gott inspiriert, aber von unzulänglichen Menschen mit begrenztem Hintergrund geschrieben worden und anders lautende Meinungen seien "fundamentalistisch" (allein diese Argumentation ist schon selbst "fundamentalistisch" - da sie von vorneherein Widerspruch ausschließt und andere Meinungen nicht gelten lässt!), dies ist aber beinahe willkürliche Argumentationsgrundlage für beinahe ebenso willkürliche Auslegungen. Der Standard der heterosexuellen monogamen Ehe wurde in Genesis begründet und über die Jahrtausende aufrecht erhalten - und von Jesus selbst bekräftigt. Und all diese Menschen hätten keine Ahnung von dem gehabt, was wir in unserer unendlichen Weisheit heute wissen? Aus unserer eigenen Erfahrung können wir euch sagen, dass Menschen wie wir zu allen Zeiten existierten und uns auch durchaus bewusst ist, was in uns vorgeht. Menschen wie etwa Paulus, dem Schüler des größten Rabbi aller Zeiten und einem weit gereisten Mann, der unzählige Menschen getroffen hat, unterstellen zu wollen, er hätte keine Ahnung gehabt, was gleichgeschlechtliche Neigungen ausmacht bzw. dass diese auch verantwortungsvoll gelebt werden können, ist ein theologisches Armutszeugnis. Ohne hier Vergleiche anstrengen zu wollen, jedoch hinweisend auf die Gefahr solcher Argumentationen: Pädophilie kommen heute mit genau derselben Argumentation: früher hätte man gar nicht gewusst, was wir heute wissen – nämlich dass Beziehungen zwischen jungen Menschen und Erwachsenen durchaus auch liebevoll und verantwortungsbewusst gestaltet werden können usw. Heißt das nun, dass aus theologischer Sicht irgendwann auch pädophile Beziehungen mit dem christlichen Glauben vereinbar sind?

Schließlich werden wir in der Bibel mehrmals - nicht zuletzt von Jesus selbst! - darauf hingewiesen, dass jedes "Verhalten" im Herzen beginnt - und das Herz trügerisch ist...

Wer nun behauptet, kein ernst zu nehmender Bibelwissenschaftler würde die eigenen Aussagen bestreiten, will entweder eine eigene schwache Position damit stärken, indem er andere schlecht macht, oder er beleidigt all die Bibelwissenschaftler, die anderer Meinung sind, als "nicht ernst zu nehmend". Hier ließe sich eine endlose Reihe von Theologen bzw. Geistlichen anführen, die das nicht so sehen. Einige wenige Beispiele: Prof. Dr. Scott Hahn, Weihbischof Dr. Andreas Laun - und nicht zuletzt Papst Benedikt XVI. Soll man all diese Menschen nicht ernst nehmen? Gleichwohl scheuen sich die Autoren derartiger Thesen nicht, die eigene Position zu verabsolutieren – eine Praxis, die sie bei anderen als „fundamentalistisch“ oder gar "Gehirnwäsche" bezeichnen. Hier kann man nur das kirchliche Lehramt bitten, endlich einzuschreiten. Es kann nicht angehen, dass Menschen mit kirchlichem Lehrauftrag - wenn auch mit den besten Absichten - derartiges verbreiten bzw. dass in offiziellen Lehrmaterialien derartige Thesen zu finden sind.

Mit dem "historischen" oder "kulturellen" Argument, dass alles nur im Lichte der damaligen Zeit sieht, ist dem Missbrauch und der Willkür Tür und Tor geöffnet. Wer leugnet, dass bestimmte christliche Grundsätze (etwa die heterosexuelle Ehe zwischen Mann und Frau) über alle Zeiten hinweg als Standard gelten müssen (!!), widerspricht nicht nur kirchlichem Lehramt und der Bibel selbst, er entwertet beide, indem genau diese Willkür zum allgemeinen Prinzip erhoben wird. Dann kann man nämlich die Bibel gleich vergessen, da schließlich jedeR dann eine eigene Auffassung von dem hat, was man wohl damals damit gemeint und was heute nicht mehr zu gelten hat. Dann wäre die Bibel irgendwann nur mehr ein komisches altes Buch, das keiner mehr braucht. Schließlich haben wir ja die moderne Wissenschaft und unsere Theologinnen und Theologen.

Nein, wir sind nicht wissenschaftsfeindlich. Glaube und Vernunft sind eine Einheit. Wir vertrauen aber den klaren Aussagen der Bibel und des kirchlichen Lehramts mehr als den Privatmeinungen diverser Theologen. Manches ihrer Thesen mag sogar in offiziellen Lehrmaterialien zu finden sein, für uns ist aber nur das bindend, was die Bibel bzw. das kirchliche Lehramt selbst als verbindlich erklärt. Und damit sind wir bisher sehr gut gefahren.

Wer nun behauptet, dass bestimmte Bibelstellen Homosexualität bzw. homosexuelles Verhalten nur angeblich verurteilen, widerspricht nun nicht nur der Bibel selbst wie auch bereits vielzitiertem kirchlichem Lehramt, er muss außerdem schon gymnastische Verrenkungen antreten, um dies zu begründen. Uns sind solche Verrenkungen nicht unbekannt und wir sind uns auch bewusst, dass diese zumeist mit den besten Absichten geschehen und im tiefen Bewusstsein, „recht“ zu haben. Gleichwohl sind solche Behauptungen abzulehnen und höchst gefährlich – für die Autoren dieser Thesen selbst, aber auch für diejenigen, die das zu hören bekommen und dem sogar Glauben schenken. Wer lehrt, hat eine größere Verantwortung und aus eigener Erfahrung können wir euch sagen, dass ihr damit niemandem helft, selbst wenn das eure Absicht ist.

Manch einer mag nun anführen, warum sollten nur bestimmte Verse zeitlos gültig sein, andere aber nicht. Dies hört sich aber schon fast nach einem verzweifelten rhetorischen Trick an, der eigenen Position mangels schlüssiger Argumente mehr Gewicht geben zu wollen. Der Standard der heterosexuellen monogamen Ehe sowie die Ablehnung homosexuellen Verhaltens (und damit Einschluss-weise auch allem anderen, was sich außerhalb der heterosexuellen Ehe bzw. in unangemessener Art und Weise innerhalb dieser vollzieht) zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Alte und Neue Testament, sowie durch die gesamte jüdische wie christliche Geschichte. Andere Bestrebungen und Tendenzen haben erst in jüngster Zeit ernst zu nehmendes Gewicht bekommen. Drehen wir den Spieß doch einmal um: all die Verse, die Homosexualität bzw. homosexuelles Verhalten verurteilen, sollen abzulehnen sein bzw. im Licht der heutigen Zeit nicht mehr gültig sein (wobei sie gemäß dieser Definition dann auch damals nicht gültig waren, da sie auf dem Unwissen der Autoren berufen. Dann ist aber die ganze Bibel „ungültig“!), bei anderen Bibelversen sieht man dieses Problem aber offenbar nicht (abgesehen von denen vielleicht, die sämtliche biblischen und kirchenrechtlichen Aussagen relativieren wollen und ihre eigene Weisheit bzw. die der Wissenschaft zum Maß aller Dinge erheben). Das ist unlogisch.



Müssen wir Homosexualität heute anders sehen und gleichgeschlechtliche Beziehungen anerkennen?

Homosexuelle Beziehungen müssen anerkannt werden, da Homosexualität nicht unnatürlich und nicht gegen die Schöpfungsordnung gerichtet ist. Natur im wissenschaftlichen Sinn ist das, was ohne das Zutun des Menschen existiert. Natur im ethischen Sinn ist die Bestimmung des Menschen. Beides darf nicht verwechselt werden. Nur weil etwas z.B. bei der Mehrheit der Menschen so ist, muss es nicht auch eine ethische Norm sein. Jeder Mensch hat innerhalb der Grenzen zu handeln, die ihm von der Natur vorgegeben sind. Diese Natur aber ist von der Wissenschaft zu definieren und nicht von der Theologie. Man darf nicht einfach von der wissenschaftlichen Natur des Menschen auf das schließen, was sein soll, da man damit dem Menschen Unrecht tut. Der Mensch aber ist frei und darf nicht zum Instrument anderer gemacht werden. Seine Natur ist genau diese Freiheit und Selbstbestimmung. So gehört etwa zur Sexualität sowohl die Fortpflanzung als auch die menschliche Gemeinschaft und Zuneigung. Das kirchliche Lehramt ist hier nicht konsequent, da es die Fortpflanzung der Tiere einfach auf die Menschen überträgt und letztere nicht als freie Personen sieht. Sexualität ist aber Ausdruck der freien menschlichen Persönlichkeit. Somit muss sexuelles Verhalten akzeptiert werden, wenn sich dadurch die Liebe zweier freier Menschen ausdrückt. Wer also die liebende Paar-Beziehung in einer Ehe akzeptiert, kann nicht gleichzeitig sexuelle Akte in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung verwerfen, weil ihnen die Fortpflanzung fehlt. Wer Homosexuelle als Personen anerkennt, muss also auch ihre Beziehungen anerkennen.

Ähnliches haben wir nicht etwa frei erfunden, es wurde uns als Zusammenfassung eines Artikels aus dem offenbar für katholische Theologen verbindlichen Lexikon für Theologie und Kirche zugemailt, verbunden mit dem Hinweis, unsere Standpunkte seien theologisch nicht fundiert und damit auch nicht christlich.

Wir wollen an dieser Stelle nicht ausschließlich auf den katholischen Hintergrund eingehen. Das offizielle kirchliche Lehramt und nicht zuletzt Papst Benedikt XVI. in seiner Zeit als Kardinal Ratzinger wie als Papst hat in letzter Zeit - aber auch in den letzten 2.000 Jahren! - hierzu klar und deutlich Stellung genommen. Die Katholische Kirche bietet zwar Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung und Seelsorge an, verurteilt aber eindeutig und unzweifelhaft homosexuelle Akte und Beziehungen. Wer also etwa für diese Kirche arbeitet und lehrt oder ihr einfach „nur“ angehört, sollte auch der Verpflichtung folgen, das vom offiziellen kirchlichen Lehramt als verbindlich Vorgelegte zu glauben und zu befolgen. Wer aber anderen Christen, die diese haarsträubenden Thesen nicht vertreten, abspricht, christliche Überzeugungen zu verbreiten, sagt damit – gewollt oder ungewollt – nichts anderes, als dass er sein eigenes Lehramt unchristlicher Thesen bezichtigt. Sollte dem so sein, dann wäre es vielleicht auch angebracht, Konsequenzen für sich selbst daraus zu ziehen.

Wir maßen sich nicht an, beurteilen zu können, ob andere Gläubige Christen sind oder nicht - auch nicht im vorliegenden Fall. Wir sind uns auch bewusst, dass die Vertreter dieser Thesen bestimmt mit den besten Absichten und im guten Glauben handeln, hier das Richtige zu tun und möchten niemandem unterstellen, böswillige oder schlechte Motivationen zu haben.

Wir sind es gewohnt, dass uns unterstellt wird, wir würden keine christlichen Überzeugungen verbreiten oder Bibelverse sowie das kirchliche Lehramt falsch zu interpretieren. Wir sind es auch gewohnt, dass die Autoren solcher Meinungen selbstverständlich meinen, sie selbst lägen mit ihrer Überzeugung richtig, selbst wenn diese dem eigenen Lehramt sowie einer 2.000 jährigen christlichen Tradition und letztlich auch der Bibel widerspricht. Das aber ist das Drama der Christenheit seit ihrem Beginn und vielleicht einer der Gründe, warum Jesus dem Petrus die Schlüsselgewalt gegeben hat: damit nicht jeder selbst Papst spielen und die Bibel und kirchliche Lehraussagen nach eigenem Gutdünken auslegen muss, sondern jemand die Autorität hat, das Schiff der Gläubigen zu steuern.

So weit, so gut.

Zusammengefasst sagt diese Theorie etwa folgendes: Die Natur des Menschen ist nicht das, was wir für "richtig" erachten, weil es die naturwissenschaftliche Norm ist: etwa Heterosexualität, sondern das, was die freie Persönlichkeit ausmacht. Manche Menschen empfinden eben homosexuell und da die freie Persönlichkeit und nicht die Naturwissenschaft oder theologische Dogmen im Mittelpunkt stehen müssen, muss man auch anerkennen, dass Homosexuelle nur innerhalb ihrer eigenen Grenzen liebende Beziehungen eingehen können.

Hört sich ja zunächst ganz gut und logisch an. Schließlich ist ja ein heterosexuelles Paar auch nicht nur auf Fortpflanzung fixiert.

Ist es aber wirklich so - oder begibt man sich hier - wenn auch im guten Glauben - auf einen höchst gefährlichen Irrweg, dessen Ende man heute noch gar nicht abzuschätzen vermag?

Uns wird ja manchmal unterstellt, unsere fundamentalistischen Positionen würde kein ernst zu nehmender Theologe mehr vertreten. Tatsächlich scheint dies aber eher ein Problem deutscher Theologinnen und Theologen zu sein, die ihre eigenen Ansichten verabsolutieren und zum weltweiten Dogma erheben. International wie national finden sich unzählige katholische oder allgemein christliche Theologinnen und Theologen sowie Geistliche und PastorInnen, aber auch Wissenschaftler, die dem entschieden widersprechen würden. Will man all diesen Menschen absprechen, Christen oder Wissenschaftler zu sein? Will man seine eigene Meinung wirklich zum Maß aller Dinge machen?

Konsequent zu Ende gedacht, würden solche Gedankenexperimente letztlich dazu führen, dass man die Bibel sowie kirchliche Lehramts-Aussagen nach Belieben und nach eigenem Gutdünken, dem Zeitgeist oder der neuesten Forschung uminterpretieren kann, bis ein gewünschtes Ergebnis herauskommt. „Moralischer Relativismus“ kann man das auch nennen: jeder definiert für sich selbst, was richtig, wahr und moralisch akzeptabel ist. Einen gesellschaftlichen Konsens gibt es nicht mehr. Es trägt aber auch Züge des "Auswahlchristentums": man sucht sich von biblischen und lehramtlichen Aussagen das heraus, was einem zusagt. Alles andere lässt man entweder beiseite oder man interpretiert es so lange, bis es wieder passt.

Und genau dies geschieht heute - auch wenn die wenigsten dies bewusst tun.

Wir können den Theologinnen und Theologen, die derartige Thesen verbreiten, nur empfehlen, unvoreingenommen folgende christliche Bücher zum Thema Homosexualität (bzw. Geschlechtsidentität) aus christlicher (bzw. jüdischer) Sicht zu lesen:

1) Weihbischof Dr. Andreas Laun (Hg.): Homosexualität aus katholischer Sicht (Franz Sales Verlag, ISBN 3-7721-0239-5)
2) Fr. John F. Harvey, O.S.F.S.: Homosexuality and the Catholic Church. Clear Answers to Difficult Questions (Ascension Press. ISBN: 978-1-932927-62-7)
3) David Morrison: Beyond Gay (Our Sunday Visitor, ISBN: 0-87973-690-9)
4) Joe Dallas: The Gay Gospel? How Pro-Gay Advocates Misread the Bible (Harvest House Publishers, ISBN-13: 978-0-7369-1834-3. ISBN-10: 0-7369-1834-5). Besonders zu empfehlen – ebenso wie die übrigen Werke von Joe Dallas!
5) Thomas E. Schmidt: Straight & Narrow? Compassion and Clarity in the Homosexual Debate (InterVarsity Press. ISBN 0-8308-1858-8)
6) Arthur Goldberg: Light in the Closet. Torah, Homosexuality and the Power to Change (Red Heifer Press. ISBN: 978-09631478-9-9)
7) John Piper & Wayne Grudem: Recovering Biblical Manhood & Womanhood. A Response to Evangelical Feminism. (Crossway Books. ISBN 13: 978-1-58134-806-4. ISBN 10: 1-58134-806-1)
8) Robert Lewis: Raising a Modern-Day Knight. A Father’s Role in Guiding His Son to Authentic Manhood (Tyndale House Publishers. ISBN-13: 978-1-58997-309-1. ISBN-10: 1-58997-309-7)

Oder auch die Arbeiten von Dr. Robert Gagnon, Michael L. Brown.


„Argumente über die genetischen oder soziologischen Ursprünge der Homosexualität, über wahrhaft liebende homosexuelle Beziehungen – nichts davon würde Paulus beeindrucken. Er würde ganz einfach die Verwendung derartiger Informationen in Argumenten für die Akzeptanz homosexuellen Verhaltens als weiteren Beweis der menschlichen Blindheit hinsichtlich der Versklavung durch die Sünde verstehen.“
Marion Soards, Scripture and Homosexuality.

Paulus war es, der Homosexualität ausdrücklich verurteilt hat: im Römerbrief verweist er sowohl auf das Verhalten wie die inneren Anziehungen, im 1. Korinther- und im 1. Timotheus-Brief sieht er das Verhalten getrennt von der Neigung. Er verschwendet auch keine Zeit darauf, weiter darüber zu argumentieren, da er ganz selbstverständlich davon ausging, dass seine Leser ebenso als falsch erkennen würden, was er verurteilte (womit er wohl auch richtig lag !). Bei anderen Punkten verbringt er ganze Kapitel damit, seine Verurteilung zu begründen. Warum? Weil er hier offensichtlich seine Leser noch von seiner Verurteilung überzeugen will. Homosexuelle Sünde hingegen fällt für Paulus in dieselbe Kategorie wie etwa Ehebruch und bedarf somit keiner weiteren Erklärung mehr. Eine Auffassung, die uns zu denken geben sollte.

Es kann also keinen Zweifel daran geben, dass Paulus Homosexualität als etwas Falsches und Unnatürliches ansah, auch wenn das heute einigen nicht passt und sie es gerne "im Licht der damaligen Zeit" sehen und auf Basis neuer Erkenntnisse eigenmächtig uminterpretieren wollen. Er setzte diese Überzeugung durchaus auch bei seinen Lesern voraus, beschrieb diese Sünde aber nicht als schlimmer als etwa andere Sünden. Er sah sie als Symptom der gefallenen Natur der Menschen an, als etwas, dass nie innerhalb der Christen geschehen durfte - aber auch als etwas, in das zumindest einige seiner Leser einst verwickelt waren (vgl. 1 Kor 6,9-11). Diese Menschen haben aber auch Freiheit in Christus gefunden!

Sehen wir uns doch das Verständnis des Paulus von "natürlich" und "unnatürlich" etwas genauer an und lesen hierfür Röm 1,26-27:

"Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung."

Wie hat man dies bisher gesehen?

Paulus beginnt den Römerbrief damit, dass er die Menschheit in ihrem noch nicht erlösten und rebellischen Zustand beschreibt. Er will hier nicht etwa einzelne Sünden hervorheben, sondern aufzeigen, dass alle – Juden oder Christen - ohne die Erlösung Jesu Christi verloren sind. Zunächst spricht er allgemein über die menschliche Rasse. Alle Menschen wissen, dass es Gott gibt, aber in ihrem gefallenen Zustand interessiert sie das nicht und sie machen, was sie wollen (1,18-21). Klingt das einigen vertraut? Die Herzen der Menschen wurden "verfinstert" und sie verfielen dem Götzendienst (Verse 21-23). Dann spricht Paulus über Homosexualität als Symptom dieses Problems und beschreibt diese als etwas Unnatürliches. Er war also nicht gerade "politisch korrekt". Schließlich beschreibt er noch weitere Sünden, die ebenfalls damals üblich waren. Von all diesen Sünden wird aber nur Homosexualität als "widernatürlich" bezeichnet. Heute würde man Paulus dafür wohl wegen Diskriminierung vor Gericht bringen.

Schließlich heißt es am Ende des ersten Kapitels, dass jeder Mensch, der diese Sünden begeht, den Tod verdient. Ein hartes Urteil, dass uns ebenfalls zu denken geben sollte.

Paulus behauptet dabei keineswegs, dass jeder Mensch all diese Sünden begeht, die in diesem Kapitel aufgezählt werden. Er geht aber sehr wohl davon aus, dass diese Sünden weithin praktiziert werden und dass niemand, der dies liest nicht zumindest eine seiner eigenen Sünden auf dieser Liste wiederfindet. Ein zeitloses Statement wie es scheint.

Im zweiten Kapitel wendet sich Paulus dann an die Juden im Besonderen und sagt ihnen, sie können keineswegs davon ausgehen, dass sie von der Todesstrafe ausgenommen sind. Sünde findet sich überall - unabhängig von Nation oder Religion. Gleichzeitig aber ruft er zum Vertrauen in Christus - anstatt auf die eigene Gerechtigkeit - auf. Ebenfalls ein Statement, das uns zu denken geben sollte.

Nun meinen manche, Paulus würde hier nicht wahre Homosexuelle beschreiben, sondern Heterosexuelle, die homosexuelle Akte vollziehen, die gegen ihre eigene Natur sind. Heterosexuelle, die dies tun, würden ja gleichsam gegen ihre eigene Natur verstoßen - und das verurteilt Gott.

Die Sünde hierbei wäre also, etwas zu verändern, was für den Einzelnen (!) natürlich ist. Wenn es für jemand natürlich wäre, homosexuell zu sein und er/sie dies auch auslebt, wäre das keine Sünde, da er/sie sich gemäß seiner/ihrer Natur verhält.

Nach dieser Auffassung verurteilt Paulus hier also Heterosexuelle, die wider ihre eigene Natur handelten, indem sie homosexuelle Akte begingen. Ähnlich wäre es wohl mit Homosexuellen, die heterosexuelle Akte zu tun versuchen.

All das hätte überhaupt nichts zu tun mit liebevollen homosexuellen Beziehungen, so wie wir sie heute kennen. Diese würden ja nur gemäß ihrer wahren Natur handeln und wären deshalb nicht das Ziel der Aussagen des Paulus. Paulus hätte von etwas ganz anderem gesprochen.

Ist das wirklich so?

Leider verfallen auch immer mehr TheologInnen dieser schwulen Ideologie – wenn auch mit den besten Absichten. Eine Ideologie, die äußerst geschickt geplant und vorbereitet wurde.

Gehen wir also näher auf die Aussagen von Paulus ein. Er spricht nämlich keineswegs so subjektiv über Homosexualität, wie ihm das manche unterstellen wollen. Nichts in seinen Versen weist darauf hin, dass er einen "wahren" Homosexuellen von einem "falschen" unterscheidet. Er beschreibt homosexuelles Verhalten (!) als unnatürlich - egal, wer es tut und warum er es tut. Ebenso gleichgültig ist für ihn, ob jemand es tut, weil er/sie so "geboren" wurde.

Paulus wird in diesen Versen auch ungewöhnlich deutlich. Er verwendet für Männer und Frauen die griechischen Wörter, die am meisten das körperliche Geschlecht ausdrücken (das Geschlecht also, das man entgegen politisch korrekter Meinung nicht verändern kann!): arsenes und theleias. Diese Wörter finden sich nur selten im Neuen Testament. Wenn man sie denn antrifft, bezeichnen sie in besonderer Art und Weise das körperliche Geschlecht - wie etwa in "männliches (arsenes) Kind". Sie werden also dann verwendet, wenn man besonders auf die Tatsache eingehen will, dass jemand ein Mann (bzw. alternativ eine Frau) ist.

Paulus sagt demnach, dass das homosexuelle Verhalten für diese Menschen als Männer und Frauen (arsenes und theleias) unnatürlich war, nicht etwa weil es nicht ihrer sexuellen Orientierung entsprach. Mit anderen Worten: Paulus sagt, dass Homosexualität aus biologischer Sicht (!) unnatürlich ist – und das nicht nur für Heterosexuelle, sondern für jeden, egal, ob er/sie so empfindet oder nicht.

Ein anderer Gesichtspunkt: Die Männer, die Paulus beschreibt, "entbrannten in Begierde zueinander" - es ist also höchst unwahrscheinlich, dass sie Heterosexuelle waren, die einfach mal Homosexualität ausprobieren wollten. Oder wann hast du zuletzt einen Heterosexuellen gesehen, der in Begierde zu einem Menschen desselben Geschlechts entbrannte?

Diese von Paulus beschriebenen Menschen hatten eine sehr starke innere Sehnsucht. Behaupten zu wollen, sie wären Heterosexuelle und würden wider ihre Natur handeln, widerspricht offensichtlich diesen Versen und man muss nicht Theologie studiert haben, um das zu erkennen.

Wenn die Verse 26 und 27 außerdem Menschen beschreiben würden, die nicht von Natur aus homosexuell empfinden, nicht aber für Menschen gelten sollten, die von Natur aus gleichgeschlechtlich fühlen, müssten wir dann nicht konsequent sein und diesen Grundsatz für all die Handlungen, die in diesem Kapitel erwähnt werden, anwenden? Muss dann nicht bei allen aufgeführten Sünden so verfahren werden?

Sehen wir uns also die Sünden an, die Paulus in den Versen 20 bis 31 erwähnt:

• Homosexualität
• Die Menschen haben Gott erkannt, aber nicht geehrt und Ihm nicht gedankt.
• Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.
• Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren.
• Götzendienst
• Unreinheit
• Lüge
• Weigerung, Gott anzuerkennen
• Verworfenes Denken: Tun, was sich nicht gehört
• Ungerechtigkeit
• Schlechtigkeit
• Habgier
• Bosheit
• Neid
• Mord
• Streit
• List
• Tücke
• Verleumdung
• Üble Nachrede
• Hass auf Gott
• Überheblichkeit
• Hochmut
• Prahlerei
• Erfinderisch sein im Bösen
• Ungehorsam gegenüber Eltern
• Unverständigkeit
• Haltlosigkeit
• Lieblosigkeit
• Kein Erbarmen

Manche sagen nun also, Homosexualität sei nur eine Sünde, wenn sie von Menschen begangen wird, die nicht natürlich so empfinden (siehe oben genannte Argumentation). Sehen wir uns doch einmal diese ganze lange Liste an Sünden an, die im selben Kapitel wie Homosexualität erwähnt werden. Sünden, für die logischerweise derselbe Grundsatz angewendet werden müsste. Dies jedoch führt offensichtlich zu absurden Ergebnissen. Die einzig annehmbare Schlussfolgerung ist also, dass homosexuelle Handlungen – unabhängig von dem, wie Menschen von Natur aus empfinden – Sünde sind. Dies allein aufgrund der Tatsache, dass Gott für Männer und Frauen eine bestimmte Vorstellung hatte, was die Sexualität und das Zusammenleben anging. Sexualität im Rahmen einer lebenslangen, monogamen und heterosexuellen Ehe dient sowohl der Fortpflanzung als auch dem Wohl der Ehepartner. Dies darf nicht getrennt werden (etwa auch im Falle der Empfängnisverhütung, wo man die Fortpflanzung ausschließt, oder im Falle der Abtreibung).

Oder würde jemand ernsthaft dieselben "Argumente" für die Sünden aus oben genannter Liste verwenden? Gibt es eine "liebende" oder "liebevolle" Art von List und Tücke? Oder von übler Nachrede? Das ist absurd. Man kann eben nicht beides haben. Die Versuche, hier anders zu argumentieren, klingen schon beinahe wie ein verzweifelter Versuch, das eigene Verhalten - um dessen Unangemessenheit aus christlicher Sicht man tief im Inneren sehr wohl weiß - nachträglich theologisch zu rechtfertigen.

Es gibt nun auch Menschen, die argumentieren, diese Verse würden sich nur auf Menschen beziehen, die sich dem Götzendienst verschrieben haben und nicht aber auf schwule Christen, die den wahren Gott anbeten.

In Vers 23 schreibt Paulus: "Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen." (Einheitsübersetzung). Aufgrund dieses Verses meinen manche, die Aussagen von Paulus würden sich nur auf die Menschen beziehen, die Götzen oder falsche Götter anbeten - und nicht auf Schwule oder Lesben in liebenden und verantwortungsvollen homosexuellen Beziehungen. Letztere hätten ja nichts mit Götzendienst zu tun.

Tatsächlich?

Natürlich spielt der Götzendienst eine wichtige Rolle in diesem Kapitel. Paulus beginnt, indem er die allgemeine Rebellion der Menschen beschreibt, die das Geschöpf eher als den Schöpfer anbeten. Hier setzen nun schwule Theologen bzw.deren Anhänger an: Das würde nicht für sie gelten, da sie keine Götzen anbeten, sondern den wahren Gott.

Paulus beschreibt aber hier vielmehr wie bereits erwähnt die allgemeine Rebellion, die die Rebellion im Besonderen erst möglich macht. Man muss sich nicht erst vor dem goldenen Kalb verneigen oder um es herumtanzen, um an einem allgemeinen Leugnen Gottes teilzunehmen oder um diesem Leugnen durch bestimmte Taten Ausdruck zu verleihen. Dies hat nicht zwangsweise etwas mit Götzendienst zu tun.

Man muss nur einmal mit gesundem Menschenverstand dieses Kapitel durchlesen. Denken wir doch noch einmal an all die Sünden, die hier aufgezählt werden. Wenn man nun das Argument, hier würde nicht Homosexualität verurteilt, wie wir sie kennen, sondern Götzendienst, auch auf die anderen Sünden anwendet, ergeben sich absurde Ergebnisse. Oder würde jemand ernsthaft behaupten, all diese Sunden wären nur abzulehnen, wenn sie im Kontext des Götzendienstes begangen werden, aber akzeptabel, wenn sie in einer verantwortungs- und liebevollen Art und Weise begangen werden? Wohl kaum.

Das ist Unsinn und jeder Mensch kann das auch ohne theologische Ausbildung erkennen. Hier werden nicht Sünden verurteilt, die im Zusammenhang eines Götzendienstes begangen werden, sondern all diese aufgezählten Sünden sind Symptome eines gefallenen Zustands.


Nun führen einige wiederum an, Paulus würde hier übertriebenes und unverantwortliches sexuelles Verhalten ansprechen, das aus reiner Lust geschieht und Sex mit mehreren bzw. wechselnden Partnern umfasst. Das aber hat nichts zu tun mit einer liebevollen, verantwortungsbewussten homosexuellen Beziehung mit nur einem Partner.

Die Menschen, die Paulus in diesem Kapitel beschreibt, entbrannten aus Begierde zueinander, empfanden also Lustgefühle für Angehörige des eigenen Geschlechts und hatten auch Sex miteinander. Eine klare Angelegenheit. Weder die Art und Weise, wie er dies ausdrückte noch die Wahl seiner Worte weist jedoch darauf hin, dass hier mit vielen Menschen des eigenen Geschlechts Sex praktiziert wurde oder dass hier oft oder wahllos sexuelle Akte vollzogen wurden. Das aber heißt nichts anderes als dass Paulus homosexuelle Akte an sich verurteilte - und diese Verurteilung nicht einschränkte oder begrenzte (etwa auf die, die Homosexualität nicht verantwortungs- bzw. liebevoll oder mit vielen Partnern praktizieren). Diese Sünde wird nicht geringer, wenn sie nur einmal im Leben mit nur einem einzigen Menschen begangen wird. Das mag zwar manchem nicht passen, aber Paulus war hierzu eindeutig.


Gehen wir nun darauf ein, wie Paulus bestimmte griechische Wörter verwendet.

"Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten Gottes Königtum nicht erben werden? Lasst euch nicht beirren. Weder Unzüchtige, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben [griech.: malakos] , noch Männerliebhaber [griech.: arsenokoite], noch Diebe, noch Ausbeuter, nicht Säufer, nicht Schmähmäuler und auch nicht Räuber werden das Königtum Gottes erben." (1 Kor 6,9-11. Übersetzung von Fridolin Stier. Kösel-Verlag München und Patmos-Verlag Düsseldorf. Sehr zu empfehlen!!)

"und bedenkt, dass das Gesetz nicht für den Gerechten bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Ungehorsame, für Gottlose und Sünder, für Menschen ohne Glauben und Ehrfurcht, für solche, die Vater oder Mutter töten, für Mörder, Unzüchtige, Knabenschänder [griech.: arsenokoite], Menschenhändler, für Leute, die lügen und Meineide schwören und all das tun, was gegen die gesunde Lehre verstößt." (1 Tim 1,9-11 - Einheitsübersetzung).

Im Römerbrief beschreibt Paulus Homosexualität im Detail. Bei oben genannten Versen aber erwähnt er sie nur und führt sie zusammen mit anderen Verhaltensweisen auf. Warum?

Im 1. Korintherbrief will er, dass das Verhalten von Christen sich völlig von dem von Nichtchristen unterscheidet (hört, hört!). Christen müssen in einer Art und Weise leben, die sie vom Rest der Welt abtrennt bzw. unterscheidet – ähnlich wie in Levitikus 18 und 20 sich die Israeliten von anderen Völkern unterscheiden sollen, was sexuelles Verhalten angeht. Sollte das nicht auch für uns heute gelten?

Im 1. Timotheusbrief (Vers 8) hingegen weist Paulus auf den rechten Gebrauch des Gesetzes des Alten Testaments hin und führt viele der Sünden auf, die dieses Gesetz verurteilt. Menschen, die diese Sünden begehen, werden vom Gesetz überführt. In beiden Abschnitten verwendet Paulus das griechische Wort arsenokoite für männliche Homosexualität (lesbische Homosexualität kommt in der Bibel nur einmal vor, nämlich in Roem 1,26). Was hat es mit diesem Wort auf sich?

Im 1. Korintherbrief wird dieses Wort mit "Männerliebhaber" übersetzt, im 1. Timotheusbrief mit "Knabenschänder". Im 1. Korintherbrief verwendet Paulus außerdem das Wort "malakos" ("Lustknaben"). Er sagt also, dass homosexuelle Akte, Akte zwischen erwachsenen Männern und Knaben sowie homosexuelle Prostitution Sünden sind, die diejenigen, die sie begehen, vom Königreich Gottes ausschließen. Dies neu interpretieren und aus einem klaren Nein ein Ja machen zu wollen, selbst wenn es mit den besten Absichten geschieht, bedeutet nichts anderes, als die Aussagen der Bibel und des kirchlichen Lehramts zu verdrehen.

Es gibt nun Menschen, die behaupten, Paulus hätte mit dem Wort arsenokoite nur männliche homosexuelle Prostitution gemeint (also nicht „normale“ Homosexuelle) und das Wort malakos würde sich nur auf Männer beziehen, die sich verkaufen (wahrscheinlich damals als Frauen verkleidet) oder die beim Sex zumindest den weiblichen Part übernehmen. Arsenokoite sei ein Wort, das von Paulus geprägt wurde und noch nie zuvor in der griechischen Literatur aufgetaucht ist. Zur damaligen Zeit gab es aber sehr wohl andere griechische Wörter für „homosexuell“. Wenn Paulus also wirklich über Homosexualität hätte reden wollen, hätte er doch eines der bereits existierenden Wörter dafür verwendet. Da er das nicht tat, könne man auch nicht sagen, er habe homosexuelle Akte an sich und für alle Menschen verurteilt.

Beim Wort malakos gibt es weniger Einwände - es kommt etwa auch in Mt 11,8 und Lk 7,25 vor, wo Jesus die beschreibt, die im Luxus leben. Es ist in diesen Versen aber nicht ganz klar, ob hier von eher schwachen Männern die Rede ist oder von Männern, die den Königen als Prostituierte zur Verfügung standen. Männern, die unter anderem als Frauen verkleidet waren.

Was jedoch klar ist, ist, dass diese Männer, nicht unbedingt Homosexuelle waren, obwohl sowohl Jesus als auch Paulus kritisch von ihnen sprachen. Ob sie nun aber homo- oder heterosexuell empfanden, es handelte sich höchstwahrscheinlich um Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex für Geld praktizierten (also ihren Körper verkaiuften), also nicht um typische Homosexuelle. Insofern stimmt es also, dass malakos kein Begriff ist, der alle Formen von Homosexualität verurteilt. Der Begriff arsenokoite tut das aber sehr wohl. Hier wird nun manchmal eingewendet, arsenokoite wurde sich nur auf männliche Prostituierte beziehen, und zwar auf männliche Prostituierte, die sowohl bei Frauen wie bei Männern den aktiven Part übernehmen konnten (Boswell argumentiert etwa so). Alternativ heißt es, Paulus würde allgemein Immoralität verurteilen, nicht aber Homosexualität im Besonderen. Dieser Begriff würde sich also auf in irgendeiner Art und Weise unmoralische Männer beziehen, nicht aber auf Homosexuelle.

Was ist also an diesen Einwänden dran? Ist das wirklich so?

Paulus hat mit arsenokoite einen neuen Begriff geprägt. Und? Er hat 179 neue Begriffe im Neuen Testament geprägt! Diese neu geprägten Wörter verändern aber keineswegs entscheidend den Kontext, in dem sie vorkommen.

Sehen wir uns aber dieses Wort etwas näher an:

Arsenokoite ist eine Kombination der Wörter arsenos und koite. Beide Wörter tauchen nur selten im Neuen Testament auf. Arsenos bezeichnet einen Mann, mit besonderer Hervorhebung des Geschlechts. Koite kommt nur zweimal im Neuen Testament vor und bedeutet Bett - mit einem sexuellen Beigeschmack:

"lasst uns wohlfällig den Weg gehen, (...) nicht in Beischläfereien [koite]" (Röm 13,13. Übersetzung von Fridolin Stier. Kösel-Verlag München und Patmos-Verlag Düsseldorf. Sehr zu empfehlen!)

"Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett [koite] bleibe unbefleckt" (Heb 13,4 – Einheitsübersetzung)

Die Art und Weise, wie Paulus diese beiden Wörter verwendet, macht deutlich, dass keines dieser Begriffe einen Verkauf oder Handel beinhaltet (etwa im Sinne von Prostitution). Er setzt die Begriffe männlich und Bett mit sexuellem Bezug zusammen – ohne jeglichen Hinweis auf Prostitution. Das Wort arsenokoite mag zwar von späteren Autoren auch im übertragenen Sinne gebraucht worden sein, die Bedeutung, die Paulus dem beimaß, war jedoch eindeutig und enthielt keinen Hinweis darauf.

Nun ein interessanter Punkt:

Arsenokoite hat auch eine hebräische Entsprechung: mishkab zakur. Mishkab bedeutet Bett – mit einer sexuellen Bedeutung - und zakur bedeutet männlich oder Männer. Kann es noch klarer werden?

Mishkab zakur findet sich etwa in Lev 18,22 und 20,13, die homosexuelle Akte zwischen Männern ausdrücklich verbieten. Hierüber gibt es keine Zweifel. In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der Bibel, werden genau diese Begriffe arsenos und koite zur Übersetzung dieser alttestamentlichen Verse verwendet! Als Paulus also den Begriff arsenokoite prägte, nahm er ihn also nicht aus dem luftleeren Raum, sondern direkt vom Verbot homosexueller Akte in Levitikus. Auch wenn der Begriff für Paulus neu war, war seine Bedeutung und Absicht jedoch unzweifelhaft.

Wenn sich aber gleichgeschlechtliche Empfindungen als sehr intensiv und „natürlich“ für den Einzelnen darstellen? Ist dann nicht alles anders? Auch hierfür hat Paulus eine Antwort:

"Daher soll die Sünde euren sterblichen Leib nicht mehr beherrschen, und seinen Begierden sollt ihr nicht gehorchen. Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung als Menschen, die vom Tod zum Leben gekommen sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes." (Roem 6,12-13. Einheitsübersetzung)

"Angesichts des Erbarmen Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst." (Röm 12,1 - Einheitsübersetzung)

Gott sagt nicht, dass es keinerlei Versuchungen mehr geben wird. Er will Gehorsam - unabhängig etwa von den Ursachen von Homosexualität. Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben sich diese nicht ausgesucht, aber Gott fordert von uns klar und deutlich, das, was uns als natürlich erscheint und möglicherweise bis zu einem gewissen Grad auch nicht zu verändern ist, beiseite zu legen und Ihm als lebendige Opfer hinzugeben. Nur dann können und werden wir wahren Frieden finden. Man hilft niemandem, wenn man ihm oder ihr ein theologisches Hintertürchen öffnet, um solch klaren Aussagen zu entgehen.

Vielleicht mag sich der eine oder andere Mensch mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nun denken, Paulus hatte doch keine Ahnung, wie es ist, schwul zu sein. Das mag durchaus so sein, aber Paulus hatte sehr wohl eine Ahnung davon, wie es ist, gegen die Sünde zu kämpfen. Es ist auch gar nicht wichtig, ob er das nachvollziehen konnte oder nicht. Er verurteilte homosexuelles Verhalten - unabhängig von dessen Ursachen.

Hatte Paulus nun keine Ahnung von Homosexualität, so wie wir sie heute kennen? So wird ja heute häufig argumentiert.

Die Vorstellung einer Homosexualität zwischen Erwachsenen, die dies mit vollem Einverständnis taten, war damals aber keineswegs so fremd, wie das manche heute denken mögen. Auch die Vorstellung, Menschen könnten homosexuell geboren sein, war in hellenistischen Zeiten durchaus bekannt. Aristoteles etwa kannte die homosexuelle Orientierung sehr wohl und befürwortete sie ausdrücklich! Man kann also durchaus davon ausgehen, dass Paulus dies auch bekannt war. Außerdem ist die Bibel ja vom Heiligen Geist inspiriert und man kann doch annehmen, dass Gott ebenso viel über gleichgeschlechtliche Neigungen wusste wie wir heute.

Eine Theologie, die die Argumente der Schwulenbewegung aufgreift und unterstützt, mag zwar aus menschlicher Sicht nachvollziehbar und für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen eine große Versuchung sein, jedoch entspricht sie nicht den biblischen Aussagen oder der Lehre der Kirche in den letzten 2.000 Jahren. Gerade Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen sollten einmal im Gebet in sich gehen und sich fragen, ob es wirklich Überzeugung ist, die sie dazu bringt, den Argumenten der Schwulenbewegung hinsichtlich der Bibel zu glauben oder passt es nicht vielmehr in ihre persönliche Lebensvorstellung? Stützen wir uns auf die Aussagen der Bibel und der Kirche – oder auf unsere persönlichen Gedanken, Gefühle, Empfindungen und Erfahrungen - oder "aktuellen wissenschaftlichen Entdeckungen", die uns vergessen lassen, was Gott uns gesagt hat?

Vor einem jedoch hat uns die Bibel gewarnt: unser Herz kann sehr trügerisch sein...


(Quellen: u.a. Joe Dallas: The Gay Gospel? How Pro-Gay Advocates Misread the Bible (Harvest House Publishers, ISBN-13: 978-0-7369-1834-3. ISBN-10: 0-7369-1834-5), Thomas E. Schmidt: Straight & Narrow? Compassion and Clarity in the Homosexual Debate (InterVarsity Press. ISBN 0-8308-1858-8). Beides sehr zu empfehlen!! Eine weitere Quelle, ebenso empfehlenswert: Jason Evert).

Quelle: JASON Ministries


Der Mensch aber ist frei und darf nicht zum Instrument anderer gemacht werden. Seine Natur ist genau diese Freiheit und Selbstbestimmung. So gehört etwa zur Sexualität sowohl die Fortpflanzung als auch die menschliche Gemeinschaft und Zuneigung. Das kirchliche Lehramt ist hier nicht konsequent, da es die Fortpflanzung der Tiere einfach auf die Menschen überträgt und letztere nicht als freie Personen sieht. Sexualität ist aber Ausdruck der freien menschlichen Persönlichkeit. Somit muss sexuelles Verhalten akzeptiert werden, wenn sich dadurch die Liebe zweier freier Menschen ausdrückt. Wer also die liebende Paar-Beziehung in einer Ehe akzeptiert, kann nicht gleichzeitig sexuelle Akte in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung verwerfen, weil ihnen die Fortpflanzung fehlt. Wer Homosexuelle als Personen anerkennt, muss also auch ihre Beziehungen anerkennen.

Wir sind ja bereits teilweise auf derartige Argumente eingegangen, die zwar gut gemeint sein mögen, die wir als Christinnen und Christen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen (!) aber trotzdem - oder gerade deswegen! - aus tiefstem Herzen ablehnen.

Der Mensch ist frei - so weit, so gut. Die Freiheit der persönlichen Entscheidung ist ein wesentlicher Grundsatz des christlichen Glaubens, wenngleich diese Freiheit auch auf der Gnade Gottes basiert, die der Freiheit zuvor kommt. Gott hat es uns überlassen, uns für oder gegen Ihn zu entscheiden. Er zwingt uns zu nichts. Wir sollten uns aber wohl bewusst sein, dass diese Entscheidung – in welcher Richtung sie auch getroffen wird – Konsequenzen haben wird. Wer aber als Christ argumentiert, dass ein solcher auch die Freiheit hat, für sich selbst und abweichend von den Lehren der Bibel und der Kirche als Leib Christi Entscheidungen zu treffen, die als vom christlichen Standpunkt her akzeptabel gelten sollen, der irrt gewaltig. Der Papst hat dies mit „moralischen Relativismus“ bezeichnet – eine höchst gefährliche Entwicklung, bei der der/die Einzelne darüber entscheidet, was gut, richtig und wahr ist. Wenn es darüber aber keinen allgemeinen gesellschaftlichen Konsens mehr gibt, wenn man Gott aus der Gesellschaft verbannt und den Menschen auf Seinen Thron setzt, werden wir in wenigen Generationen wieder zurück in der Barbarei sein. Bereits George Washington hat festgestellt, dass es keine Demokratie ohne Moral und keine Moral ohne Religion gibt. Ohne ewige Belohnung oder ewige Verdammnis haben die Menschen keinen Grund mehr, gut zu sein.

Es ist eine komplette Verdrehung sowohl biblischer Aussagen wie der Lehre der Kirche in den letzten 2.000 Jahren, zu meinen, man könne den Grundsatz der christlichen Ehe durchbrechen. Für Christen ist eine Ehe ein Sakrament, das den Bund Jesu zur Kirche widerspiegelt. Eine lebenslanger, monogamer und heterosexueller Bund zwischen Mann und Frau, der der Fortpflanzung und dem Wohl der Ehepartner dient. Dieser Standard beginnt in Genesis und wird durch die gesamte Bibel – über Tausende von Jahren und in verschiedensten Kulturen – aufrechterhalten und von Jesus selbst bestätigt. Wer nun meint, dies trennen zu dürfen, endet – gewollt oder ungewollt – bei untragbaren Resultaten. Beispiele hierfür wären etwa die Empfängnisverhütung, bei der es nur mehr um das Wohl der Ehepartner geht, oder die Abtreibung. Auch gleichgeschlechtliche Beziehungen weichen von diesem Standard ab. Manche mögen nun anführen, sie dienen doch dem Wohl der Partner als freie Personen, da diese Menschen eben nicht anders können. Dies aber ist eine eigenmächtige Verdrehung der Bibel wie des kirchlichen Lehramts. Aus humanistischer - oder gar hedonistischer - Sicht mag dies akzeptabel sein. Wer den Menschen zum Zentrum des Universums macht und mit ihm moderne Wissenschaft, mag so argumentieren. Für Christinnen und Christen ist das aber nicht annehmbar. Das „Wohl“ der Partner ist keineswegs erfüllt, wenn zwei Menschen des gleichen Geschlechts zusammen Spaß haben, da Wohl im christlichen Sinn etwas anderes bedeutet wie aus der Sicht eines ungläubigen Menschen. Haben nun Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen wirklich keine andere Möglichkeit? Nun, sehen wir uns die Bibel selbst an:

"Daher soll die Sünde euren sterblichen Leib nicht mehr beherrschen, und seinen Begierden sollt ihr nicht gehorchen. Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung als Menschen, die vom Tod zum Leben gekommen sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes." (Röm 6,12-13. Einheitsübersetzung)

"Angesichts des Erbarmen Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst." (Röm 12,1 - Einheitsübersetzung)

Gott sagt nicht, dass es keinerlei Versuchungen mehr geben wird. Er will Gehorsam - unabhängig etwa von den Ursachen von Homosexualität. Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben sich diese nicht ausgesucht, aber Gott fordert von uns klar und deutlich, das, was uns als natürlich erscheint und möglicherweise bis zu einem gewissen Grad auch nicht zu verändern ist, beiseite zu legen und Ihm als lebendige Opfer hinzugeben. Nur dann können und werden wir wahren Frieden finden.

Die Selbstbestimmung des Menschen ist somit nicht nur ein Recht und Geschenk, sondern auch eine (Auf-)Gabe. Sie bedeutet aus christlicher Sicht nicht, zu tun, wonach einem ist, sondern Jesus nachzufolgen und Gottes Gebote zu halten. Dies ist keine Versklavung oder blinder Verpflichtung, sondern Ausdruck wahrer Freiheit.

Was homosexuelle Beziehungen angeht, so fehlen diesen wie gesagt die Grundvoraussetzungen einer christlichen Ehe. Unter anderem bedeutet dies auch die Möglichkeit der Fortpflanzung, die im Übrigen auch heterosexuelle Paare nicht einfach durch Empfängnisverhütung ausschließen dürfen! Gott hatte einen Plan für uns. Er hat uns geschaffen und sollte am besten wissen, was gut für uns ist. Und nicht zuletzt Jesus selbst hat uns gesagt, dass nicht jeder für die Ehe geschaffen ist. Dies heißt keineswegs, dass wir dazu verdammt sind, alleine zu sein. Viele von uns leben als Singles und haben trotzdem ein erfülltes Leben. Wir haben gelernt, unsere besonderen Gaben zu nutzen und unseren ganz persönlichen Weg gefunden. Seinen Weg.

Gerade weil wir die liebende Beziehung in einer heterosexuellen, monogamen Ehe akzeptieren und uns selbst als Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen anerkennen und lieben gelernt haben, warnen wir vor dem Trugschluss, gleichgeschlechtliche Beziehungen als gleichwertig mit dem biblischen Standard zu sehen und zu akzeptieren. Damit tut ihr Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen keinen Gefallen! Das heißt nichts anderes als zu sagen, der biblische und kirchliche Standard liegt bei 100 %, aber für die, die es nicht bis dahin schaffen, vergessen wird diesen Standard auch oder geben uns mit 50 % (etwa im Falle einer Ehescheidung bei heterosexuellen Paaren) zufrieden. Das ist eine armselige - wenn auch gut gemeinte - Theologie. Ihr würdet uns weitaus mehr helfen, wenn ihr uns klar Gottes Standard vermittelt und uns mit Liebe, aber bei Bedarf auch mit Ermahnungen, helft, diesen Standard einzuhalten bzw. unsere ganz besondere Begabung in einer aus christlicher Sicht akzeptablen Art und Weise zu nutzen.

Wer meint, Sexualität sei der Ausdruck der freien menschlichen Persönlichkeit und deshalb müsse man auch sexuelles Verhalten als eben solchen Ausdruck anerkennen, wenn es die Liebe zweier Menschen ausdrückt, ist nicht nur gewaltig auf dem Holzweg, sondern öffnet - gewollt oder ungewollt - Missbrauch und Willkür Tür und Tor. Nicht alles, was im Namen von "Liebe" geschieht, ist auch richtig und gut - zumindest nicht aus christlicher Sicht. Spencer Tracy, der berühmte Schauspieler, liebte etwa Katherine Hepburn unsterblich. Die beiden waren auch ein Paar. Spencer war aber verheiratet - und das nicht mit Katherine. Auch wenn sich die beiden noch so sehr geliebt haben, bleibt das doch Ehebruch, da sie ihre Liebe über die Liebe zu Gott und Seinen Geboten gestellt haben. Nicht alles, auf das wir das Etikett "Liebe" kleben, wird damit auch richtig. Dies ist eine sehr naive Auffassung und für Christinnen und Christen nicht akzeptabel.

Ohne beides vergleichen zu wollen, aber doch mit dem Hinweis, dass mit einer solchen Argumentation - bewusst oder unbewusst - ein Tor geöffnet wird, das man kaum mehr schließen kann: Auch Pädophilie argumentieren nun mit der "liebenden" und "verantwortungsvollen" sexuellen Beziehungen zu Minderjährigen. Soll das nun heißen, dass man das auch anzuerkennen hat? Wenn nicht, warum nicht, hat man doch dieses Argument einmal gelten lassen?

Wie wir bereits mehrmals festgestellt haben, würden wir uns nicht als "Homosexuelle" bezeichnen. Wir sind und bleiben das, als das uns Gott geschaffen hat: Heterosexuelle, die - aus welchen Gründen auch immer (und sollten diese "genetisch" sein!) - ein gleichgeschlechtliches Problem haben. Gerade weil wir uns als solche Personen anerkennen, sprechen wir uns gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen aus. Was aus nichtchristlicher oder rein weltlicher Sicht akzeptabel oder "vernünftig" klingen mag, ist für uns nicht annehmbar, da es uns von der Liebe Gottes trennen würde. Unsere Sehnsucht und Liebe zu Gott ist aber stärker als alle anderen Sehnsüchte. Viele von uns machten bereits die Erfahrung, was es heißt, uns von Gott abzuwenden - wir möchten das nicht noch einmal durchmachen müssen. Von christlichen Theologinnen und Theologen aber wünschen wir uns mehr als gut gemeinte, aber wenig hilfreiche theologische Hintertürchen.

Nein, wir sind keine Fanatiker, die Wissenschaft und Vernunft ablehnen. Vielleicht ist es gerade diese gottgegebene Vernunft, die uns zurück zu Gott gebracht hat und erkennen ließ, wie verzerrt unsere Sichtweise von uns selbst in unserer Zeit in der schwulen Szene war und welch unglaubliche Befreiung und Liebe wir erfahren durften, nachdem wir zurück in Gottes Arme gekehrt sind.

(Quelle: u.a. Joe Dallas: The Gay Gospel? How Pro-Gay Advocates Misread the Bible (Harvest House Publishers, ISBN-13: 978-0-7369-1834-3. ISBN-10: 0-7369-1834-5). Besonders zu empfehlen – ebenso wie die übrigen Werke von Joe Dallas!)