Miserere Nobis!

Hilfe für Katholikinnen und Katholiken mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen

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Ich will endlich so sein, wie ich bin?

Posted on April 13, 2019 at 5:40 AM

"Ich will endlich so sein, wie ich bin?"


Diesen Spruch hört man von vielen Schwulen. Nach langer "Selbstverleugnung" wäre nun der Damm gebrochen und sie könnten so sein, wie sie tatsächlich sind.


Wie aber sieht die Realität aus?


Kurz: Die Einzigen, die sie so nehmen, wie sie sind, sind wahrscheinlich die "Heteros". Die schwule Wirklichkeit - insbesondere für Männer - sieht anders aus.

Um auf dem "schwulen Fleischmarkt" Erfolg zu haben, versuchen viele, Stereotypen zu imitieren - oder verlangen dies von potentiellen Partnern. Das wird dann sogar als "Freiheit" von der bisherigen - tatsächlichen - Identität bezeichnet. So werden die Haare kurz geschoren, ein Holzfällerhemd und Jeans angezogen, man lässt sich einen Bart wachsen und meint dann, ein "richtiger" Mann zu sein. Je mehr man einer stereotypen Vorstellung eines "Hetero-Mannes" entspricht, desto besser. Das Problem dabei? Das ist eine Comic-Version von einem Mann. Mit wahrer Männlichkeit hat das aber schon gar nichts zu tun. Ein Bart und ein Holzfällerhemd machen einen mit Sicherheit nicht zum Mann. Vor allem aber verleugnet man damit sich selbst und fordert dies von anderen. "Freiheit" ist etwas anderes. Die Partner sind austauschbar und befriedigen im Grunde nur die eigenen Bedüfnisse und Wünsche. Irgendwann erledigt das Alter den Rest und ein Stereotyp lässt sich beim besten Willen nicht mehr konstruieren. Ich habe dies selbst getan und erfahren und ich habe es zur Genüge an anderen gesehen.


"Freiheit" ist das, was ich erleben durfte, nachdem ich die schwule Szene verlassen hatte. Endlich konnte ich mich dem Zwang des schwulen Fleischmarktes entziehen und so sein, wie ICH bin und sein will. Ich verlange von niemandem, dies zu mögen, ich werde mich aber bestimmt nicht mehr verleugnen, um jemand anderem zu gefallen. Er will dann nicht mich, sondern ein verzerrtes körperliches Bild von mir.


Besonders aber hat mich immer die Diskriminierung innerhalb der schwulen Szene geärgert und verletzt (wenn dies von Menschen kam, an denen mir was lag): wer nicht der schwulen Vorstellung eines Mannes entspricht, ist eine "Tunte" - und nichts ist schlimmer als das. Niemand will eine Tunte sein und distanziert sich davon, indem er andere als solche beschimpft. Die wahren "Tunten" stecken aber nicht selten in Holzfällerhemden.


Im Grunde ist das alles eine sehr tragische Entwicklung. Wer seine männliche Identität nie gefunden hat, jagt einer Fata Morgana nach, die dem entsprechen soll. Vor allem aber läuft er Männern hinterher, die diesem Trugbild am besten entsprechen. Hat er einen gefunden, bleibt er aber weiterhein auf der Suche, ob das Gras anderswo grüner ist. Nicht umsonst sind "Bären" so beliebt in der schwulen Szene, weil sie all die körperlichen Kriterien haben, die man als "männlich" vermutet: Dicker Bauch, behaart, kurze Haare, Bart, Holzfällerhemd, Jeans.


Die Einzigen, die mich so genommen haben, wie ich bin, waren "Heteros". Wo mich so mancher Schwuler beschimpft (oder aufgrund der Entsprechung mit dem "Ideal" als "geil" bezeichnet hat) hat, haben mir Heteros offen gesagt, was ihnen an mir gefällt.


"Freiheit" habe ich in der schwulen Szene nie gefunden. Sobald potentieller Sex meinerseits nicht mehr zur Verfügung stand, lösten sich schnell schwule "Freundschaften" auf. Ebensowenig selbstlose Liebe und Zuneigung und wahren Glauben.


Das mag politisch nicht korrekt sein, entspricht aber meinen Erfahrungen.


Robert

Verbot von Konversionstherapien?

Posted on March 5, 2019 at 12:10 AM

Lässt sich die AfD vor den Karren der Schwulenbewegung spannen?


Am 18.Februar 2019 erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Axel Gehrke:


„Unsere Fraktion lehnt jegliche Konversionstherapien entschieden ab! Homosexualität ist keine Krankheit! Eine Behandlung ist aus diesem Grunde weder notwendig noch sinnvoll. Folglich spricht nichts für den Einsatz solcher Therapien. Einem gesetzlichen Verbot von Konversionstherapien stehen wir offen gegenüber.“


Es wird weiterhin darauf hingewiesen, dass "bereits im Jahr 1992 die Diagnose „Homosexualität“ aus dem Krankheitskatalog der WHO gestrichen worden ist"

(https://www.afdbundestag.de/gehrke-ein-klares-nein-zu-allen-versuchen-homosexualitaet-zu-heilen-konversionstherapien)


Ich bin selbst AfD-Mitglied und gleichzeitig in einigen "Ex-Gay Einrichtungen" tätig (Homosexuals Anonymous, Jason International, Miserere Nobis) - und erstaunt darüber, wie leicht sich unsere Partei offenbar der Propaganda der Schwulenbewegung beugt, die doch unserer Position zu Ehe und Familie so eindeutig widerspricht.


- Die Streichung von Homosexualität vom Krankheitskatalog der WHO erfolgte keineswegs auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse (die gab es damals nicht und die gibt es bis heute nicht), sondern alleine (!) aufgrund des politischen Drucks der Schwulenbewegung, die ausgehend von den USA den Rest der demokratischen Welt erobern wollte.

- Bis heute ist nich endgültig geklärt, was eigentlich eine sexuelle Orientierung bestimmt. Man geht von einem Bündel verschiedenster Faktoren aus, die in sehr komplizierter Art und Weise zusammenwirken. Im Zuge der Epigenetik weiß man mittlerweile auch, dass u.a. die Umwelt und das eigene Verhalten einen Einfluss darauf haben, ob und inwiefern bestimmte Gene aktiviert oder deaktiviert werden - oder gar die DNA in Teilen geändert wird.

- Gleichzeitig ähneln sich die Lebensläufe vieler Männer und Frauen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen in einigen Punkten überdurchschnittlich oft (bei Männern etwa eine nicht eingetretene Bindung zum Vater im Kindesalter).

- Schließlich gehen sowohl neuere Forschungen als auch Behauptungen der Schwulenbewegung selbst von einer "Fluidität" der menschlichen Sexualität aus.

 

Wenn man all das berücksichtig und daran denkt, dass bei jedem Menschen unterschiedliche Faktoren bei der Entwicklung der eigenen Sexualität am Werke waren, ist es naiv und auch ganz einfach falsch anzunehmen, diese Faktoren könnten im Einzelnen nicht angegangen werden. Inwiefern sich das auf die Sexualität als Ganze auswirkt, kann heute kein ernstzunehmender Wissenschaftler mit Sicherheit sagen. Pauschal aber anzugeben, was nicht sein darf, kann auch nicht sein, ist keine Wissenschaft, das ist Propaganda der übelsten Art.


Gehen wir also davon aus, jemand verspüre neben gleichgeschlechtlichen auch heterosexuelle Neigungen und möchte letztere verstärkten. Wer sind wir, dass wir ihm/ihr das verbieten?


Ist es wirklich mit dem hippokratischen Eid zu vereinbaren, einem Menschen, der innere Probleme mit der eigenen Geschlechtsidentität hat, zu sagen, schneide etwas weg und schlucke Hormone ("Geschlechtsangleichung") - und gut isses? Ernsthaft? Wir behandeln innere Konflikte, indem wir gesunde Körper schädigen?


Ich habe viele Jahre in der schwulen Szene verbracht. 2004 (!) habe ich durch die Organisation Homosexuals Anonymous Freiheit davon gefunden - und seitdem nie wieder etwas mit einem Mann gehabt. Und es ging mir nich so gut wie heute.


Das Problem mit diesen Forderungen nach einem Verbot der "Konversionstherapie":


- Die Schwulenbewegung weiß selbst ganz genau, dass die gängigen "Ex-Gay Einrichtungen" eine solche Therapie gar nicht anbieten. Darum geht des ihnen auch gar nicht, denn:

- Mit einer solchen Forderung, der sich viele kaum entziehen können, wird der eigentliche Beweggrund versteckt und unterschwellig eingeführt und kann dann in weiteren Schritten realisiert werden: Das Verbot jeglicher seelsorgerischen oder beratenden Begleitung von Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen. Die Kriminalisierung anderer Meinungen und letztlich die Verwirklichung des geschlechtslosen Gender-Menschens sowie die völlige Zerstörung der traditionellen heterosexuellen und monogamen Ehe und Familie. Diese sollen durch - nichts - ersetzt werden. Alles soll und darf gehen.


Dafür darf die AfD niemals stehen.


Beugt euch nicht dem Druck der Schwulenbewegung! Allein die traditionelle bürgerliche Familie bringt das Beste für alle Beteiligten - und nichts anderes als das Beste wollen wir.


Ich weiß angesichts meiner Vergangenheit, wovon ich rede. Außerdem durfte ich mittlerweile viele Menschen auf ihrem Weg begleiten. Etliche davon sind mittlerweile glücklich verheiratet und haben Kinder. Wer sind wir, dass wir ihnen das versagen?


Wir müssen zu den Werten unserer christlichen Vorväter und -mütter stehen!


Verteidigt unser Erbe und unser Land!


München, den 04.03.2019


Robert Gollwitzer

www.robert-gollwitzer.com

An die Unterzeichner des offenen Briefes an Kardinal Marx vom Februar 2019 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Posted on February 5, 2019 at 12:55 AM

Die Forderungen der Unterzeichner offenbaren in erschreckender Weise eine Auffassung vom katholischen Glauben, der mit diesem kaum mehr etwas zu tun hat. Erschreckend umso mehr, als die Unterzeichner dies wissen sollten und man somit davon ausgehen darf, dass sie ihre Äußerungen in voller Kenntnis der wahren Sachlage getätigt haben.


Allein die Mischung der Unterzeichner spricht für sich:


Ansgar Wucherpfennig, Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt, Jesuitenpater Klaus Mertes, der Frankfurter Stadtdekan Johannes Graf von und zu Eltz, Gaby Hagemans, Direktorin der Caritas Frankfurt, Bettina Jarasch, Vorstandmitglied der Partei Bündnis 90 Die Grünen, Claudia Lücking-Michel Vizepräsidentin des Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Dagmar Mensink, ZdK-Sprecherin für politische und ethische Grundfragen und Jörg Splett, katholischer Religionsphilosoph und Anthropologe.


Wer in katholischen Angelegenheiten einen offenen Brief zusammen mit einer führenden Grünen-Politikerin unterzeichnet, disqualifiziert sich allein dadurch schon selbst. Die Positionen der Grünen sind untragbar für einen Katholiken – allen voran deren Haltung zur Abtreibung sowie zu Fragen von Ehe und Familie.


Das ZdK ist immer wieder durch Äußerungen aufgefallen, die dem katholischen Glauben offen widersprechen und hat allein deshalb seine Existenzberechtigung und seinen Vertretungsanspruch verloren.


Persönlich bin ich davon enttäuscht, dass eine Caritas-Direktorin mit unterzeichnet hat. Ich arbeite seit 1991 für die Katholische Kirche, davon seit 1993 für den Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. Mir liegt die Caritas sehr am Herzen und solche Äußerungen von einer führenden Caritas-Mitarbeiterin enttäuschen mich sehr. Kürzlich habe ich einen Beitrag gelesen, in dem der Autoren von „homöopathischen Dosen“ gesprochen hat, in denen der katholische Glaube noch in der Caritas enthalten sei. Solche öffentlichen Standpunkte, die dem katholischen Glauben deutlich widersprechen, lassen mich verstehen, wie der Autor darauf kommt. Zum fremdschämen.


Zum Inhalt:


Da wird zunächst von „echter Gewaltenteilung“ gesprochen. Klingt für Unwissende gut. Katholiken jedoch sollten wissen, dass die Kirche keine demokratische Organisation ist und dies auch nie sein darf. Das Hirtenamt in der Kirche ist kein politisches Amt und ihr Aufbau sowie die Definition von kirchlichen Autoritäten nicht mit weltlichen Maßstäben zu messen. Das muss so sein und das ist gut so. Die Kirche gibt es schließlich – im Gegensatz zu diversen politischen Strukturen – schon seit über 2.000 Jahren.


Wieder einmal wird gefordert, das Weiheamt für Frauen zu öffnen. Diese Thema hat bereits Papst Johannes Paul II. abschließend behandelt. Jesus – der Sohn Gottes (!) – hat seinerzeit sämtliche Tabus gebrochen, als er sich mit Frauen umgab, diese lehrte und unter die Schar Seiner Jünger aufnahm. Zum Abendmahl – und somit zur Einsetzung der Eucharistie und des Weiheamtes – umgab Er sich nur mit Männern. Es steht keiner Generation an, diesen klaren Willen Gottes zu umgehen. Ende der Diskussion.


Auch die alte Kamelle Zölibat wird wieder hervorgekramt. Priester sollten ihre Lebensform selbst wählen, "damit der Zölibat wieder glaubwürdig auf das Himmelreich verweisen kann". Nun ist zwar der Zölibat nicht zwangsweise für alle Zeiten in Stein gemeißelt, sein Verweisen auf das Himmelreich hängt jedoch keineswegs von der Freiwilligkeit der Wahl ab. Andere christliche Gemeinschaften haben keinen Zölibat. Ihr Amt verweist jedoch nicht mehr oder weniger auf das Himmelreich und Nachwuchssorgen haben auch sie. Ach ja, wenn wir gerade beim Nachwuchs sind: Es wird ja immer wieder angeführt, es gäbe immer weniger Priester. Fakt jedoch ist, dass heute immer mehr Priester für immer weniger Gläubige vorhanden sind!


Natürlich darf die gute alte Forderung nach einem „Neustart mit der Sexualmoral“ wieder hervorgekramt. Natürlich ist auch die Rede von der Notwendigkeit einer „verständigen und gerechten Bewertung von Homosexualität“. Ich selbst habe viele Jahre in der schwulen Szene verbracht. Wenn so manch einem klar wäre, was dort als „normal“ gilt und als solches gefeiert wird, würden sie vielleicht zweimal nachdenken, bevor sie schwule Gruppen an Schulen lassen und sich vor den Karren der Schwulenbewegung spannen lassen. Ich habe mein schwules Leben mit Hilfe der christlichen Selbsthilfe-Organisation „Homosexuals Anonymous“ 2004 (!) hinter mir gelassen. Hierfür wäre die Hilfe und Unterstützung der Kirche wichtig gewesen – leider gab es die nicht (abgesehen von einigen Einzelpersonen). Ich habe die andere Seite der Sexualmoral kennengelernt. Auf einen „Neustart“, wie ihn die Unterzeichner fordern, kann ich gut und gerne verzichten. Die Kirche muss (!) hier das Zeichen des Widerspruchs bleiben. Die heterosexuelle, monogame und lebenslange christliche Ehe und die damit zusammenhängende Lehre von Ehe, Familie und Sexualität ist ein hohes und heiliges Gut und steht weltlichen Veränderungswünschen nicht offen. Ja, es gibt Änderungsbedarf in der Haltung der Kirche zu Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen. Zum einen sollte man Einrichtungen wie „Miserere Nobis“ den Zugang zu Gemeinden möglich machen (momentan treffen diese Einrichtungen auf eine Wand des Schweigens, wenn sie Hilfsangebote an die offizielle Kirche machen). Man darf auch wohlbekannte gleichgeschlechtliche und heterosexuelle Aktivitäten von Priester und Ordensleuten nicht einfach totschweigen, wie das momentan der Fall zu sein scheint. Schließlich sollte vor Ort klar vermittelt werden, was die Kirche lehrt und warum. Anhängern der Schwulenbewegung und ihrer Positionen ist der Zugang zu und Auftritt vor Ortsgemeinden zu untersagen.


Über die Stimmung in den Pfarrgemeinden schreiben die Autoren des offenen Briefes: "Die Sonne der Gerechtigkeit kommt nicht mehr durch. Unter einem bleiernen Himmel verkümmert die Freude am Glauben." Eine „Sonne der Gerechtigkeit“, wie es da so schwülstig heißt, kann es aber nicht geben, wenn vor Ort (und leider ist das in vielen Gemeinden so) der katholische Glaube in seiner Ursprünglichkeit weder gelebt noch gelehrt wird. Vielmehr wird hier wohl darauf angespielt, dass die traditionelle katholische Lehre ein „bleierner Himmel“ sei. Das ist eine unglaubliche Behauptung, die bestenfalls von völliger Unkenntnis, schlimmstenfalls von bewusster Irreführung zeugt.


Weiterhin wird angeführt, die Aussicht auf Macht in Männerbünden ziehe Menschen aus Risikogruppen an. Das ist dumm, unwissend und möglicherweise bewusst verfälschend. Sollten hiermit gar Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen gemeint sein, kann ich als Betroffener, der Kontakt zu einigen Priestern mit solchen Neigungen hat, nur sagen, dass es bestimmt nicht die „Macht in Männerbünden“ ist, die sie zur Kirche zieht. Das grenzt an Unverschämtheit. Sollten hiermit aber Pädophile gemeint sein, kann ich nur sagen, der Vorwurf ist an Absurdität kaum zu überbieten.


Sexuelle Tabus würden Klärungs- und Reifeprozesse blockieren. Das heißt ja nichts anderes, als dass der Zölibat bzw. die kirchliche Lehre zur Sexualität daran sei, dass „Klärungs- und Reifeprozesse“ (was auch immer damit gemeint ist) nicht stattfinden. Ich frage mich allen Ernstes, wer hier noch reifen muss.


Die „vormoderne Ordnung der Kirche“ wird im weiteren für die hohen Austrittszahlen verantwortlich gemacht. So hat man einen bequemen Sündenbock, der mit dieser Behauptung aus dem Weg geräumt gehört. Hierzu folgendes: Jesus sprach vom engen Tor zum Himmel, durch das nur wenige finden und vom weiten Tor, das in die andere Richtung führt und durch das leider die Mehrheit gehen wird. In anderen Worten: das Argument einer großen Anzahl von Menschen, die dieses oder jenes tut, ist in der Kirche nur sehr bedingt anzuwenden. Es gibt auch nicht den „einen“ Faktor, der Menschen zum Austritt bewegt. Schon gar nicht einfach die „vormoderne Ordnung“. Gleichzeitig haben nämlich traditionelle Orden vermehrten Zulauf. Hier ist es auch der jahrzehntelange Missbrauch, die Verschwendung von Gelder, die Abkehr (!) vom traditionellen Glauben sowie die fast völlig ausbleibende Unterrichtung im Glauben in den Gemeinden sowie das eigenmächtige Brechen mit der kirchlichen Lehre vor Ort, die Menschen gehen lässt. Wenn die Kirche immer mehr wie die Welt wird (wie im Brief offenbar gefordert), hat sie keine Existenzberechtigung mehr.


Auch ich bin Katholik. Als solcher widerspreche ich den Forderungen dieses offenen Briefes aus ganzem Herzen.


München, den 04.02.2019


Robert Gollwitzer


Miserere Nobis (Dienst für Katholikinnen und Katholiken mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen): www.misererenobis.org

 

Katholisch Leben (Katholische Webseite): www.katholisch-leben.org


Jason International (Internationale christliche Ex-Gay Selbsthilfeorganisation): www.jason-international.org


Homosexuals Anonymous (weltweit älteste christliche Selbsthilfeorganisation für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen): www.homosexuals-anonymous.com


Therapeutic Christianity

Posted on January 18, 2019 at 9:40 AM

A sad trend all over the globe right now: In fear of legal attacks so-called "ex-gay ministries" (nothing much left of that) change their names and bow down to therapeutic Christianity. They dig out some wanna-be psychologic titles and make their mission statement sound so wishy-washy anybody can live with it - and nobody will be fed (let alone spiritually). Of course, the (former) Christian message is (almost) non existent - and if there is a reference to it, it is in the context of a cosmetic supplement to wellness-counseling that makes the client feel fuzzy and warm, but does not call him to repentence anymore. Gone the bold Christian stand that holds on firm like a rock whatever persecution may come. Long live cafeteria Christianity where everybody can choose his or her spiritual cocktail.

The former message of freedom from homosexuality is brushed off the table ("sexuality is not open for change") while at the same time timid references are made to scientific research that speaks of the "fluidity" of sexuality. You can't have it both ways! Stop sitting on the fence. Decide which side you're on and stay there!

Interview mit Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg

Posted on December 11, 2016 at 1:50 PM

Sehr geehrter Herr Bischof,

herzlichen Dank, dass Sie einem schriftlichen Interview zugestimmt haben. Hier einige Fragen, um deren Beantwortung ich Sie bitte:


Frage: Die Katholische Kirche und mit ihr die gesamte Christenheit ist augenblicklich in einem Zustand wachsender spiritueller Verwirrung. Viele wenden sich ab, andere suchen um Klarheit – um Hirten, die ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht der politischen Korrektheit verfallen. Was raten Sie Christinnen und Christen in dieser Zeit?


Bischof Laun: Ich möchte den Menschen sagen: Unser Glaube gilt Jesus Christus und gründet auf Seinen Aposteln, nicht auf anderen Menschen. Konkret: Orientiert euch am Katechismus und damit an der Lehre der Kirche.


F: Gerade auf dem Gebiet der Familie und Sexualität ist momentan alles aus den Fugen. Amoris Laetitia hat hier leider nicht zur Klarheit und Orientierung beigetragen. Menschen, die noch an der traditionellen biblischen Lehre festhalten, werden bestenfalls belächelt. Welche Probleme sehen Sie hier am dringendsten an und welche Lösungsvorschläge bieten Sie den Gläubigen?


B: Orientiert Euch an dem hl. Papst Johannes Paul II. Er hat mit größter Klarheit gelehrt: Familiaris consortio.


F: Gerade gläubige Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben es hier sehr schwer. Wenn sie diese – aus welchen Gründen auch immer – nicht ausleben möchten, sondern einen anderen Weg gehen wollen, werden ihnen von der Gesellschaft Steine in den Weg gelegt. Auch in der Kirche finden sie in der Regel keine Unterstützung. Sie werden nicht selten verspottet und beleidigt – oder man ermuntert sie, ihren Neigungen doch freien Lauf zu lassen. Andererseits haben es christliche Ex-Gay Einrichtungen wie Jason International (http:/jason-online.webs.com) oder Homosexuals Anonymous (www.homosexuals-anonymous.com) schwer, überhaupt Zugang zur Kirche zu finden. Ihre Hilfsangebote werden ignoriert und durch schwulenfreundliche Theologen ersetzt. Welche Litur Botschaft haben Sie für solche Menschen?


B: Hs fühlende Menschen sind genauso von Gott geliebt und berufen wie alle Anderen. Ich kenne in den USA die Bewegung „Courage“: Sie bietet ein kath. Programm an! Und es gibt auch therapeutische Angebote bei Wüstensturm (OJC) und bei Prof. Aardweg in Holland! Ich bedauere den Weg oder Irr -Weg der Kirche im deutschen Sprachraum!


F: Die wenigsten Katholikinnen und Katholiken haben überhaupt noch eine Ahnung davon, was die Kirche lehrt und warum. Die Botschaften, die ihnen von Priestern und Theologen vermittelt werden, sind so schwammig, dass jeder damit leben kann und keiner etwas davon hat. Lieben kann ich aber nur etwas, was ich auch kenne. Wohin sollen sich Ihrer Meinung nach Gläubige wenden, wenn sie den vollen Schatz des katholischen Glaubens entdecken möchten?


B: Ohne Vermittlung des Glaubens durch die Eltern und kath. Gruppen kann die Erneuerung kaum gelingen! Die Lehr - Basis sollten der Katechismus sein oder auch meine Religionsbücher „Glaube und Leben“ in 8 Bänden, die ich übrigens in viele andere Sprachen übersetzen lassen will. Angefangen habe ich schon in Ungarn und Kroatien und Slowenien, aber es fehlen mir bisher die Mittel.


F: Angesichts der Tatsache, dass sogar „christliche“ politische Parteien Positionen vertreten, die ein gläubiger Christ nicht annehmen kann und darf (etwa hinsichtlich der Abtreibung) wenden sich viele Christinnen und Christen rechten Parteien wie etwa der „Alternative für Deutschland“ zu. Auch in der Flüchtlingsfrage sind Gläubige der Ansicht, dass man weder den Flüchtlingen noch den Aufnahmeländern hilft, wenn man einfach alle Tore aufmacht (sondern eher, wenn man sie in ihren Heimtatländern unterstützt). Können Sie das verstehen? Verurteilen Sie diese Menschen?


B: Nein, ich verurteile diese Menschen nicht, ich denke wie sie! Ich halte ein radikales Umdenken für nötig: Zum Beispiel: Afrika helfen durch öffnen unserer Märkte, damit sie eine eigene Wirtschaft entwickeln können! Die Haltung Europas bzgl. der Flüchtlinge ist z. T. verlogen: Man schaut zu, wie Tausende ertrinken, statt ihnen gute Schiffe zu schicken, auf diesen die Leute prüfen und dann bereits entscheiden, die es eitergehen kann. Handelte es sich um Europäer wäre ein solcher Weg unbestritten!

Was uns fehlt sind Christen in der Politik, die nicht feige sind. Feigheit ist die Hauptsünde unserer Zeit, hat Otto von Habsburg gesagt. Man lese V. Palko: „Die Löwen kommen“ Er dokumentiert, wie die schlechten Gesetze in Europa überall mit den Stimmen der Christen gemacht wurden!


F: Vor einiger Zeit baten vier Kardinäle Papst Franziskus um Klarheit hinsichtlich Amoris Laetitia. Mittlerweile haben sich dem 23 Gelehrte angeschlossen (https://www.lifesitenews.com/news/23-catholic-scholars-release-letter-supporting-dubia-the-church-is-facing-a). Die amerikanische Zeitung The Remnant (http://remnantnewspaper.com/web/index.php) hat unter dem Titel „With Burning Concern: We Accuse Pope Francis“ eine detaillierte Auflistung seiner Verfehlungen veröffentlicht. Offenbar besteht weltweit ein Bedürfnis danach, dass der Nachfolger Petri wie einst sein Vorgänger dort für Klarheit sorgt, wo Unklarheit herrscht. Vor allem aber, dass er die katholische Lehre authentisch vertritt. Alleine Menschen zu umarmen, macht ihn zwar zum Liebling der Medien, hilft aber den Gläubigen nicht weiter. Was denken Sie darüber? Können Sie die Sorgen dieser Gläubigen verstehen?


B: Ja, ich denke genauso! Beten wir für ihn und die Kirche! Und bezeugen wir die Wahrheit, weil auch Schweigen Sünde sein kann!


Lieber Herr Bischof Laun, ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses Interview.


Es grüßt Sie aus München

Robert Gollwitzer


Bischofskonferenz und ZdK auf Abwegen?

Posted on May 11, 2015 at 2:55 PM

Die Katholische Kirche in Deutschland ist wieder einmal in den Schlagzeilen.


Die Bischöfe beschlossen gerade eine Neuordnung des kirchlichen Arbeitsrechtes.


Dort heisst es:


„Die erneute standesamtliche Heirat nach einer zivilen Scheidung ist zukünftig grundsätzlich dann als schwerwiegender Loyalitätsverstoß zu werten, wenn dieses Verhalten nach den konkreten Umständen objektiv geeignet ist, ein erhebliches Ärgernis in der Dienstgemeinschaft oder im beruflichen Wirkungskreis zu erregen und die Glaubwürdigkeit der Kirche zu beeinträchtigen. Dasselbe gilt für das Eingehen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.


Diese Handlungen besitzen damit bei Vorliegen besonderer Umstände und damit nur in Ausnahmefällen Kündigungsrelevanz. Das ist z. B. der Fall, wenn objektive Gründe befürchten lassen, dass eine erneute standesamtliche Ehe oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft sich störend auf die Zusammenarbeit in der Dienstgemeinschaft auswirkt. Bei einer Wiederverheiratung können sich solche Umstände zum Beispiel ergeben aus der beruflichen Stellung des Mitarbeiters, aus der Art und Weise, wie der geschieden wiederverheiratete Partner mit dem Scheitern der Ehe bzw. Wiederheirat in der Öffentlichkeit umgeht oder wie er seine gesetzlichen Verpflichtungen aus seiner ersten Ehe erfüllt. Notwendig ist eine Gesamtbeurteilung.“


Eine erneute Heirat nach zivilrechtlicher Scheidung oder eine „homosexuelle Lebenspartnerschaft“ ist also nur dann schlimm, wenn sie Ärger verursacht oder die Glaubwürdigkeit der Kirche beeinträchtigt.


Wer um Himmels willen hat denn dieses Papier entworfen? Das ist sowohl theologisch als auch rational betrachtet blanker – und höchst gefährlicher! - Unsinn!


Es grenzt an Scheinheiligkeit, wenn ein Verhalten, das dem katholischen Glauben widerspricht, nur dann sanktioniert werden soll, wenn es Ärger verursacht. Die Glaubwürdigkeit im Übrigen wird nicht nur durch eben dieses Verhalten beeinträchtigt, sondern in viel größerem Maße durch eine Anordnung, die Abfall von der kirchlichen Lehre nur unter bestimmten Voraussetzungen als Loyalitätsverstoß ansieht und nicht durch die Handlungen an sich.


Eine Kirche, deren Mitarbeiter und Mitglieder durch ihr eigenes Lebenszeugnis nicht mehr das widerspiegeln, wofür diese Kirche eigentlich steht, verdient ihren Namen nicht und wird bald in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Wenn die Kirche wie die Welt wird, gibt es keinen Grund mehr für ihre Existenz.


Vorrangige Aufgabe der Bischöfe ist es, Hirten zu sein und ihre Schafe auf dem rechten Weg zu führen. Eine Theologie, die besagt, man könne durchaus von diesem Weg abweichen, solange es nicht an der „Glaubwürdigkeit“ (welche Glaubwürdigkeit ist denn da noch übrig?) rüttelt oder Ärger verursacht, ist hierfür nicht geeignet – noch verdienen die Bischöfe, die dies zu verantworten haben, den Namen „Hirten“.


Nur zur Information: Ich schreibe dies als jemand, der viele Jahre lang ein schwules Leben geführt hat und vor elf Jahren Freiheit durch die internationale christliche Organisation „Homosexuals Anonymous“ (www.homosexuals-anonymous.com) erfahren durfte. So etwas hilft den Menschen, die vom Weg abgekommen sind, wirklich – und wird bis heute von der offiziellen Kirche ignoriert. Im Gegensatz dazu werden immer wieder Meldungen an uns herangetragen, die auf eine große Anzahl gleichgeschlechtlich empfindender – und teils auch handelnder – Priester und Ordensangehöriger schließen lassen. Jedes Hilfsangebot unsererseits an die Kirche wurde jedoch bisher ignoriert.


Was mir hier sehr sauer aufstößt, ist der Wink mit dem Zaunpfahl, der hier durch den Hinweis auf die Art und Weise gegeben wird, mit dem mit der Wiederverheiratung (oder der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“) in der Öffentlichkeit umgegangen wird. Dies bestätigt eine unselige und lang bekannte Praxis der Katholischen Kirche: Solange es niemand „da draußen“ erfährt, wird es toleriert.


Ich schreibe diese Zeilen aus Liebe zur Katholischen Kirche, denn auch ich bin Katholik (www.katholisch-leben.org). Es macht mich sehr traurig und gleichzeitig auch wütend, zu sehen, wie hier der Kirche Schaden zugeführt und den Gläubigen vorhandene Hilfe verweigert wird.


Nun zum „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“, das eine Erklärung mit dem Titel „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“ veröffentlicht hat.


Zunächst einmal möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass das ZdK keineswegs alle deutschen Katholiken vertritt, wie es der Name vermuten lässt. Hierfür fehlt die demokratische Legitimation.


Sehen wir uns aber diese Erklärung einmal näher an.


Zunächst einmal ist hier von der Stärkung der Familie die Rede – was im Kontext des nun Folgenden wie blanker Hohn erscheint.


Mit Hinsicht auf die Art des Zusammenlebens, die es neben der traditionellen christlichen Ehe gibt, heißt es dort:


„Zugleich achten wir die Lebensgemeinschaften, in denen für uns wichtige Werte verwirklicht werden: verlässliche Verantwortung füreinander, Treue in der Beziehung, Weggemeinschaft in Verbindlichkeit.“


Eine Lebensgemeinschaft ist also demnach zu achten, wenn abstrakte Werte wie „Treue“ oder „Verantwortung“ verwirklicht werden. Wenn diese Werte jedoch abstrakt, also getrennt von einem zugrunde liegenden Glaubensverständnis, gesehen werden, stellt sich die Frage, auf Basis von was genau denn diese Werte anerkannt und für gut geheißen werden. „Treue“ als respektablen Wert – auch außerhalb der christlichen Ehe – zu sehen, würde zu absurden Ergebnissen führen. Man stelle sich nur einmal vor, wer oder was alles „treu“ - und damit „respektabel“ - zusammenleben könnten nach dieser Logik!


Weiter im Text:


„Unter Familie verstehen wir auch nichteheliche Formen von verbindlich gelebter Partnerschaft und von Generationenverantwortung, die einen großen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten und gerecht zu behandeln sind.“


„Nichteheliche Formen verbindlich gelebter Partnerschaft“ - würde das auch Polygamie, Pädophilie oder was weiß ich sonst noch einschließen? Wenn nicht, auf Basis welcher Argumentation?


Wer so etwas veröffentlicht, hat in meinen Augen nicht die leiseste Ahnung davon, was Ehe und Familie aus christlicher Sicht bedeuten und warum derartige Statements alleine deshalb nicht nur unsinnig, sondern höchst gefährlich sind. In anderen Worten: Sie widersprechen der katholischen Lehre und sind deshalb als häretisch einzustufen.


Es wird noch besser:


„Die kirchliche Lehre muss im Dialog mit den Gläubigen unter Einbeziehung ihrer jeweiligen Lebenswelt weiterentwickelt werden. Als den Menschen, ihren Sorgen und Hoffnungen zugewandte Kirche sind wir beauftragt, uns mit Zuversicht auf die Gegenwartsgesellschaft mit vielfältigen sozial anerkannten Lebensformen einzulassen und selbst zu Brückenbauerinnen und Brückenbauern zwischen Praxis und Lehre zu werden.“


Die kirchliche Lehre muss nur insofern weiterentwickelt werden, als sie den Menschen in ihrem jeweiligen kulturellen, persönlichen und historischen Kontext verständlich vermittelt werden muss. Sie darf jedoch keineswegs von Grundwerten abweichen, die in verschiedensten biblischen Büchern und damit unterschiedlichsten Kulturen im Laufe von tausenden von Jahren – und letztendlich von Jesus selbst bekräftigt wurden – wie etwa die lebenslange monogame Ehe zwischen Mann und Frau, bei der der Mann sich in lebensspendender Weise der Frau hingibt wie Jesus sich Seiner Braut der Kirche hingegeben hat. Mann und Frau werden ein Fleisch – so sehr eins, dass man diesem Einem neun Monate später einen Namen geben muss – ein Spiegelbild der Dreifaltigkeit selbst.


Nichts anderes als die christliche Ehe entspricht diesem Grundsatz. Sie ist die beste Form des Zusammenlebens für alle Beteiligten.


Wir dürfen uns keineswegs auf „sozial anerkannte Lebensweisen“ (ein fast peinlicher Ausdruck!) einlassen, wenn diese im Widerspruch zur Lehre der Kirche stehen. Dies zu fordern zeugt von Verantwortungslosigkeit den Gläubigen gegenüber.


Schließlich heißt es noch:


„In unserer Kirche unterstützen wir eine hohe pastorale Aufmerksamkeit für Ehe und Familie, die auch in veränderten Seelsorgestrukturen ein überzeugendes personales Angebot vor Ort erfordert.“


Wenn mit diesen „veränderten Seelsorgestrukturen“ gemeint ist, eine Seelsorge zu betreiben, die mehr eine Art „Wellness-Programm mit christlichem Touch“ ist und Menschen, die vom rechten Weg abgekommen sind, dazu verhelfen soll, sich wenigstens gut dabei zu fühlen, lehne ich dies aus tiefsten Herzen ab. Wahre Liebe muss stark genug sein, dem vom Weg Abgekommenen die Wahrheit zu sagen – aber auch eine helfende Hand hin zur Freiheit zu bieten. Wir würden gerne mit dazu beitragen, eine helfende Hand zu sein!


Unter anderem wird dann auch noch eine „Neubewertung der Methoden der künstlichen Empfängnisregelung“ gefordert. Dies ist umso interessanter, als konservative Katholiken immer wieder auf den Zusammenhang etwa von gleichgeschlechtlichem Verhalten und künstlicher Empfängnisregelung hingewiesen haben. Beides scheint einem verdrehten – oder gar nicht vorhandenen -Verständnis kirchlicher Lehre zum Thema Ehe, Familie und Sexualität zu entspringen.


Ebenso wird immer wieder darauf verwiesen, in der Seelsorge weg vom „defizitorientierten“ hin zum „ressourcenorientierten“ Handeln zu kommen. Hört sich gut an – ist aber insofern Unsinn, als beides nicht zu trennen ist. Genau hier setzen Organisationen wie die Ex-Gay Einrichtung Jason (http://jason-online.webs.com) an.


Nun aber kommt der Gipfel.


Folgendes wird gefordert:


„eine Weiterentwicklung von liturgischen Formen, insbesondere Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, neuer Partnerschaften Geschiedener und für wichtige Weichenstellungen im Familienleben“


Dies zeugt in meinen Augen bestenfalls von kompletter Unkenntnis des katholischen Glaubens. Im schlimmsten Fall wird dies bewusst, also in Kenntnis der kirchlichen Lehre, gefordert und ist damit verantwortungslos, da es Menschen verwirren und vom rechten – kirchlichen – Weg abbringen kann.


Liebes ZdK, ihr helft Sündern nicht, indem ihr es ihnen leichter macht zu sündigen. Das ist billige Theologie und billige Seelsorge und entspricht nicht dem kirchlichen Auftrag.


Wenn ihr dann noch fordert, alle Gläubigen sollen in der Kirche eine Heimat finden, so frage ich mich, was denn dann noch von „Gläubigen“ übrig bleibt, wenn sie nicht mehr an das glauben, was die Kirche lehrt – oder was von der Kirche übrig bleibt, wenn sie zulässt und möglicherweise gar fördert, dass sich Sünde in ihren Reihen wie Krebs verbreitet.


Wenn es dann noch im Gutmenschen-Stil heißt „Es geht darum, Menschen mit Wertschätzung zu begegnen, sie in ihrer Beziehungskompetenz zu stärken und ihnen gezielt Unterstützung anbieten zu können.“, kommen mir fast Tränen der Wut und Trauer. „Wertschätzung“, bedeutet, Menschen so zu sehen, wie Gott sie sieht – nicht, wie sie selbst gerne sein möchten. Eine „Beziehungskompetenz“ jenseits der christlichen Ehe gibt es schlichtweg nicht.


Manch einer mag sich durch meine Worte angegriffen fühlen. Das müsst ihr euch aber schon gefallen lassen. Auch ich habe eine Meinung zum Thema Ehe, Familie und Sexualität aus katholischer Sicht.


Andere mögen mich in eine radikale, fundamentalistische Ecke drängen wollen. Diese Art von Propaganda war ja schon immer dann angezeigt, wenn man sich selbst nicht mit rationalen Argumenten auseinandersetzen wollte.


Ich bleibe bei dem, was ich glaube: Dem katholischen Glauben, wie er seit 2.000 Jahren gelehrt und im Katechismus der Katholischen Kirche sowie in der Bibel niedergeschrieben ist und wie er Gott sei Dank noch von vielen Katholikinnen und Katholiken gelebt wird.


Robert Gollwitzer


www.the-jason-foundation.org

Offener Brief an Seine Eminenz Kardinal Reinhard Marx

Posted on January 28, 2015 at 2:00 PM

Eure Eminenz,


mit Befremden haben wir auf der katholischen Plattform katholisch.de Ihre jüngsten Aussagen zur Kenntnis genommen.


Unter anderem heißt es dort:


„Natürlich habe eine homosexuelle Beziehung für die Kirche nicht denselben Stellenwert wie eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, die auf Nachkommenschaft abziele, betonte Marx. "Aber wenn sie im Glauben leben, wenn sie sich für die Armen einsetzen, wenn sie arbeiten, dann ist es unmöglich zu sagen: Alles was du tust, ist negativ, weil du homosexuell bist." Lebenslange Treue etwa habe für die Kirche einen sehr hohen Stellenwert.“


Sie sprechen hier vom hohen Stellenwert einer „lebenslangen Treue“. Diese kann aber nie losgelöst von einer christlichen Ehe zwischen Mann und Frau gesehen werden. Würde man Treue als isolierten moralischen Wert gutheißen, würde dies zu absurden Ergebnissen führen (man stelle sich nur einmal vor, was dann alles als moralisch wertvoll zu betrachten wäre, solange beide Seiten nur „treu“ sind). Mit Verlaub, Eure Eminenz, dies ist theologisch sowie aus einer Perspektive der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes schlichtweg Unsinn.


Weitere Zitate Ihrerseits:


„Man kann eine Person nicht nur von einer einzigen Perspektive aus betrachten, seiner sexuellen Ausrichtung.“


„Es sei Aufgabe der Kirche, Paaren zu helfen, in der sakramentalen Ehe eine Erfüllung zu sehen und zu finden.“


Sie schneiden hier Punkte an, deren Tragweite Sie sich offenbar gar nicht bewusst sind. Natürlich kann man Menschen nicht nur auf ihre sexuelle Orientierung reduzieren. Sie helfen aber Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen und den Gläubigen insgesamt nicht, indem Sie die kirchliche Lehre bis zur Unkenntlichkeit verwässern oder ihnen eine Art „Hintertürchen“ öffnen, das eine gleichgeschlechtliche Verbindung zwar nicht der sakramentalen Ehezwischen Mann und Frau gleichstellt, aber irgendwie doch gut heißt. Eine Art „Ehe light“ oder „Ehe zweiter Klasse“. Sie helfen ihnen auch nicht, indem Sie es zulassen, dass „Queer-Gottesdienste“ inklusiv einer Eucharistiefeier auch für offen schwul lebende Menschen (nicht umsonst wurde wohl das Szene-Wort „Queer“ verwendet!) zelebriert werden. Dies stellt einen Bruch des katholischen Kirchenrechts und eine Missachtung der Eucharistie dar.


Sie sprechen davon, dass Menschen in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung auch gute Taten vollbringen und arbeiten. Deshalb könne man nicht alles für schlecht halten, weil diese Menschen „homosexuell“ seien. Mit allem Respekt, Eure Eminenz, aber das ist eine Theologie für Arme. Wenn ein Mensch eine gute Tat vollbringt, dann ist er/sie in diesem Moment bestenfalls ein barmherziger Mensch. Das macht ihn/sie aber noch lange nicht zu einem/einer Christ/in. Ebenso wenig kann man mit guten Werken andere Seiten dieses Menschen „aufwiegen“ – sei es nun moralisch oder theologisch/spirituell.


Es geht nicht darum, jemanden als „negativ“ zu bewerten. Dies sprechen Sie ja – wenn auch wohl eher unbewusst – mit der Aussage an, dass die Kirche Paaren helfen soll, in der sakramentalen Ehe eine Erfüllung zu finden. Sind Ihnen die Konsequenzen dieser Aussage wirklich bewusst? Auch gleichgeschlechtliche Paare sind Paare. Wenn auch diesen geholfen werden soll, ihre Erfüllung in einer sakramentalen Ehe zu finden, dann heißt es aber, die Ärmel hochzukrempeln.


Womit wir beim eigentlichen Punkt wären:


Es geht nicht darum, Menschen abzuwerten, sondern denen beizustehen, die vom rechten Weg abgekommen sind und einen Beistand auch selbst wünschen. Hier hat die Kirche – und nicht nur die katholische! – bisher (bis auf wenige Ausnahmen) schrecklich versagt. Das Thema Sexualität – und erst recht gleichgeschlechtliche Neigungen – wird weiterhin kirchlicherseits totgeschwiegen. Hilfsangebote von Selbsthilfe- und Seelsorge-Einrichtungen wie Jason (http://jason-online.webs.com) werden konsequent ignoriert. Gleichzeitig hatte man aber kein Problem damit, offen schwule und lesbische Gruppierungen auf dem katholischen Kirchentag zuzulassen.


Werte Eminenz, eine Reihe von Priestern und Ordensangehörigen sowie katholischen Laien haben bereits den Weg zu uns (und ähnlichen Einrichtungen wie uns) gefunden, unter anderem auch deshalb, weil ihnen offenbar eine gleichwertige Unterstützung innerhalb der Kirche nicht geboten wurde und wird.


Wir fordern Sie dringend dazu auf, Ihrem Amt und Ihrer Verantwortung als Hirte Ihrer Diözese nachzukommen. Auch der Heilige Petrus stand auf und zeigte Weg und Richtung an, wenn in der frühen Kirche Uneinigkeit herrschte. Als in apostolischer Nachfolge stehender Bischof sollten Sie dasselbe tun! Sie werden sich damit bestimmt nicht nur Freunde machen und wenige werden Ihnen Beifall klatschen. Möglicherweise werden Sie auch nicht mehr zu großen Empfängen eingeladen.


Das sollte Sie aber nicht davon abhalten, die Wahrheit zu sagen und den Menschen eine helfende Hand zu reichen. Der Sohn Gottes wurde verspottet und schließlich ans Kreuz geschlagen – warum sollte es Seinen Nachfolgern anders ergehen? Wir können keine Krone aus Diamanten tragen, wenn unser Herr eine Krone aus Dornen (er-)trug.


In einem Interview mit der amerikanischen Zeitung „America“ haben Sie vom „Aggiornamento“ gesprochen und führten aus, man müsse so sprechen, dass es die Menschen verstehen, wenn es um die Vermittlung kirchlicher Doktrin geht. Im Licht oben genannter Ausführungen haben Sie hier aber nur zu noch mehr Unklarheit, Verwirrung und Unverständnis gesorgt. Sie sprachen weiterhin davon, dass man in einer neuen Art und Weise den Sinn dessen finden müsse, was Jesus gesagt hat.


Nun, eben dieser Jesus hat auf die Frage, ob unter bestimmten Voraussetzungen eine Scheidung erlaubt sei, nicht einfach mit ja oder nein geantwortet, sondern bewusst den Standard aus Genesis zitiert. Genesis aber war ohne jeglichen Zweifel klar und deutlich, wenn es um die Definition menschlichen Zusammenlebens ging: Ein Mann und eine Frau, die so sehr ein Fleisch werden, dass man diesem „eins“ neun Monate später einen Namen geben muss. Ein Bund, bei dem der eine sich in lebensspiegelnder Art und Weise dem anderen hingibt – im Gegensatz zum bürgerlichen Vertrag, bei dem Eigentumsrechte ausgetauscht werden. Ein Bund, der sowohl die göttliche Dreifaltigkeit als auch den lebensspendenden Bund Jesu mit Seiner Braut, der Kirche widerspiegelt.


Insofern gibt es auch keine „Homosexualität“. Es gibt Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – gleichgeschlechtlich empfinden. Dies begründet aber an sich noch keine eigenständige Sexualität, die neben der von Gott geschaffenen steht.


Ein Bund wie der oben beschriebene ist ein Ausdruck von Liebe, wie Gott sie versteht. Liebe ist kein Gefühl, das kommt und geht, sondern eine Willenserklärung zweier Menschen, diesen göttlichen und sakramentalen Bund einzugehen. Alles andere ist nur eine billige Kopie. Insofern ist es unverständlich, wie Sie in oben genanntem Interview von „Liebe“ und „Treue“ einer langjährigen gleichgeschlechtlichen Verbindung sprechen können. Wäre dies alleine schon ein moralischer Wert, wären ebenso absurde Schlussfolgerungen wie bereits eingangs erwähnt die Folge. Wenn es bereits „wertvoll“ ist, dass ich jemanden (oder gar etwas?) ein Leben lang liebe – wo soll dann hier die Grenze gezogen werden?


Nein, Liebe so wie Gott sie versteht, ist hiervon grundverschieden. Die äußeren und inneren Umstände sind hierbei nur insofern zu berücksichtigen, als sie zum einen Einfluss auf die Entwicklung gleichgeschlechtlicher Neigungen gehabt haben mögen sowie für die Bewertung der Sündhaftigkeit des individuellen Verhaltens relevant sind.


Eminenz, ich sage Ihnen all das als jemand, der selbst viele Jahre lang in der schwulen Szene gelebt hat. Ich habe ebenso eine langjährige gleichgeschlechtliche Partnerschaft erlebt wie ein ausschweifendes Sex-Leben. Entgegen dem, was uns oft vorgegaukelt wird, sind gleichgeschlechtliche Verbindungen weit weniger „treu“ und langfristig als heterosexuelle (wenngleich letztere hier aufholen und dies für die Bewertung an sich irrelevant ist), außerdem im Durchschnitt weitaus extremer in ihrem Sexual-Verhalten sind. Ich gehe mal davon aus, dass Sie keine Vorstellung davon haben, was in der Szene alles als „normal“ gilt.


Nicht umsonst gleichen sich die Lebensläufe gleichgeschlechtlich empfindender Menschen oft in tragischer Art und Weise. Hier einfach zu sagen: „Wenn du so empfindest, dann lebe es halt aus – aber bleibe wenigstens bei einem Partner“, ist eine armselige Psychologie, Erziehung und Theologie. Wir schulden unseren Kindern und uns selbst mehr als das. Wenn ich eine Erfahrung in all diesen Jahren machen durfte, dann diese: Sex heilt nicht und die nächstliegende „Lösung“ (also etwa eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft) ist nicht unbedingt die beste, wenn es um die Befriedigung meiner legitimen Bedürfnisse geht. Der „Quick Fix“, also dem Ganzen einfach nachzugeben, betäubt all dies eine Zeitlang und man wird nicht müde, zu betonen wie „toll“ man sich dabei fühlt. Glauben Sie mir, Eminenz, dem ist nicht so. Ein schwules Leben ist nicht“ gay“ („fröhlich“), egal wie oft man sich das einredet.


Sie werden von vielen Seiten hören, wie schädlich das ist, was wir und Gruppen wie wir tun (Seelsorge an Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen) und wie sehr „die Wissenschaft“ vom Gegenteil überzeugt ist. Ohne hier ins Detail zu gehen, darf ich Ihnen sagen, dass eben diese „Wissenschaft“ seit Jahrzehnten die Stimmen der Wissenschaftler ignoriert, die zu anderen – politisch nicht korrekten Lösungen kommen oder die dunklen Seiten eines schwulen Lebens aufzeigen. Seiten, die nicht durch ein „Kondom“ verhindert werden können. Bis heute wurde kein Nachweis über die Entstehung solcher Neigungen erbracht. Gleichzeitig zeigt uns die Epigenetik, dass auch unser jetziges Verhalten und Denken einen relevanten Einfluss auf unsere Gehirnstruktur, die Bildung neuronaler Synapsen sowie die Ausbildung und Neubildung (!) von Genen hat. All dies ist für eine moralische Bewertung jedoch zweitrangig.


Ja, wir müssen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen mit Liebe und Mitgefühl begegnen. Wahre Liebe muss aber stark genug sein, um jemanden das zu sagen, was er/sie hören muss und nicht etwa dass, was er/sie hören will. Mitgefühl wiederum darf nicht nur auf dem Papier existieren, sondern muss in die Tat umgesetzt werden.


Eminenz, Sie möchten nicht mit dem Zeitgeist gehen, wenn es um die Entwicklung und Definition kirchlicher Doktrin geht. Ob Sie das nun wollen oder nicht – momentan scheinen Sie genau das zu tun.


Wir wenden uns an Sie, wie Paulus sich an Petrus und die Jünger aneinander gewendet haben. Wenn es um das Seelenheil von Menschen und deren Erlösung geht, muss man auch den Mut haben, offen und ohne unnötige Floskeln und Verschleierungen zu sprechen. Genau dies haben wir hiermit getan und so wollen wir es verstanden wissen: Als ein Zeichen brüderlicher Verbundenheit und in Sorge um die, die uns anvertraut wurden.


Möge Gott Sie reich segnen.


Robert Gollwitzer

President of The Jason Foundation (www.the-jason-foundation.org)


(Quellen: http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/150124_interview_marx_america.php, http://americamagazine.org/issue/cardinal-marx-francis-synod-women-church-and-gay-relationships)


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